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Sexuelle Belästigung: Nightwish trennen sich von Booking-Agent


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Der Name John Finberg wird nicht jedem sofort geläufig sein, wohl aber den Artists, für die er im Laufe der Jahre gearbeitet hat. Der US-Amerikaner war als Booking-Agent von First Row Talent für Bands wie Nightwish, Epica, Amorphis, Warbringer, Suffocation, Immolation, Sonata Arctica, Overkill und The Agonist tätig. Doch das liegt nun in der Vergangenheit.

Die Seite „Metalsucks“ hat nämlich kürzlich einen ausführlichen Bericht veröffentlicht, in dem Aussagen verschiedener Frauen und Männer zusammenfasst wurden, die Finberg sexuelle Belästigung, Gewaltandrohnung, Mobbing, Rassismus und andere Formen der Diskriminierung und Übergriffigkeit vorwerfen. Viele von ihnen haben selbst in der Musikszene zu tun. Nun zieht eine Reihe bekannter Metal-Gruppen seine Konsequenzen daraus und beendet die Zusammenarbeit mit John Finberg und First Row Talent.

Bands geben Ende der Zusammenarbeit bekannt

Nightwish teilten in ihrem Statement kurz und knapp mit: „Nightwish haben aufgehört, Mr. Finberg zu engagieren und haben alle Kontakte zu ihm und seinem Unternehmen abgebrochen.“

Die Band Amorphis veröffentlichte auf ihrer Facebookseite folgendes Statement: „Amorphis akzeptieren keine Form von Mobbing, Belästigung oder Rassismus. Wegen aktueller Anschuldigungen gegen First Row Talent Agency und John Finberg wird John Finberg mit sofortiger Wirkung Amorphis in den Vereinigten Staaten, Kanada oder irgendeinem anderen Land nicht mehr vertreten.“

 

Auch Delain stoppten ihre Zusammenarbeit mit Finberg: „Delain beendeten ihre Zusammenarbeit mit John Finberg während ihrer letzten USA-Tour 2019. First Row Talent und John Finberg buchen DELAIN nicht länger in Nordamerika, Kanada oder irgendeinem anderen Land. Delain stehen für keine Form von Belästigung, Mobbing, Sexismus oder Rassismus.“

Das wird Finberg konkret vorgeworfen

Die Vorwürfe gegen Finberg stehen nicht erst seit gestern im Raum. Sie haben sich bereits seit einigen Jahren angesammelt, seit einiger Zeit häuften sie sich jedoch rapide. Eine Frau mit dem Decknamen „Rachel“ sagte gegenüber „Metalsucks“, Finberg habe sie zu einem Konzert eingeladen und versprochen, den nächsten Auftritt ihrer Band zu planen. Im Laufe des Abends versuchte er sie betrunken zu machen, wollte sie anfassen, wurde aggressiv und gab ihr Gefühl, sie sei ihm sexuelle Gefälligkeiten schuldig. Nachdem sie entkommen war, habe er sie weiter per E-Mail belästigt und gedroht, sie auf eine schwarze Liste zu setzen, wenn sie nicht auf seine sexuellen Avancen einginge.

Eine andere Frau namens „Jennifer“, die in der Musikindustrie arbeitet, traf Finberg im VIP-Bereich eines Konzerts, wo er sie gefügig machen wollte, indem er ständig ihr Glas nachfüllte und ihr dann Wodka direkt aus der Flasche in den Hals schüttete. Die Frau sei ohnmächtig und mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden.

Eine dritte Frau, „Amy“, erklärte, Finberg habe sofort Sex verlangt, sobald er sie auf einer Messe traf. Nachdem sie ihn höflich zurückgewiesen hatte, soll er erst wütend geworden sein und hätte dann versucht, sie abzufüllen. Er wollte sie angeblich mit dem Angebot zum Sex überreden, dann mit Nightwish auf Tournee mitfahren zu können, wo sie ihre Merchandise-Artikel verkaufen könne. Als sie ablehnte, habe Finberg sie wochenlang telefonisch belästigt und sogar ihre Kollegen auf der Arbeit angerufen.

Die Vorwürfe häufen sich – und es kommen immer mehr dazu

Neben Aussagen von Frauen finden sich bei „Metalsucks“ auch einige von Männern. So soll Finberg den Manager Shawn Carrano mehrfach mit dem Tod gedroht haben, nachdem dieser seine Zusammenarbeit kündigte. Steph Mellul von Continental Touring bezichtigte Finberg des Rassismus. Sänger Mauro Gonzales wiederum berichtete, Finberg habe gefordert, dass Gonzales ihm zwei befreundete Frauen vorzustellen habe. Als der Sänger ablehnte, drohte Finberg wohl mit der Zerstörung seiner Karriere.

Hier kann man sich einen Überblick über die verschiedenen Vorwürfe verschaffen. Mittlerweile haben zahlreiche Metal-Fans, Musiker und Angehörige der Szene die Anschuldigungen gegen den Booking-Agenten bestätigt. Auf Twitter, aber auch unter den jeweiligen Band-Statements finden sich zudem zahlreiche Kommentare, die ähnliche Erfahrungen mit Finberg schildern.


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