So erforscht Cannes 2022 die Mythen des Rock’n’Roll


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Das weltwichtigste Filmfestival in Cannes setzt wieder auf Popmusik. Spätestens seit der Queen-Saga „Bohemian Rhapsody“ oder „Rocket Man“ über Elton John haben sich Musik-Biopics als veritable Kassenknüller etabliert. Aufwendige Dokus sind Fixpunkte bei Netflix und Co. Neben der Bowie-Doku „Moonage Daydream“ von Kurt-Cobain-Biograf Brett Morgan sind zwei weitere prominente Projekte in verschieden Sektionen zu sehen. Cannes ’22 startet am 17. Mai.

Eine Film-Dokumentation über den Rock’n’Roll-Berserker Jerry Lee Lewis zu veröffentlichen, ist in Zeiten von #metoo sicherlich keine leichte Übung. Schließlich hatte der wilde Südstaaten-Pianist („Whole Lotta Skakin`Goin On“) eine Beziehung zu seiner Nichte zweiten Grades, die er später als 22-Jähriger auch heiratete. Myra Gale Brown war zum Zeitpunkt ihrer Hochzeit im Jahre 1957 erst 13 alt. Ein Blick auch auf die dunkle Ära in den US-Südstaaten; Lewis selbst heirate zum ersten Mal mit 16.

Licht- und Schattenseiten

Ein Fall für die Coen-Brüder, genau genommen Ethan Coen, der an der Croisette mit dem Solo-Projekt „Jerry Lee Lewis – Trouble in Mind“ vertreten ist. Weit mehr als der 1989er-Spielfilm „Great Ball of Fire“ mit Dennis Quaid und Winona Ryder wird sich die Coen-Doku mit den Untiefen in der Vita des „Killers“ (so sein Spitzname) beschäftigen. Schließlich waren die Shows des Pianisten, der zu den einflussreichsten des letzten Jahrhunderts gezählt wird, ganzkörperliche Explosionen. Ein Tasten-Punk, der auch die volle Alkohol- und Drogen-Klaviatur spielte Ein Tweet des Programm-Teams bestätigte den Film in der Sektion „special screenings“.

Baz Luhrmann und Elvis

Ein anderes Kaliber ist der Australier Baz Luhrmann, der in Filmen wie „Moulin Rouge“ und vor allem in der Neuauflage von „Der Große Gatsby“ mit Leonardo DICaprio die große Inszenierung im Blick hat. Das Biopic „Elvis“ nimmt sich die Frühzeit und den Aufstieg zum Superstar in den Südstaaten vor.

Der 31-jährige Serienstar Austin Robert Butler („Zoey 101“) spielt den King, Oscar-Preisräger Tom Hanks übernimmt die Rolle des Mephisto-haften Managers Colonel Parker und die Australierin Olivia DeJonge spielt Priscilla Presley. Funfact am Rande: Auch Pop-Darling Harry Styles sprach für die Elvis-Rolle vor, wurde aber vom Luhrmann-Team abgelehnt. Ein Kinostart ist für Anfang Juni vorgesehen.