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Unfrieds Urteil: Gekaufte WM, zerstörtes Sommermärchen – die Sehnsucht nach dem unpolitischen Fußball

Es gibt hundertprozentig Leute, die auf dem Totenbett noch fluchen, dass der Ball beim dritten Tor der Engländer 1966 nicht hinter der Linie war. War er ja auch nicht. Aber keiner wird sterbend seufzen, dass die Vergabe der WM 2006 nach Deutschland eine Sauerei war und der DFB, die Uefa und die Fifa undemokratische Verbände sind, die den Fußball verraten. Selbst wenn das so sein sollte. Dieses Verhalten ist zwar nicht Teil der Natur des Menschen, wohl aber seiner eingeübten Kultur: Zweites wäre sicher wünschenswert, aber ersteres ist ihm wirklich wichtig.

Ich weiß, wovon ich rede. Ich wollte früher mal die Sportberichterstattung revolutionieren. Da sagten mir selbst knallharte Linke: Lass mal gut sein, Junge. Wir haben soviel zu revolutionieren, beim Fußball wollen wir Spaß.

Das kann es ja wohl nicht sein. Aber man muss wissen, dass dies die mentale Grundlage ist auf der die Möglichkeit einer grundsätzlichen Demokratisierung des Fußballs verhandelt wird.

Der „Spiegel“ hat starke Indizien aneinandergereiht für die These, dass der DFB die WM 2006 gekauft hat. Selbst wenn das morgen tatsächlich bewiesen sein sollte und es eine allgemeine Empörung darüber gibt, bleibt die Frage, worauf die Empörung hinauslaufen soll. Und auch wenn man darauf keine Antwort hat, so muss man angesichts der desaströsen Gesamtsituation der großen Fußballverbände dennoch fragen: Wie sollte der DFB, sollten Uefa und Fifa verändert werden und welche Personen könnten als Protagonisten demokratische Kontrolle in diese Parallelwelt bringen? Gibt es die ernsthafte Skizzierung des Neuen nicht, springen ein paar als Sündenböcke über die Klinge. Deren Job übernehmen bewährte Mitläufer des praktizierten Modells. Und dann läuft das Geschäft weiter wie bisher.

Fußball ist ein komplett undemokratisches System

 Die Traditionalisten, die Nostalgiker, die apolitischen Romantiker, die ganzen Kindsköpfe, die sich mit Fußball gegen die Zumutungen des Erwachsenseins wehren, sie sehnen sich in der Regel nach einer unpolitischen Politik, in der die Guten „Yes, we can“ sagen und dann läuft es.



Alles, was man über den „König der Löwen“-Soundtrack wissen muss

„Der König der Löwen“ startet als Live-Action-Remake im Kino und dürfte zu einem der größten Kinoereignisse des Jahres zählen. Natürlich richten Zuschauer des Zeichentrickklassikers nicht nur den Blick auf die fantastisch inszenierten Bilder, sondern auch auf den „The Lion King“-Soundtrack, der im Original einen großen Teil der Atmosphäre ausmachte. Damals dabei: Hans Zimmer, der den Score schrieb, und Elton John und Tim Rice, die für die Songs verantwortlich waren. Nun kommen allerdings eine Menge neuer Musiker dazu. Hier gibt es alle Details zur Filmmusik von „Der König der Löwen“. „König der Löwen“-Soundtrack: Unterschied zum Original Es wird zwei Soundtracks zum…
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