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Highlight: The Rolling Stones: Die 15 spannendsten Cover-Versionen ihrer Songs

„Wild Horses“ – der berührendste Song der Rolling Stones

Es gibt berühmtere Songs aus der kollektiven Feder von Mick Jagger und Keith Richards als „Wild Horses“, aber keinen berührenderen. Es gibt musikalisch aufregendere Stones-Tracks als diesen Ende 1969 in den Muscle Shoals Studios in Alabama aufgenommenen, aber kaum einen, der so rückhaltlos in der Country-Tradition steht.

Ursprünglich als Wiegenlied für Keith Richards‘ Sohn Marlon gedacht, nahm der Song eine andere Bedeutung an, als Mick Jagger unter dem Eindruck von Marianne Faithfulls Suizidversuch am Text Veränderungen vornahm und daraus ein Liebeslied machte, ein zerrissenes, reuevolles, schuldbewusstes freilich. Die Aufnahmen im Southern-Soul-Tempel verliefen so intensiv wie produktiv, allerdings ohne den sonst so verlässichen Pianisten Ian Stewart, der eine ausgepägte Aversion gegen Moll-Töne hatte.

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Für Stu sprang Jim Dickinson an einem alten Honky-Tonk-Piano ein, Mick Taylor spielt die Akustische im Nashville-Tuning, Keith die elektrischen Lead-Licks, und Mick singt hingebungsvoll und ironiefrei wie selten. „I watched you suffer a dull aching pain/ Now you decided to show me the same“, geht er in sich, doch verspricht die Schlusszeile letzte Hoffnung: „Let’s do some living after we die“.

Gram Parsons, Pionier kosmischer Americana und Keiths Busenkumpel, liebte „Wild Horses“ über alles, und da die Stones wussten, dass ihre eigene Version noch eine Weile unter Verschluss bleiben würde, weil sie sich im Clinch mit Plattenfirma und Management befanden, erhielt Gram die Erlaubnis, „Wild Horses“ mit seiner Band, den Flying Burrito Brothers, aufzunehmen und zu veröffentlichen, ehe die Stones selbst ihre Originalversion auf „Sticky Fingers“ herausbrachten.

Die exklusiv nur mit der Juni-Ausgabe des deutschen ROLLING STONE am Kiosk oder im Online-Shop erhältliche Vinyl-Single, die am 28. Mai erscheinen wird, enthält eine bislang unveröffentlichte Akustikversion von „Wild Horses“. Auf der B-Seite ist „Dead Flowers“, einer der besten Tracks von „Sticky Fingers“, erstmals auf 7“.


Brian Jones: Das Leben und der Tod des Rolling Stone

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