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Aus dem Off (5)

Corona-Tagebuchnotizen von Arne Willander: Eric Rohmer

Szene aus „Meine Nacht bei Maude“

Die Frauen sind Spielerinnen, und die Männer müssen mitspielen und wollen es. Die meisten Figuren sind Studentinnen und Lehrerinnen, Dozenten und Bibliothekare, Buchhändlerinnen und Schauspielerinnen, und alle reden auf die natürlichste Weise karierte Ansichten über ihr Leben und die Welt, Angelesenes und Erfahrenes. Sie sind unentschlossen, wankelmütig, unzufrieden, launisch und narzisstisch. Sie warten auf die Gelegenheit, ihr Leben zu ändern. Sie begegnen jemandem, sie glauben, dass nun alles anders wird, und machen am Ende weiter wie bisher.

Über die Jahre sah ich fast alle Filme Rohmers, sie verschwammen in meiner Erinnerung zu einem einzigen unendlichen Rohmerfilm, weshalb ich sie immer mal wieder noch einmal sehen musste. Jetzt, da die drei Zyklen – die von 1962 bis 1998 reichen – vorliegen, werde ich sie dennoch nicht systematisch schauen. Man sieht an der Kleidung, der Architektur und den Autos, wann ungefähr die Filme gedreht wurden. Aber immer könnte es auch 1806 sein.


Aus dem Off – Corona-Tagebuchnotizen von Arne Willander

Arne Willander

Arthaus


Corona-Tagebuchnotizen von Arne Willander: The Concert In Central Park

Bei Anne Will sitzt die Infektionsbiologin Melanie Brinkmann, das anmutig grämlich Gesicht der Krise, bekannt aus Markus Lanz‘ Sendung. Sie hat ihre Stulpenstiefel gegen kürzere Schuhe getauscht, deren rechter mit Blumen geschmückt ist. Sie sagt den Satz, den wir von Professor Wieler aus den Bulletins des Robert-Koch-Instituts kennen: „Ich freue mich, wenn ich mich irre.“ Aber es werde dauern mit dem Impfstoff. Das Imperial College in England ist an etwas dran. Professorin Frau Brinkmann bleibt skeptisch. „Das ist eine Modellstudie, die beruht auf einem MODELL.“ Tobias Hans, der saarländische Ministerpräsident, der wie ein Ministrant aussieht, spricht auf einem großen Bildschirm…
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