Jan Böhmermann sorgt sich um Deutschland: Angela Merkel als Wegbereiterin für die AfD?


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Deutschland steht vor einem spannenden Wahlkampfjahr 2017 – oder versuchen die wenigen verbliebenen Volksparteien die Bevölkerung schon jetzt mit Beruhigungsmitteln einzuschläfern? Diesen Eindruck hat ZDF-Satiriker Jan Böhmermann und zeigt sich nach Angela Merkels Erklärung, sie wolle auch im nächsten Jahr erneut als Spitzenkandidatin fürs Kanzleramt ihrer Partei kandidieren, in Sorge um Deutschland.

Auf Facebook postete der „Neo Magazin Royale“-Moderator am Montag (21. November) ein ausführliches Statement. Darin hieß es zur Entscheidung Merkels: „Hurra! Das wären dann am Ende sechzehn Jahre Amtszeit für Kohls Mädchen. Ich erinnere mich noch lebhaft und gerne daran, dass die letzten vier Jahre der Kanzlerschaft von Helmut Kohl die allerbesten waren. Jetzt können wir in tollen Diagrammen zusammenfassen, wieviele Staatschefs und Weltenlenker die Kanzlerin bereits „überlebt“ hat und noch „überleben“ wird.“

Wahlkampf wie eine Überdosis Propofol

Dass nun möglicherweise Angela Merkel (CDU) gegen Sigmar Gabriel antreten wird (der Parteivorsitzende der Sozialdemokraten hat sich, anders als seine Koalitionspartnerin, derzeit noch nicht entschieden – man munkelt, die Partei könnte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz aufstellen), erfüllt Böhmermann nicht gerade mit Vorfreude: „Das rüttelt auf, das macht mobil, wie eine Überdosis Propofol. Werden sich die beiden Schlachtschiffe mangels gröberer programmatischer Differenzen eine Schlacht um Äußerlichkeiten liefern? Wessen Frisur ist geiler? Wer hat die schickeren Sakkos? Es wird so spannend!“

Der 35-Jährige redete nicht groß um den heißen Brei herum und deutete an, dass die Aussicht auf 16 Jahre Merkel (auch in Erinnerung an 16 Jahre Helmut Kohl) Tür und Tor für all jene öffnen könnte, die das Establishment zum Teufel jagen wollen. In Bezug auf eine erstarkte AfD schrieb Böhmermann deshalb: „Und dann sitzt da ab 2017, gebaut auf einem stabilen Fundament aus Fake News (oder nennen wir es beim Namen: Lügen), Angst und Internethass, eine fette Bundestagsfraktion der „Neuen Rechten“. Da wird Mario Barth aber überrascht in die Handykamera blinzeln. ‚Nanu, wo kommen die denn her? Gestern waren die noch nicht da.’“

Wo sind die echten Alternativen?

Solche Bedingungen müssten eine Herausforderung für die herrschende Klasse sein, sich zu ändern, neue Programme zu finden und sich auf die wachsende Sorge der Bevölkerung, sie werde nicht mehr mit ihren Problemen gehört, einzustellen, so der Moderator. „Und die Tatsache, dass ihnen demokratische Gepflogenheiten, der gute Umgang mit „Altparteien“ und Geschäftsordnungen und Gesetze in ihrem unbedingten Drang zur Macht egal sind, macht es umso wichtiger, echte Alternativen, neues Personal und grundsätzlich neue Ansätze aus dem Bekannten heraus zuzulassen und auszubauen. Macht aber keiner irgendwie. Man ist ja an der Macht. Oder will es ab 2017.“



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