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Kritik: „The Walking Dead“, Staffel 8, Folge 14 – Psychopath Morgan ist bereit für „Fear The Walking Dead“

Die Kritik enthält Spoiler.

Morgan wird zum Ende der achten „Walking Dead“-Staffel zur Schwesterserie „Fear The Walking Dead“ wechseln, und der dortigen Truppe um Familie Clark droht nichts Gutes. Der Aikido-Kämpfer tötet aus einem Gerechtigkeitsgefühl heraus, das keiner versteht. Er sieht Tote dort, wo keine sind, hört Stimmen, wo keine sind. Er rächt die, die nicht gerächt werden wollen. Er will die angreifen, die seine Freunde waren. Wann endlich spricht Morgan den Satz aus: „I Have To Clear. I Have To Go To Mexico.“ Clear the Walking Dead. Nick Clark sollte sich warm anziehen.

Sein Rübermachen soll auch „den Spannungsfaktor erhöhen“ bei „Fear The Walking Dead“, dessen Quoten auch in der dritten Staffel nicht stimmten. Die sich häufenden psychotischen Phasen Morgans lassen das Unternehmen Serienwechsel aber auch ein wenig so wirken, als wolle man ihn im erfolgreicheren Original loswerden.

Lennie James‘ Morgan ist – nach dem Tode Carls – zusammen mit Andrew Lincolns Rick das dienstälteste „Walking Dead“-Mitglied. Nach acht Seasons und mehr als 100 Folgen stellt Rick ihm eine wichtige Frage: „Warum hattest Du mich einst überhaupt gerettet?“ Seine Antwort: „Weil mein Sohn da war.“ Damit lässt Morgan den zerknirschten Rick zurück, der in einen – Achtung, Symbol – zerbrochenen Spiegel blickt. Auf „der Grund: mein Sohn“ kommen wir gleich wieder zurück.

In dieser Szene aus der Folge „Still Gotta Mean Something“ steckte viel Potential. Dass Morgan und Rick ihr Versprechen brechen, und, nachdem ihre Fesseln gelöst wurden, die Saviors umbringen, ist erfrischend. Wirkt der Kill-Mode bei Morgan wie vorprogrammiert, ist man von Ricks Skrupellosigkeit („Ich gebe euch mein Wort“) doch immer wieder freudig überrascht. Das ist der gute alte „Terminus“-Rick. „Ich habe gelogen“, sagt er zum tödlich verwundeten Savior, der ihn fragt, warum er ihm nicht geholfen, sondern ihn hinterrücks angegriffen hat.

Rick verliert sein Mitgefühl

Die Einstellung mit dem mit Pistole knieenden Rick erinnert ebenfalls an die allererste „Walking Dead“-Episode. Damals aber sagte er „Es tut mir leid für Dich“, bevor er einem Zombie in den Kopf schoss, das legendäre „Bicycle Girl“ war seine erste ausgeschaltete Untote. Jetzt, mehr als 100 Folgen später, tun ihm nicht mal mehr echte Menschen leid.

Dazu passt auch der Moment am Anfang der Folge, als Rick aus dem Camp aufbricht. Einem übergelaufenen Savior schleudert er auf dessen „In uns allen steckt Gutes, bring meine Leute zurück“-Predigt nur ein „Hmmm, könnte ich“ entgegen. Ohne große Worte die Laberbacke ausgekontert. So wollen wir Rick öfter sehen (und ja, es stimmt: Er hat tatsächlich einen Spitznamen von den Saviors erhalten, nach Negan nennt ihn nun auch der Hippie im Lagerhaus „Rick The Prick“.)

Am Ende aber hat der Kampf mit den Untoten plus Saviors (die freundlicherweise für hunderte von Zombies ihre Scheunentore offengelassen hatten, time is money, so werden Schlachten forciert) doch nicht zu einem gelungenen Abschluss geführt. Das hängt mit eben jenen Worten Morgans an Rick zusammen. Irgendwie ergeben die keinen Sinn. Er hatte Rick gerettet, weil sein Sohn noch lebte? Nicht aus eigenem Antrieb? Warum hat er Rick dann überhaupt K.O. gehauen? Auf Anweisung des Kindes?

Aus Morgans Begründung spricht wohl eher der Psychopath Morgan, und nicht der gesunde Morgan, der Rick damals pflegte. Hier ist bei „The Walking Dead“ vielleicht etwas durcheinandergekommen oder rückblickend von Morgan verklärt, aber dem Zuschauer als Wahrheit verkauft worden.

Was sonst diese Woche bei „The Walking Dead“ geschah:

Daryl und Rosita entdecken die Munitionsfabrik der Saviors, also eines der wichtigsten Gebäude des Gegners. Praktischerweise ist das Lager nicht bewacht, und aus dem Fenster bietet sich ein taktisch perfekter Ausblick.

Sechs Folgen nach Midseason-Beginn ist Daryl endgültig der arme Tropf von „Walking Dead“. Seine Charakterentwicklung beschränkt sich darauf, immer wütender auf Dwight zu sein, der sich längst mit anderen Dingen beschäftigt. Ein ziemlicher Luxus, den sich die Showrunner mit Daryl erlauben, dem zweitbeliebtesten Charakter der Serie nach Rick.

Mutti Carol

„The Walking Dead“ tut sich schwer mit Kinderfiguren. Meistens muss Carol die Konsequenzen tragen. Das hat sie stets überfordert. Einst erzählte sie einem kleinen Frechdachs, der scharf auf ihre Kekse war, dass sie ihn im Wald an einen Baum binden würde; ein anderes Mädchen erschoss sie, weil die wiederum ihre Schwester auf den Gewissen hatte.

Nun muss Carol sich um den als Ritter kostümierten Henry kümmern, der im Wald gesucht werden will. Da Carl tot ist und Judith nur gelegentlich ins Bild gehalten wird, sollen wir uns halt weiter um Kinder sorgen, damit die große Perspektive erhalten bleibt: Die Jüngsten überleben für das Überleben der Menschheit. Fraglich ist, oder dieser Henry ein Sympathieträger sein kann.

Hereinspaziert!

Jadis will ihren Gefangenen Negan töten, doch der beschwichtigt sie, vielleicht sein letztes As im Ärmel, mit einer Performance im Stile des Zauberkünstlers Houdini. Wie sonst nur die Requisiten auf einer Bühne sind auch auf dem Kunst-Schrottplatz alle Sachen exakt platziert: der Zombie im Einkaufswagen, die Leuchtkerze, die Fotos, Negan auf der Rollbahre. Es ist nur nicht ganz klar, wie der gefesselte Negan überhaupt an die ganzen Sachen herangekommen ist. Der Plan aber geht auf. Jadis weint und gibt ihm den Baseballschläger zurück.

Im Netz wird vielmehr darüber spekuliert, wer im Hubschrauber gesessen haben könnte, der dabei kurz ins Bild flog. Bietet der Helikopter gar die Möglichkeit, die trist gewordene Gegend zu verlassen?

Doch werden Hubschrauber, das zeigte Staffel drei, in ihrer Bedeutung überschätzt. Nach dem damaligen Season-Trailer waren alle heiß darauf, mehr über die darin zu sehende Maschine zu erfahren.

Am Ende lag sie, längst abgestürzt, nur im Wald herum.

Gene Page / AMC
Gene Page /AMC
Gene Page /AMC

Sylvester Stallone: Alle „Rocky“- und „Rambo“-Filme im Sterne-Ranking

Vor 37 Jahren kam „Rocky III – Das Auge des Tigers“ ins Kino – und Sylvester Stallone etablierte sich als Action-Star des Jahrzehnts (neben diesem gewissen Österreicher). Rocky und Rambo sind bis heute nicht nur seine erfolgreichsten Schöpfungen, sondern Kino-Ikonen ihrer Zeit. Was natürlich nicht ausschließt, dass sie im Kalten Krieg ihren Propaganda-Zweck zu erfüllen hatten. Podcast „Freiwillige Filmkontrolle“: Das Phänomen Rambo ROLLING STONE bringt alle Filme in ein gemeinsames Ranking. 13. Rocky V (1990) ★ Stallone war erst 44, sah aber fast schon älter aus als heute. Aufgequollen. Die 1980er waren vorbei – und nach Ende des Kalten Kriegs gingen Rocky…
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