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Paul Walker: Der tragische Unfalltod des „Fast-&-Furious“-Stars


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„Die Geschwindigkeit, allein die Geschwindigkeit“, soll ein Ermittler zum Tod von Paul Walker gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press im Dezember 2013 gesagt haben. Da er jedoch nicht befugt war, in der Öffentlichkeit über den Fall zu sprechen, blieb eine offizielle Bestätigung des Ergebnisses noch aus. Wie TMZ unter Berufung auf anonyme Quellen aus Ermittlerkreisen zeitgleich berichtete, waren die Untersuchungen über die Umstände des Unfalls noch in vollem Gange. Sogar einige Porsche-Ingenieure waren in die USA geflogen, um den Zustand des Autos zu analysieren und den Bordcomputer auszuwerten.

Wenige Tage nach dem Unfall, der Paul Walker und Roger Rodas das Leben kostete, erhellten Polizeiberichte und Zeugenaussagen nach und nach die Hintergründe. So berichtet die Webseite radaronline in Berufung auf einen Polizeiermittler, dass die zwei Freunde in einem möglicherweise defekten Porsche mit mindestens 162 Stundenkilometern unterwegs waren. Die Geschwindigkeitsbegrenzung am Unfallort lag bei 70 km/h. Nach Berichten der Los Angeles Times, die einen Gerichtsmediziner zitieren, sollen beide Insassen „innerhalb von Sekunden“ gestorben seien.

Vin Diesel und Paul Walker in einer Szene des ersten Films aus der „The Fast and the Furious“-Reihe

Führten Motorprobleme zum Tod von Paul Walker?

Rodas und Walker waren zuvor bei einer von Walker initiierten Wohltätigkeitsveranstaltung auf dem Gelände von Rodas Tuning-Werkstatt in Santa Clarita zugegen. Zeugen berichten, dass Rodas eine Testfahrt mit dem roten Porsche unternehmen wollte, da ein Mitarbeiter ihm zuvor von Motorproblemen des Wagens berichtet hatte. Walker habe sich dann spontan dazu entschlossen, mit einzusteigen.

Was schlussendlich dazu führte, dass Rodas – ein erfahrener Rennfahrer – die Kontrolle über den Wagen verlor, ist nach wie vor unklar. Die Polizei schließt einen Defekt der Lenkung ebenfalls nicht aus – man fand Spuren von ausgetretenem Hydrauliköl an der Unfallstelle. Gerüchte, die besagen, dass dem Autounfall ein illegales Rennen mit einem anderen Wagen vorausgegangen sei, wurden unterdessen von der Polizei dementiert.

Aus der TV-Werbung auf die große Leinwand

Das Leben Paul Walkers, das im Alter von vierzig Jahren früh beendet wurde, begann am 12. September 1973 im kalifornischen Glendale. Er war das älteste von fünf Kindern, die allesamt nach der Glaubensrichtung der Mormonen erzogen wurden und eine christliche Highschool besuchten. Nach seinem Schulabschluss studierte Walker Meeresbiologie und ging damit einer Leidenschaft nach, die ihn sein ganzes Leben lang begleitete. Die dogmatische Auslegung des Christentums der Mormonen legte er derweil ab.


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Der Schritt in die professionelle Schauspielerei folgte im Studium. Walker wollte für die Finanzierung seines Studiums hier und da in einem Film mitspielen, doch damit war seine Karriere längst angestoßen. Bereits als Kleinkind trat er in Fernsehwerbungen auf, gefolgt von kleineren Rollen in Sitcoms und Auftritten in Game Shows. Die erste größere Aufmerksamkeit erfuhr Paul Walker als Zwanzigjähriger durch seine Rolle als Brandon Collins in der Seifenoper „The Young and the Restless“. Es war ein Impuls, der ihn dazu brachte, das Fernsehen hinter sich zu lassen. Er begann vermehrt in B-Movies mit geringem Budget zu spielen, ständig in der Hoffnung, den nächsten großen Sprung machen zu können.

Der Durchbruch

Es gelang ihm. 2001 kam der Durchbruch als Brian O’Connor in „The Fast and the Furious“. Es war die Rolle, die ihn über sechs Filme bis zu seinem Tod definierte. Vor seinem Unfall drehte Walker gerade in Atlanta den siebten Teil der Reihe, der im Juni 2014 in die Kinos kommen sollte und zum damaligen Zeitpunkt bereits zur Hälfte abgedreht war. Was aus dem Projekt werden sollte, war zunächst unklar. Insbesondere in Anbetracht der Todesumstände galt es als schwierig, den Film über schnelle Autos und halsbrecherische Verfolgungsjagden in gewohnter Form zu bewerben.

Letztlich trat Walkers fünfzehn Jahre jüngerer Bruder Cody als Schauspieler oder Body Double an die tragisch frei gewordene Stelle, sodass der Film vollkommen abgedreht werden konnte. Nach seiner Veröffentlichung 2015 wurde er zu seinem riesigen finanziellen Erfolg.

Paul Walker mit seinem jüngeren Bruder Cody

Der Obduktionsbericht von Paul Walker

Während die Universal Studios daran arbeiteten, wie sie den angefangenen Film fertigstellen konnte, wartete die Welt auf genauere Informationen zum Tod von Paul Walker. Wenige Wochen nach dem Unfall gelangten sie schließlich an die Öffentlichkeit. Demnach ist der Schauspieler nicht allein durch den Aufprall seines Autos gegen einen Baum gestorben, sondern durch Verbrennungen durch das anschließend entstandene Feuer. Das berichtet die Seite TMZ, der der Obduktionsbericht des tödlich verunglückten Paul Walker sowie des Fahrers Roger Rodas vorliegen soll. Im Gegensatz zu Walker sei Rodas sofort nach dem Aufprall verstorben und nicht den Verbrennungen erlegen.

Die Gerichtsmediziner von Los Angeles hätten demnach bei Walker „kombinierte Auswirkungen von Unfall- sowie Hitzeverletzungen“ festgehalten, bei Rodas „multiple Unfallverletzungen“. Dem Bericht zufolge seien beide Autoinsassen nach dem Aufprall „rapide“ gestorben. Lange war über den Unfalltod von Paul Walker spekuliert worden bis der Bericht für Klarheit sorgte: der Schauspieler war bei seinem Tod mit 160 Stundenkilometern unterwegs, der Aufprall riss das Unfallauto in zwei Hälften.

Die Ursache für den Kontrollverlust des Wagens blieb unbekannt. Das Auto habe sich mehrmals gedreht und sei zuerst gegen ein Bordsteinschild gefahren, dann mit einem Straßenschild und schlussendlich mit einen Baum kollidiert und in Flammen aufgegangen. Alkohol und Drogen waren laut des Polizeiberichts nicht im Spiel, auch ein illegales Autorennen wird als Unfallursache ausgeschlossen.

Paul Walkers Beerdigung

Paul Walker wurde zwei Wochen nach seinem Tod in Los Angeles beerdigt. Freunde und Familie versammelten sich zum Begräbnis auf dem Forest Lawn Memorial Park in den Hollywood Hills. Auf dem Forest Lawn Cemetery wurden auch Michael Jackson († 50), Liz Taylor († 79) und Walt Disney († 65) beigesetzt.

Luke Evans, Walkers Co-Star in den „The Fast And The Furious“-Filmen, äußerte sich noch vorab erstmals zum tödlichen Unfall. „Es ist schrecklich“, sagte Evans zu Total Film. „Ich hatte bisher noch keine Zeit es zu verarbeiten. Es sickert langsam in mein Bewusstsein, so wie wohl bei allen anderen Menschen auch. Er war ein wirklich liebenswerter Mann.“

Paul Walkers Beisetzung fand im privatesten Kreis statt: Fast nur die Familie war anwesend, außerdem enge Freunde sowie Crew-Mitglieder der Filmreihe „The Fast and the Furious“, wie TMZ berichtete. Walkers Angehörige machten sich große Sorgen um dessen 15-jährige Tochter Meadow, die sie dem Medienrummel nicht aussetzen wollten.

Paul Walker mit Vin Diesel und Tyrese Gibson

Abschied von den Fans

Tausende Fans verabschiedeten am Folgetag ihr Idol, das sie über Jahre auf der Leinwand verfolgt hatten. Paris Hilton ließ dazu ein Flugzeug-Banner am Himmel wehen: „Our Hearts Go Out To His Friends & Family“.

Die Gedenkveranstaltung fand an der Hercules Road statt, jener Straße, bei der Walker und der Fahrer Roger Rodas mit ihrem Auto verunglückten. Die Fans von Paul Walker kamen mit ihren Autos – und ließen die Motoren aufheulen. Zur angekündigten Gedenk-Rally kam es jedoch nicht. Mehrere Autos, die Walker in seinen Filmen fuhr, standen am Straßenrand. Die Trauerfeier endete mit einem Autokorso.

Fans fanden sich zum Gedenken an Paul Walker am Unfallort zusammen

Gedenken von Freunden und Kollegen an Paul Walker

Auch weitere Kollegen und Freunde nahmen Abschied. So postete Ludacris ein Foto auf Instagram, dass ihn mit der Besetzung von „Fast & Furious“ an einem reich gedeckten Tisch zeigt, darunter die Zeile: „Thankful for the Fast Family.“

Jordana Brewster, die in „Fast & Furious“ die Ehefrau des von Walker gespielten Undercover-Agenten Brian O’Conner verkörperte, twitterte die Worte „Paul was pure light. I cannot believe he is gone.“

Dwayne ‚The Rock‘ Johnson setzte ebenfalls einen Trauer-Tweet ab, wobei er vor allem Walkers Familie Kraft wünschte: „All my strength, love & faith to the Walker family during this heartbreaking time. We find our strength.. in his light. Love you brother”


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Jessica Alba, die an der Seite von Walker im Abenteuerfilm „Into The Blue“ mitwirkte, twitterte zusammen mit einem Foto des Verstorbenen: „#RIP#PaulWalker He was such a sweet and grounded guy -my heart goes out to his family #sosad“

Idris Elba, der mit Paul Walker im Thriller „Takers“ agierte, sagte in einem Statement: „Paul was a mate, a good guy and a great father, we used to talk about our daughters. He will be missed massively by our industry and his fans“.

Vin Diesel, das Aushängeschild der „Fast & Furious“-Reihe, twitterte: „Brother, I will miss you very much. Heaven has gained a new angel. Rest in peace“.

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Klage gegen Porsche

Sowohl Tochter Meadow als auch der Vater des Schauspielers erhoben im Nachgang des Unfalls Anklage gegen den Autohersteller Porsche, da sie der Meinung waren, der Sportwagen habe bereits zuvor technische Probleme gehabt. Ein Gutachten ergab allerdings, dass sowohl die angeblich über neun Jahre alten Reifen des Autos sowie die überhöhte Geschwindigkeit (über 160 km/h statt der erlaubten 72) die Ursache des Unfalls waren.

Es tauchten Berichte auf, in denen Porsche-Mitarbeiter angaben, dass das betroffene Modell in zahlreiche Unfälle verwickelt war. Ein Mitarbeiter gab sogar an, dass er sich für alle Besitzer eines Carrera GT freuen würde, denn: „Schließlich werden die Exemplare jetzt rar.“ Ein anderer Porsche-Angestellte nehme die Probleme nicht so sehr auf die leichte Schulter. Er schreibe, er habe jedes Mal Angst, mit seinem Auto zu fahren – aufgrund der zahlreichen Unfälle, die sich mit diesem Modell bereits ereignet hatten.


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Der Sportwagenhersteller verwies darauf, dass Walker ein „kundiger und fähiger“ Fahrer gewesen sei, der unter den damaligen Gegebenheiten an der Fahrt hätte selbstverantwortlich nicht teilnehmen dürfen. Rodas Witwe reichte daraufhin Klage beim Bundesgericht in Kalifornien gegen Porsche ein. Im April 2016 verwarf das Gericht in Los Angeles die Klagen, da nicht genügend Beweise vorgelegt worden sein, um dem Automobilhersteller nachzuweisen, dass er am Tod von Walker und Rodas schuldig war.

8,9 Millionen Euro Entschädigung

Schließlich bekam Paul Walkers Tochter Meadow umgerechnet 8,9 Millionen Euro Entschädigung aus dem Nachlass von Rodas ausgezahlt, wie Entertainment Weekly berichtete. Bemessungsgrundlage für die Leistung war ein geschätztes Vermögen, das Paul Walker verdient hätte, wenn er weiter seiner Arbeit nachgegangen wäre.

Auch wenn Paul Walker vor sieben Jahren verstarb, lebt sein Geist nach wie vor weiter. Dafür sorgt nicht zuletzt seine Tochter Meadow, die anlässlich seines Geburtstages eine Stiftung in Gedenken an ihn ins Leben rief. Die damals Sechszehnjährige twitterte, dass ihr die Idee kam, um „einen Teil meines Vaters mit der Welt zu teilen.“ Die Botschaft der Organisation ist „Tue Gutes“, ganz so, wie es Paul Walker vorlebte, der nicht nur eine große Leidenschaft für das Meer hegte, sondern sich auch stets für Mensch und Tier einsetzte.

Die Stiftung hat die Aufgabe, „zukünftige Generationen zu unterstützen, indem sie Zuschüsse und Stipendien und spontane Wohltaten vermittelt.“ Auf Instagram schrieb Meadow: „Ich kann mir keinen besseren Weg vorstellen, meinen Vater zu feiern.“ Neben seiner Arbeit als Schauspieler war Walker ein passionierter Dokumentarfilmer. Sein Studium der Meeresbiologie konnte er somit mit seinem Beruf in der Filmbranche verbinden. Walkers große Passion auf diesem Feld waren Filme über Haie.

LAC
Frederick M. Brown Getty Images
Dave J Hogan Getty Images
Rodrigo Vaz FilmMagic

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