Rolling Stones planen angeblich Residencys in diesen drei Ländern

Rolling Stones sagen ihre große Europa-Tour ab und setzen angeblich stattdessen auf Mini-Residenzen – Keith Richards spielt dabei eine Schlüsselrolle

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Die Rolling Stones haben wie kaum eine andere Band größere und lukrativere Tourneen gespielt. Doch hinter den Kulissen setzt sich angeblich  zunehmend die Erkenntnis durch, dass diese Ära ihrem Ende entgegengeht.

Eine ursprünglich geplante Europa-Tournee für diesen Sommer, die ein neues Studioalbum begleiten sollte, wurde stillschweigend gestrichen.

Stattdessen planen die Rolling Stones nun einem Bericht zufolge ein deutlich reduziertes Live-Konzept. Für denselben Zeitraum sind drei sogenannte Mini-Residenzen vorgesehen: eine im Vereinigten Königreich, eine in den USA und eine in Argentinien. Das berichtet die „Daily Mail“.

Drei Standorte statt Welttournee

Das neue Modell sehe vor, jeweils eine Woche Konzerte zu spielen und anschließend etwa zwei Wochen Pause einzulegen. Dieses Format solle laut der Zeitung die körperlichen Belastungen deutlich reduzieren und dennoch Live-Auftritte ermöglichen.

Nach Angaben einer mit den Gesprächen vertrauten „US-Quelle“ könnte der amerikanische Teil der Residenzen in der futuristischen Sphere in Las Vegas stattfinden, die U2 eingeweigt hatten.

Hohe Kosten, begrenzter Nutzen

Dem Vernehmen der „Daily Mail“ nach liegt der Band ein finanziell attraktives Angebot der Arena vor. Allerdings sind die Produktions- und Einrichtungskosten der immersiven Spielstätte außergewöhnlich hoch, während die Kapazität vergleichsweise gering ist. Ob sich ein Auftritt dort wirtschaftlich rechnet, ist daher offen.

Der Grund für den Kurswechsel liegt nicht an mangelnder Freude am gemeinsamen Musizieren oder fehlendem finanziellen Interesse. Beides ist bei den Stones nach wie vor vorhanden.

Keith Richards als entscheidender Faktor

Ausschlaggebend für die Absage der großen Tournee sind vielmehr die Energie- und Belastungsgrenzen von Gitarrist Keith Richards. Der Musiker ist inzwischen 82 Jahre alt und lebt überwiegend zurückgezogen in Connecticut, gemeinsam mit seiner Ehefrau Patti. Gelegentliche Aufenthalte auf den Turks- und Caicosinseln eingeschlossen.

Nach Aussagen aus dem Umfeld der Band könnte sich Richards die Strapazen einer weiteren weltumspannenden Tournee nicht mehr vorstellen. Ein Monat Proben und anschließend mehrere Monate unterwegs seien für ihn nicht mehr realistisch.

Ohne „Keef“ kein Stones-Konzert

Frontmann Mick Jagger, ebenfalls 82 Jahre alt und nach wie vor voller Energie, hätte eine solche Tournee gerne bestritten. Doch für die Band stand außer Frage, dass ein solches Projekt ohne Keith Richards nicht infrage kommt.

Bereits während der „No Filter“-Tour 2019 hatte Richards betont, dass allen Bandmitgliedern bewusst sei, dass ihre Zeit auf der Bühne endlich sei. Damals scherzte er noch, niemand falle um oder stolpere, und alle seien in bemerkenswerter Verfassung.

Einschnitte durch Pandemie und Tod

Gitarrist Ronnie Wood äußerte sich ähnlich optimistisch über seinen Gesundheitszustand. Doch die Pandemie unterbrach die Tournee, und bevor sie 2021 fortgesetzt werden konnte, starb Schlagzeuger Charlie Watts.

Die Reaktionen der Fans waren gespalten. Während einige das Ende der Touraktivitäten für überfällig hielten, spielte die Band mit Steve Jordan weiter, der Watts zunächst ersetzte und auch die US-Tournee 2024 begleitete.