Serj Tankian dankt Joe Biden: Völkermord an Armeniern von den USA offiziell anerkannt


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Serj Tankian bedankte sich am Samstag (24. April, 106. Gedenktag des Völkermords an den Armeniern) in den sozialen Medien bei US-Präsident Joe Biden.

Dieser hatte die Massentötung von Armeniern unter dem Osmanischen Reich im frühen 20. Jahrhundert offiziell als „Völkermord“ anerkannt. Etwas, wovor sich frühere amerikanische Staatsoberhäupter aus Angst vor einer Belastung der US-Beziehungen zur Türkei gescheut haben.

Der erste US-Präsident, der den Völkermord anerkennt

Die systematische Deportation der Armenier durch das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg wurde dadurch zum ersten Mal von einem US-Präsidenten offiziell anerkannt.

Es wird geschätzt, dass 1,5 Millionen Armenier zwischen 1915 und 1923 getötet wurden. Die türkische Regierung leugnet seit jeher, dass ein Völkermord stattgefunden hat.

System Of A Town: Aktivistische Musik

Die Mitglieder von System of a Down (kurz „SOAD“) sind armenischer Abstammung. Seit Jahren setzen sie sich dafür ein, dass die Regierung der USA den Völkermord an den Armeniern offiziell anerkennt. Der im letzten Jahr wieder aufgeflammte Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan veranlasste SOAD, ihre Stimme zur Unterstützung ihrer Heimat zu erheben, indem sie gleichzeitig „Genocidal Humanoidz“ und „Protect the Land“ veröffentlichten – die erste neue Musik der Gruppe seit 15 Jahren.

Die Charity-Tracks haben bereits mehr als 600.000 Dollar für den Armenia Fund gesammelt, einer Interessenvertretung.

So bedankt sich Serj Tankian bei Biden

Tankian, der in Los Angeles lebt, wurde im Libanon geboren. Seine Familie zog in die USA, als er ein Kind war, aber seine Großeltern flohen alle vor dem armenischen Völkermord. „Heute werde ich den USA und all jenen danken, die über die Jahre hinweg hart für diese Erklärung gekämpft haben“, sagt er.

In seinem Tweet schreibt Serj weiterhin: „Danke an Präsident Joe Biden für die korrekte Anerkennung des #ArmenianGenocide heute. Das ist extrem wichtig, aber nur ein Meilenstein auf dem langen Weg der Gerechtigkeit, der vor der Türkei liegt.“ Die Türkei müsse nun bald das Gleiche tun und Wiedergutmachung gegenüber den Nachkommen von 1,5 Millionen Armeniern, Griechen und Assyrern leisten.

Türkei lässt sich nichts sagen

Die Türkei hat auf Bidens offizieller Anerkennung des Völkermord reagiert. Der Außenminister sagte, sein Land „wird sich von niemandem Lektionen über unsere Geschichte erteilen lassen.“

Von armenischer Seite aus wird Bidens „prinzipientreue Position“ als ein Schritt zur „Wiederherstellung der Wahrheit und der historischen Gerechtigkeit“ gelobt, berichtet „apnews.com“.