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Ohrwurm-Liste: Das sind die größten Sommer-Hits seit 1990

Im Auftrag des Bundesverbands Musikindustrie ermittelt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die offiziellen Deutschen Charts. 90 Prozent aller Musikverkäufe in Deutschland werden dabei abgedeckt und dienen daher laut Aussage der GfK als „das zentrale Erfolgsbarometer für Industrie, Medien und Musikfans.“ Die Grundlage der Erhebungen sind die Verkaufs- bzw. Nutzungsdaten von 2.800 Einzelhändlern in allen Bereichen des Musikvertriebes. Darunter fallen der stationäre Handel, E-Commerce-Anbieter, Download-Portale und Streaming-Dienste.

Auch die offiziellen Sommerhits werden von der GfK erfasst. Damit sie den Titel als solche tragen dürfen, müssen sie Kriterien erfüllen, die es echten Musikliebhabern womöglich eiskalt den Rücken herunter laufen lässt: Sie verbreiten Urlaubsstimmung (was auch immer damit gemein sein soll), haben eine eingängige Melodie, verkaufen sich gut, werden in Clubs rauf und runter gespielt und sie stammen von Künstlern, die bisher zumeist wenig bekannt waren. Oft enden sie als klassische One-Hit-Wonder. Für die letzte Beobachtung braucht es allerdings keine detaillierte Untersuchung.

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2018 – „Bella Ciao“ (Hugel Remix) – El Profesor

Dem Sommerhit des Jahres 2018 verhalf die Netflix-Serie „Haus des Geldes“ zum Ruhm. Seinen Ursprung hat Bella Ciao“ allerdings im vergangenen Jahrhundert. Vor über 100 Jahren entstand das Lied in Italien, bevor es im Zweiten Weltkrieg zur Hymne der italienischen Partisanen avancierte. Durch die Serie erlebte es eine schlagartige Wiederbelebung, insbesondere im Remix des französischen DJs Hugel. In seiner langen Geschichte wurde das ehemalige Arbeiterlied immer wieder gegen den Faschismus eingesetzt, nicht nur gegen Hitler und Mussolini.

2017 – „Despacito“– Luis Fonsi feat. Daddy Yankee

Mit „Despacito“ gab es, das erste Mal seit 2002 und dem „Ketchup Song“ von Las Ketchup, wieder einen spanischsprachigen Gewinner. Der Song von Luis Fonsi und Daddy Yankee wurde im Januar 2017 über Universal Music Latin veröffentlicht und wurde zum größten Hit des Jahres, nicht nur in Deutschland. Entstanden ist der Song bereits 2015 unter der Mithilfe von Fonsis Freundin Erika Ender.

Mittlerweile ist das Video zu „Despacito“ das am häufigsten aufgerufene auf YouTube. Über 6 Milliarden Klicks haben sich seit der Veröffentlichung angesammelt. Immer wieder wurde Kritik aus feministischen Kreisen laut, dass der Text des Liedes sexistisch sei, Machismus beinhalte und eine Unterwerfung der Frau thematisiere.

2016 – „Don’t Be So Shy“(Filatov & Karas Remix) – Imanov

Die französische Sängerin Imany zog im Sommer 2016 die Aufmerksamkeit auf sich. In dem Song „Don’t Be So Shy“ singt sie über – Überraschung – Schüchternheit, genauer gesagt beim Sex. Die ursprüngliche Version des Liedes war eine ruhige Akustik-Interpretation, bevor die beiden russischen Produzenten Filatov und Karas einen House-Remix daraus machten und Imany bzw. ihre Musik ins Rampenlicht stellten.

2015 – „Ain’t Nobody (Loves Me Better)“ – Felix Jaehn feat. Jasmin Thompson

Jochen Overbeck, Autor bei den Kollegen vom Musikexpress, schrieb 2015 seine Gedanken zu „Ain’t Nobody (Loves Me Better)“ nieder, dem offiziellen Sommerhit des Jahres:

„Das musikalische Wirkprinzip von Felix Jaehn lautet: Er macht elektronische Musik für Leute, die sich nicht für elektronische Musik interessieren. Das wollen wir hier jetzt gar nicht weiter vertiefen, denn interessant an seiner zweiten Nummer eins ist etwas anderes, etwas Größeres, nämlich die Selbstverständlichkeit, mit der sich manche Songs halten. „Ain’t Nobody“, im Original 1983 von Rufus, der Funk-Band um die stimmgewaltige Chaka Khan, ist unzählige Male gecovert worden.

Die Qualität der Stücke schwankt ebenso wie ihre Geschwindigkeit. Interessant ist: Jaehn bedient sich an einer recht unbekannten Version des Songs: Jasmine Thompson, eine 14-Jährige aus London, lud ihre Interpretation auf YouTube hoch, ein Werbespot für die Supermarktkette Sainsbury’s machte den Track zum – nun ja, nicht Superhit, aber Platz 32 der britischen Charts war drin. Jetzt ist sie also in Deutschland Nummer eins. Mit einem Song, der doppelt so alt ist wie sie.“

2014 – „Prayer In C (Robin Schulz Remix)“ – Lilly Wood & The Prick & Robin Schulz

Das französische Folkpop-Duo Lilly Wood & The Pricks schrieb den Song „Prayer In C“ bereits einige Jahre vor der Adaption durch Robin Schulz 2014. Die Band-Mitglieder Benjamin Cotto und Nili Hadida platzierten die Original-Version auf ihrem Album „Invincible Friends“, das im Mai 2010 das Licht der Welt erblickte. Mehr als drei Jahre später remixte Robin Schulz den Song und lud ihn auf seinem SounCloud-Profil hoch. Sofort erregte er damit große Aufmerksamkeit, sodass eine offizielle Single-Veröffentlichung im Juni 2014 folgte – passgenau zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Der Erfolg verselbstständigte sich und „Prayer In C“ wurde zum offiziellen Sommerhit des Jahres 2014 in Deutschland.

2013 – „Wake Me Up“ – Avicii

Der größte Hit des inzwischen tragisch verstorbenen Schweden Avicii setzte nach seinem Erscheinen 2013 neue Maßstäbe. In der Liste der am häufigsten verkauften Singles seit 1975 in Deutschland liegt der Song auf Platz 12. 2014 überschritt er als erster Song die Marke von 200 Millionen Streams auf Spotify – ein mittlerweile mehrfach geknackter Rekord.

Im Juli 2013 kletterte das Lied auf den ersten Platz der deutschen Charts und hielt sich dort zehn Wochen ohne Konkurrenz. In zahlreichen weitern Ländern erreichte der Song ebenfalls die Spitzenposition. In den US-Dance-Charts übernahm das Lied am 21. September 2013 die Spitzenposition und hielt sich für 26 Wochen auf dem Thron. Das bis dahin erfolgreichste Lied („Get Lucky“ von Daft Punk) übertraf es damit um das Doppelte.

2012 – „I Follow Rivers“ – Lykke Li

Fußball und Musik sind eine starke Verbindung. Nicht zuletzt The White Stripes können ein Lied davon singen. Im wahrsten Sinne des Wortes. 2012 wurde „I Follow Rivers“ von Lykke Li für die Fernsehübertragung des Finales der UEFA Champions League lizensiert und damit einem Millionenpublikum präsentiert. 5-fach Gold, die Nummer eins der deutschen Single-Charts und eine Menge Aufmerksamkeit waren die Konsequenz.

2011 – „Mr. Saxobeat“ – Alexandra Stan

Mit „Mr. Saxobeat“ stand 2011 erstmals ein Song aus Rumänien an der Spitze der deutschen Single-Charts. In der Heimat der Sängerin Alexandra Stan belegte das Lied für acht Wochen ununterbrochen den ersten Platz. Auch in zahlreichen weiteren Ländern in Europa feierte die Single großen Erfolg.

2013 wandte sich Alexandra Stan an die Öffentlichkeit, um über die Missstände in der rumänischen Show-Branche zu informieren. Im Fernsehen zeigte sie sich mit geschwollenem Gesicht und berichtete von Prügeln ihres Managers. Laut ihrer Aussage habe er sie „wie eine Sklavin“ behandelt.

Die offiziellen Sommerhits der Jahre 2010 bis 1990

  • 2010 – „We No Speak Americano“ – Yolanda Be Cool & Dcup
  • 2009 – „Jungle Drum“ – Emiliana Torrini
  • 2008 – „I Kissed A Girl“ – Katy Perry
  • 2007 – „Hamma!“ – Culcha Candela
  • 2006 – „Crazy“ – Gnarls Barkley
  • 2005 – „Maria“ – US5
  • 2004 – „Dragostea din teï“ – O-Zone
  • 2003 – „Ab In Den Süden“ – Buddy vs. DJ The Wave
  • 2002 – „The Ketchup Song“ – Las Ketchup
  • 2001 – „Miss California“ – Dante Thomas feat. Pras
  • 2000 – „Around The World (La La La La La)“ – ATC
  • 1999 – „Mambo No. 5“ – Lou Bega
  • 1998 – „Bailando“ – Loona
  • 1997 – „Samba De Janeiro“ – Bellini
  • 1996 – „Macarena“ – Los Del Rio
  • 1995 – „Scatman’s World“ – Scatman John
  • 1994 – „United“ – Prince Ital Joe feat. Marky Mark
  • 1993 – „Mr. Vain“ – Culture Beat
  • 1992 – „It’s My Life“ – Dr. Albarn
  • 1991 – „Bacardi Feeling (Summer Dreamin‘)“ – Kate Yanai
  • 1990 – „U Can’t Touch This“ – MC Hammer

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