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Todestag

Mark E. Smith: Poet der spuckenden Wortkaskaden

Es ist schnell gesagt und oft den Toten nachgesagt: Da war einer einzigartig. Mark Edward Smith war es. Und er hätte darüber höhnisch gemeckert und sich ein bisschen geschmeichelt gefühlt. Es ist nämlich nicht so, dass Mark E. Smith, „Sänger der Post-Punk-Band The Fall“, wie es überall heißt, seine Einzigartigkeit nicht bemerkt hätte.

Denn Mark E. Smith war kein „Sänger“. Er war ein Beschwerdeführer, ein Poet der spuckenden Wortkaskaden, ein Nuschler und Grantler. Und The Fall waren keine „Post-Punk-Band“, sie waren Mark E. Smiths Rhythmusmaschine.

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Die steht jetzt still. Und ihr tyrannischer Chef, der große nordenglische Gossendichter und Drei-Akkorde-König, ist tot. Lange schon sei er krank gewesen, seinen letzten Konzertauftritt bestritt er im Rollstuhl, am Ende versagten wohl die Atemwege.

Mark E. Smith im ICA, London 1979

Meinen Nachruf auf Mark E. Smith habe ich bereits vor vier Jahren geschrieben. Ich wusste es damals natürlich nicht. Die Aufgabe war, anlässlich des 20-jährigen Geburtstages des deutschen ROLLING STONE einen persönlichen Helden auszuwählen und ein paar Zeilen über ihn zu schreiben. Mein Held war Mark E. Smith, und wenn ich den Text heute lese, dann liest er sich wie ein Nachruf. Ich muss nur wenige Wörter ändern. Aus „er wird“ ein „er hat“ machen, zum Beispiel. Oder aus 30 34 Jahre.

Es ist fast 30 Jahre her, dass mich ein Bekannter in Frankfurt mit hinter die Bühne nahm, um Mark E. Smith zu treffen. Ich machte damals ein eigenes Fanzine, hatte einen Kassettenrekorder unter dem Arm und hoffte darauf, dass mir der dünne, grantelige Mann ein Interview geben würde. Er tat mehr als das. Er bot mir einen Orangensaft an. Er ließ keine der damals aktuellen Bands gelten außer Felt.

David Corio Redferns


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