Bob Dylan suchte immer nach Songs, die „bigger than life“ sind


von

„Man will Songs schreiben, die bigger than life sind“, schrieb Bob Dylan in seinen Chronicles. „Man möchte über ungewöhnliche Erfahrungen schreiben, die man erlebt hat, über ungewöhnliche Dinge, die man gesehen hat.“

Dylan machte dabei keinen Unterschied zwischen Gegenwart und der historisch verbürgten Vergangenheit. Ein Buch über den amerikanischen Bürgerkrieg konnte ihm dabei helfen, die Sixties zu verstehen – was es ihm wiederum möglich machte, alte Folk-Balladen auszugraben und so weit zu elektrifizierten, dass sie ein Schlaglicht auf die Gegenwart warfen.

Frühe Songs wie „Blowin‘ In The Wind“ lieferten zunächst nur Hits für andere Interpreten (wie Peter, Paul & Mary oder Stevie Wonder), trieben aber bereits die Konkurrenz von den Beatles bis Johnny Cash dazu an, ihre eigenen Ambitionen zu intensivieren.

Unermüdliche Kreativität

Doch dann rollte auch Dylan selbst die Charts auf und lieferte prophetische Musik, wie sie die Popmusik noch nie gehört hatte: „Subterranean Homesick Blues“, „Like A Rolling Stone“, „Positively Fourth Street“, „Rainy Day Woman #12 & 35“.

Er mochte seine Personas wechseln wie andere Leute das Hemd, doch Songs wie „Tangled Up In Blue“, „Knockin‘ On Heaven’s Door“ oder „Forever Young“ sollten auf die jeweiligen Generationen immer einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Auch im Alter scheinen seiner Kreativität keine Grenzen gesetzt: „Love And Theft“ von 2000 führte ihn zurück zum rüden Sound seiner elektrischen Jugend und markierte eine Renaissance, die noch immer nicht abgeschlossen ist. „Ein Song ist wie ein Traum, den man wahrwerden lassen möchte“, schrieb er. „Träume sind so was wie fremde Länder, die man erst für sich entdecken muss.“

Was wir denn auch immer wieder gerne tun.

Alice Ochs Getty Images