Gene Simmons über Kiss-Aus: „Ich werde weinen wie ein Baby“


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Mit der letzten Show der „End of the Road“-Tour soll das Live-Ende für Kiss bevorstehen. Obwohl das letzte Konzert erst im Jahr 2023 gespielt wird, äußerte sich Kiss-Bassist Gene Simmons bereits jetzt reichlich emotional. Beim letzten Stopp der bereits über Jahre andauernden Tournee würden Tränen fließen, kündigt Simmons an.

„Wir spielen besser als je zuvor“

Eigentlich würde 72-Jährige gar nicht so viel über das Ende nachdenken, berichtet er. Das läge unter anderem daran, dass die Hard-Rock-Band aktuell „wirklich die beste Zeit“ ihres Lebens hätte. „Wir spielen besser als je zuvor“, findet Simmons. Trotzdem erklärt er: „Ich weiß, dass es irgendwann den letzten Song geben wird, den Kiss jemals auf der Bühne spielen werden, und ich weiß, dass ich wie ein Baby weinen werde und nicht in der Lage sein werde, die Emotionen zurückzuhalten, da es eine unglaubliche Reise gewesen ist.“

Gene Simmons bereut nichts

Nicht nur auf das Band-Leben blickt der Bassist, der kürzlich mit Gibson einen eigenen Bass lancierte, im Interview mit „Classic Rock“ zurück, sondern auch auf sein Privatleben. Er sei besonders traurig über das Ableben zweier wichtiger Personen in seinem Leben: seiner Mutter Flora und seinem ehemaligen Manager Bill Aucoin. Außerdem äußert er sich bezüglich seiner Reality-Show „Gene Simmons Family Jewels“, die sein Dasein als Familienvater beleuchtet. Er bereue die Serie nicht und sei froh darüber, 2011 seine Frau Shannon Tweed geheiratet zu haben.

Über die Entscheidung zu heiraten sagt der Musiker: „Wir waren 29 Jahre lang zusammen, und all die Jahre war ich ein Arschloch“. Er hätte nie Drogen genommen und wäre nie betrunken gewesen, hätte sich aber trotzdem „schlimme Sachen“ geleistet. Im Alter von 62 Jahren wäre ihm die Erkenntnis gekommen, am Sterbebett nicht „von Stripperinnen umgeben“ sein zu wollen, sondern von „Menschen, die mich lieben“. Die Hochzeit sei die beste Entscheidung, die er je getroffen hätte.

Es wird kein Abschiedsalbum von Kiss geben

Auch bezüglich eines Kiss-Abschiedsalbums äußert sich Simmons. Die Band wolle, obwohl sie weiterhin Spaß am kreativen Prozess habe, keines mehr veröffentlichen. „Sich den Arsch aufzureißen, damit jemand deine Musik kostenlos herunterladen oder streamen kann, ist nicht meine Vorstellung davon, wie die Dinge sein sollten“, argumentiert er. „Wenn man der Musik keinen Wert beimisst, hat sie auch keinen Wert. Also bleibt für Kiss nur das, was jetzt passiert: die ‚End of the Road‘-Tour.“

Im Sommer wird es auch einige letzte Kiss-Konzerte in Deutschland geben, so beispielsweise in Dortmund und Hamburg. Zuletzt hatte die Band durch mehrfache Corona-Infektionen Schlagzeilen gemacht, Gene Simmons solidarisierte sich aber auch auf Twitter mit der Ukraine und positionierte sich mit einem persönlichen Statement gegen Putin. Auf Twitter äußerte er jüngst auch starke Kritik am neuen Batman-Film.