Kate Winslet war eigentlich nur zweite Wahl für „Titanic“


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Die Geschichte rund um „Titanic“ ist natürlich ein Kino-Mythos für sich: Der Aufstieg zweier Weltstars, eine völlig aus dem Ruder gelaufene Produktion (das Studio plante bereits mit einem teuren Mega-Flop), „Ich bin der König der Welt“ und 11 Oscars.

James Cameron plante allerdings alles durchaus etwas anders, als man es sich heute vorstellen kann. In einem Interview mit „GQ“ prahlte er nicht nur, wie viel Geld er schlussendlich mit der Katastrophenfilmromanze verdiente, sondern erzählte auch, dass Kate Winslet alles andere als erste Wahl für die Rolle der Rose war.

„Ich habe Kate [Winslet] zuerst überhaupt nicht in der Rolle der Rose sehen können“ so der Regisseur, dessen neuster Film, „Avatar 2“, in wenigen Tagen in den Kinos anläuft. „Ich dachte da eher an Gwyneth Paltrow.“ Die Ex-Frau des Coldplay-Sängers Chris Martin, die ein Jahr nach „Titanic“ den Oscar für ihre schauspielerische Leistung in „Shakespeare In Love“ gewann und auf der Bühne mehr weinte als die meisten Zuschauer beim Ende von „Titanic“, verriet bereits 2015 in einem Gespräch mit Radiomoderator Howard Stern, dass sie als eine der letzten für die Hauptrolle in „Titanic“ im Gespräch war. Sie bestritt das Gerücht, die Rolle abgelehnt zu haben.

Leonardo DiCaprio hatte erst keine große Lust auf „Titanic“

Mit Leonardo DiCaprio war die Sache auch alles andere als einfach. Wie Cameron nun in dem Interview bestätigte, hatte der damals noch sehr junge Schauspieler nicht einmal das Drehbuch zum Film gelesen, als er zu einer Szenenprobe mit Kate Winslet geladen wurde. Als ihm DiCaprio dies anvertraute, gab ihm der Regisseur nur die Hand und sagte ihm „Auf Wiedersehen“. Darauf erwiderte der Schauspieler: „Wie, ich muss das wirklich lesen, um die Rolle zu bekommen?“. Cameron hielt ihm dann eine kleine Standpauke: „Oh ja! Das hier ist eine riesige Produktion, sie verschlingt zwei Jahre meines Lebens und du kannst ja fünf andere Rollen annehmen, während ich mit der Postproduktion beschäftigt bin. Ich werde jetzt verdammt noch mal nicht die falsche Casting-Entscheidung treffen. Also setzt du dich jetzt auf den Hosenboden, liest es und bekommst die Rolle.“

Der Rest ist natürlich Geschichte: DiCaprio tat wenigstens so, als würde er das Drehbuch lesen und legte eine von Kritikern und Publikum bewunderte Darbietung als Überlebenskünstler Jack Dawson hin. Mehr noch als sein Talent, das DiCaprio innerhalb kürzester Zeit in Hollywood vergoldete, überraschte Cameron allerdings, dass der Mime bei der ersten Probe sehr schlecht gelaunt war, im Grunde eine „Pissfresse“ zog, nur um direkt nach dem Aufruf zur „Action!“ zu strahlen begann. Laut dem Regisseur war dies auch ein Verdienst von Winslet, die ihn begeisterte und aus DiCaprio am Set wohl auch einen anderen Menschen machte.