Madonna verteidigt Billie Eilishs neuen Look: „Wäre sie ein Mann, würde niemand darüber schreiben“


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Billie Eilish ist aktuell in aller Munde: Zusätzlich zum Release ihres zweiten hochgelobten Albums „Happier Than Ever“ erschien der 19-jährige Popstar auf dem Cover der „Vogue“, veröffentlichte einen Bildband und nahm den Disney+ Konzertfilm „Happier Than Ever: Ein Liebesbrief an Los Angeles“ auf. Diesen Monat ist die mittlerweile erblondete Sängerin außerdem der Cover-Star der Zeitschrift „Elle“. In der Titelstory spricht sie unter anderem auch über ihren neuen Look, der ihr viel Kritik eingebracht hat – und bekommt dabei Unterstützung von Popstar Madonna, die Eilish für ihre Entscheidung in Schutz nimmt.

„Das Problem ist, dass wir immer noch in einer sehr sexistischen Welt leben, in der Frauen in Kategorien eingeteilt werden“

Im Mai 2021 zeigte sich die 19-Jährige überraschend mit blonden Haaren und einem körperbetonten Look auf dem Cover der „Vogue“ – eine Veränderung, die ihr viel Begeisterung, aber auch viel Hass einbrachte. Die Kritik beschränkte sich vor allem darauf, dass sie sich von ihrem Oversized-Baggy-Look verabschiedet und dafür mehr ihre weiblichen Kurven betont hatte. Madonna sagt dazu in der „Elle“: „Das Problem ist, dass wir immer noch in einer sehr sexistischen Welt leben, in der Frauen in Kategorien eingeteilt werden. Du bist entweder in der Kategorie Jungfrau oder in der Kategorie Hure.“ Die 63-jährige Sängerin fügt hinzu: „Billie hat in einer nicht-sexualisierten Kategorie angefangen, sie hat sich nicht an die Massen angepasst und ihre Sexualität nicht in irgendeiner Weise benutzt, was ihre Entscheidung ist und Gott segne sie dafür – schließlich war sie die ganze Zeit ein Teenager.“

„Ich habe 100.000 Follower verloren, nur wegen der Brüste“

Dass nur Frauen in diese Kategorien eingeordnet werden würden, weise auf die unglaubliche Doppelmoral hin, der Frauen noch immer unterlegen, fährt Madonna fort. „Frauen sollten in der Lage sein, sich so darzustellen, wie sie wollen. Wenn Billie ein Mann wäre, würde niemand darüber schreiben. Ein Mann kann in den ersten drei Jahren seiner Karriere in Anzug und Krawatte auftreten, und im nächsten Monat könnte er wie Prince oder Mick Jagger gekleidet sein, ohne Hemd und mit Eyeliner, und niemand würde ein Wort darüber verlieren.“ Auch Billie Eilish selbst spricht in der Titelstory der „Elle“ über ihre Erfahrungen mit Sexismus. So erzählt sie, dass sie 100.000 Follower verloren habe, nachdem sie ein freizügigeres Foto von sich im Korsett gepostet hat: „Die Leute halten an diesen Erinnerungen fest und klammern sich daran. Aber es ist sehr entmenschlichend“, sagt die siebenfache Grammy-Gewinnerin. „Ich habe 100.000 Follower verloren, nur wegen der Brüste. Die Leute haben Angst vor großen Brüsten.“

+++Dieser Artikel erschien zunächst auf musikexpress.de+++