ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE
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Pures Talent: So klingen die Stimmen großer Sänger ohne Instrumente

Elvis Presley

Für die Liste der besten Sänger aller Zeiten schrieb Robert Plant für ROLLING STONE: „Es gibt einen Unterschied zwischen denen, die nur singen, und denen, die mit ihrer Stimme an einen anderen, jenseitigen Ort gehen, die in sich eine Euphorie erzeugen. Man verwandelt sich. Ich habe das selbst erlebt. Und ich weiß, dass Elvis das auch konnte. Mein erster Elvis-Song war ‚Hound Dog‘. Ich wusste damals noch nichts von Big Mama Thornton oder wo der ganze Swing herkam. Ich hörte nur diese Stimme, die ihren absolut eigenen Platz hatte. Die Stimme war souverän, verführerisch, gnadenlos. Sie glitt auf und ab, stürzte sich auf Noten wie ein Raubvogel auf die Beute.“

John Lennon

Jackson Browne über John Lennon: „In allem, was John Lennon machte, lag eine ungeheure Intimität, die sich mit einem beeindruckenden Intellekt paarte. Das machte ihn zu einem so großartigen Sänger. John war sich seiner Gefühle sicher, und das konnte man in seinen Songs hören. Bei John Lennon und den Beatles wird oft übersehen, dass es für Angehörige der Liverpooler Arbeiterklasse ungewöhnlich war, in eine höhere Gesellschaftsschicht katapultiert zu werden und ihre Wurzeln, ihre Sprache und Stimme nicht zu verstecken. Es war mutig von ihnen, sich nicht zu ändern. Mit jedem Wort, das Lennon sang, sagte er, wer er war und woher er stammte. Er sang nicht sehr laut.“

Aretha Franklin

Mary J. Blige schrieb über Aretha Franklin: „Man weiß, wenn etwas vom Himmel gesandt ist. Man weiß, wenn Gott seine Hand im Spiel hatte. Und Aretha ist ein Geschenk Gottes. Wenn es darum geht, sich mit jeder Faser in einen Song einzubringen, kann ihr niemand das Wasser reichen. Sie ist der Grund, warum Frauen singen wollen. Aretha hat alles – die Kraft, die Technik. Sie ist ehrlich in allem, was sie sagt. Alles was sie denkt oder tut, ist in ihrer Musik zu finden, von ‚Chain Of Fools‘ bis ‚Respect‘ und ihren Live-Auftritten. Und sie zweifelt keine Sekunde an sich.“

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Freddie Mercury

Brian May erzählte einst, dass sein Queen-Kollege kaum mehr laufen konnte, als die Band 1990 „The Show Must Go On“ aufnahm: „Ich sagte, ‚Fred, ich weiß nicht, ob du das singen kannst’. Er erwiderte, ‚Ich krieg das schon hin, Schätzchen’, kippte einen Wodka, ging rein und erledigte die Sache. Er zerfleischte den Song förmlich.“

Janis Joplin

„Sie tanzte herum wie eine Besessene und schrie sich die Seele aus dem Leib. Ich hatte so etwas noch nie gesehen“, beschreibt Songwriterin Melissa Etheridge den Auf-tritt von Janis Joplin 1969 in der „Ed Sullivan Show“. Damals schmirgelte Joplins Sandpapier-Stimme über den psychedelischen Blues ihrer damaligen Band Big Brother and the Holding Company.

Marvin Gaye

Alicia Keys über Marvin Gaye: „Niemand sonst klingt wie Marvin Gaye. Er sang so sanft, fast zärtlich, und doch mit so viel Kraft. Das kam bei ihm direkt aus dem Herzen. Alles in seinem Leben, alles, was er dachte und fühlte, beeinflusste seinen Gesang. Meine erste richtige Begegnung mit Marvin Gaye war das Album ‚What’s Going On‘, in das ich mich sofort verliebte.“

Michael Jackson

So erinnerte sich Patrick Stump von Fall Out Boy an Michael Jackson: „Michael ist die perfekte Mischung aus Talent und Training. Schon als Kind konnte er singen wie ein Großer: ‚I Want You Back‘ kriegte er auf Anhieb hin, im ganzen Song gibt es vielleicht eine missratene Note, was unglaublich ist, wenn man bedenkt, dass er damals erst elf Jahre alt war. Ein wichtiges Stilmittel bei ihm ist, dass er seine Stimme wie ein Instrument benutzt. Diese typischen Grunzer und Kiekser sind rhythmische Phrasierungen wie man sie von Gitarristen oder Schlagzeugern kennt. Er ist einer der rhythmischsten Sänger, die ich kenne.“

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Die besten Sänger aller Zeiten: Elvis Presley – Essay von Robert Plant

Die besten Sänger aller Zeiten: Elvis Presley von Robert Plant Es gibt einen Unterschied zwischen denen, die nur singen, und denen, die mit ihrer Stimme an einen anderen, jenseitigen Ort gehen, die in sich eine Euphorie erzeugen. Man verwandelt sich. Ich habe das selbst erlebt. Und ich weiß, dass Elvis das auch konnte. Mein erster Elvis-Song war „Hound Dog“. Ich wusste damals noch nichts von Big Mama Thornton oder wo der ganze Swing herkam. Ich hörte nur diese Stimme, die ihren absolut eigenen Platz hatte. Die Stimme war souverän, verführerisch, gnadenlos. Sie glitt auf und ab, stürzte sich auf Noten…
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