Highlight: 10 Dinge, die Sie über Rammstein garantiert noch nicht wussten

Rammstein: Flake schimpft über Wiedervereinigung Deutschlands

Christian „Flake“ Lorenz, der Keyboarder von Rammstein, hat sich in einem Interview massiv verärgert über die Bedingungen der Wiedervereinigung in Deutschland gezeigt. Der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ sagte er, dass nach dem Fall der Mauer sehr viel schiefgegangen sei. Mit Folgen, die noch heute zu spüren seien.

„Wir wurden als unnützes Land angegliedert, ganze Biografien für wertlos erklärt, Firmen geschlossen, damit sich die Westfirmen breitmachen konnten“, sagte der 53-Jährige – auch mit Blick auf seine eigene Vergangenheit in der DDR. „Wir sind so sehr zurückgesetzt worden, dass sich ein Groll und eine Enttäuschung aufgebaut haben, die bis jetzt anhalten. Im Großen und Ganzen war die Wiedervereinigung in dieser Form eine Sauerei.“

Für den „Tastenficker“ war die Wiedervereinigung dennoch eine aufregende Zeit. „Die Wende habe ich als damaliger Punk miterlebt“, so Flake. „Das verknöcherte alte Betonkopfgerüst des DDR-Politbüros war ja auch unser Feind. Wir wollten dieses idiotische Regime nicht mehr und haben dafür gekämpft, dass es aufgelockert wird. Als die Mauer fiel, wussten wir mit unserer plötzlich erlangten Freiheit zunächst überhaupt nichts anzufangen. Dann begann aber eine irre spannende Zeit, in der wir versucht haben, uns beruflich, politisch und musikalisch in jeder Richtung zu verwirklichen.“

„Innerhalb der DDR hätten wir eine Band wie Rammstein nicht gegründet“

Das gelang 1994 mit der Gründung von Rammstein, der inzwischen vermutlich bekanntesten deutschen Band, deren Sozialisation im Osten der Republik kaum eine Rolle für ihre Identität zu spielen scheint.

Dennoch macht sich Flake auch Gedanken um die Zukunft des Landes: „Viele Menschen sind enttäuscht, weil sich bestimmte Versprechungen nicht erfüllt haben. Das politisch Linke hatten sie aber schon in ihrem Leben, jetzt probieren sie es mit rechts. Ich persönlich kann nicht nachvollziehen, wie man AfD wählen kann. Aber die, die es tun, machen es zum Großteil aus Protest gegen die etablierten Parteien. Dass die AfD die Erwartungen auch nicht erfüllen kann, ist klar. Wenn die AfD regieren würde, würden viele Leute sehr schnell merken, dass es nicht besser, sondern schlimmer wird.“



Im Video zu „Ach so gern“ bekommt Till Lindemann auf die Fresse

Natürlich behandelt auch „F & M“, die zweite Solo-LP von Till Lindemann, eines der liebsten Themen des Sängers und ironischen Schockkünstlers: destruktive Liebe. Neben der gehässigen Feier der Gegensätze in „Mann & Frau“ sticht da vor allem „Ach so gern“ heraus. „Man sagt mir nach, ich wäre schamlos/So herz- und lieblos und frivol/Man meint, ich hätte sie gezwungen/Nein, die Wahrheit liegt dazwischen wohl“, heißt es darin. Und während fast etwas unschuldig Oralsex besungen wird, deutet der Erzähler an, dass er viele Frauen mindestens unglücklich gemacht, wenn nicht sogar auf andere Weise zerstört hat. Das Video zu „Ach so gern“ zeigt…
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