So politisch wird Lady Gagas Auftritt beim Super Bowl 2017


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Von Lady Gaga könnten sich viele Prominente eine Scheibe abschneiden: Nur wenige Stars nutzen ihre große Reichweite und den Einfluss auf ihre Fans so stark wie sie, um politische und gesellschaftliche Statements zu verbreiten. Seit sie bei den MTV Video Music Awards 2010 ein Kleid aus rohem Rindfleisch trug, ist viel passiert – heute engagiert sich die Sängerin gegen sexuellen Missbrauch und für die Rechte von gleichgeschlechtlichen Paaren.

Es liegt also nahe, dass Stefani Germanotta, wie Lady Gaga mit bürgerlichem Namen heißt, ihren Auftritt während der Halbzeitshow des Super Bowl am kommenden Sonntag (05. Februar) ebenfalls dazu nutzen wird, den Zuschauern eine politische Botschaft mit auf den Weg zu geben – ganz zur Sorge der „National Football League“, für die lediglich Sport und Entertainment im Fokus der Veranstaltung liegen sollten.

Wird sie oder wird sie nicht?

Dabei liefert die Sängerin der NFL eigentlich keinen Grund, ihr nicht zu vertrauen: Bereits beim letzten Super Bowl sang sie die Nationalhymne, trat auch während des US-Wahlkampfs für Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton auf. Trotzdem ist die einzige wichtige Frage, die Organisatoren und Fans momentan durch den Kopf spukt: „Wird sie oder wird sie nicht auf die aktuelle politische Situation eingehen?“

In einem Twitter-Post beantwortete nun Gaga selbst diese wichtige Frage, indem sie schrieb: „Die einzigen Statements, die ich während der Halbzeit-Show abgeben werde, sind die gleichen, die ich meine ganze Karriere hindurch abgegeben habe. Ich hege eine Leidenschaft für Inklusion. Ich glaube an den Geist der Gleichberechtigung, und dass der Geist dieses Landes einer ist, der von Liebe, Mitgefühl und Güte geprägt ist. Mein Auftritt wird diese Einstellung selbstverständlich widerspiegeln. Mehr als alles andere möchte ich einen Moment erschaffen, den jeder, der ihn sich ansieht, niemals vergessen wird.“

Wenn es zu heikel wird, zieht die NFL den Stecker

Wie es von Lady Gaga zu erwarten ist, wird sie also einmal mehr ihre Kunst und ihre Performance mit einer politischen Botschaft verknüpfen und dabei wahrscheinlich auch auf die aktuellsten Ereignisse in Bezug auf die Politik des neuen US-Präsidenten eingehen. Trotzdem: Allzu heikel dürfte es nicht werden, denn für den Fall, dass es der NFL zu heiß wird, würde sie einfach blitzschnell den Stecker ziehen.

Seit dem inzwischen legendären Nipplegate in der Halbzeit-Show des 38. Super Bowl (2004), als Janet Jackson für einen Sekundenbruchteil eine Brustwarze aus dem Dekolletee rutschte, werden Live-Übertragungen in den USA mit mehreren Sekunden Verzögerung übertragen.

Zudem wird Gaga ohnehin nicht allzu sehr aufdrehen – schließlich steht ihr Duettpartner, Jazzlegende Tony Bennett, ebenfalls mit ihr auf der Bühne.