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The 27 Club: Von Robert Johnson zu Amy Winehouse

Schon Arne Willander wies in seinem Nachruf auf Amy Winehouse darauf hin: „Sie starb nun mit 27 Jahren, der magischen schwarzen Zahl der Popmusik: Hendrix, Joplin, Morrison und Cobain wurden ebenso alt.“ Wenig später oder früher sprangen auch die übrigen Medien von seriös bis Gossenblatt an, den ominösen „27 Club“ zu thematisieren. Aber wir dürfen uns da nicht beschweren: Schon unsere Gastautorin Alexa Hennig von Lange erinnerte in ihrem sehr persönlichen Beitrag zu Jim Morrisons Todestag „Jim und ich“ an den „Klub 27“, wie er im Deutschen genannt wird.

Es bleibt die Frage, ob man um diese Zahl wirklich einen solchen Wirbel machen sollte. Natürlich ist es erstaunlich, dass große Künstler wie die stets genannten Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Cobain nicht älter als 27 wurden. Aber gibt es so etwas wie höhere Schicksalsmathematik? Oder errechnet sich die 27 eher in einem Zusammenspiel aus Karrierestart, erster Drogenerfahrung, Anzahl fanatischer Fans und Stalker, durchschnittlicher Konsummenge und Anzahl der psychologischen Störungen? Diese Fragen hier zu klären, wäre kaum möglich.

Wir möchten stattdessen mal etwas genauer in den „27 Club“ schauen und nicht nur die offensichtlichen Künstler erklingen lassen. Da trifft man zum Beispiel auf den Blues-Musiker Robert Johnson, der 1938 mit 27 in Folge einer Syphilis-Erkrankung  verstarb und ähnlich wie Winehouse schon in jungen Jahren klang, als hätte er ein halbes Jahrhundert die Welt bereist und in sämtliche Abgründe geblickt. Und man trifft auf Mia Zapata, die giftige wie kraftvolle Stimme von The Gits, die mit bluesgetränktem Punk und ihren selbstzerfleischenden Texten Anfang der 90er von Seattle ausgehend so manches spätes Riot Grrrl inspiriert haben dürfte. Zapata verstarb auf tragische Weise: Sie wurde nachts auf dem Heimweg von einem Club in Seattle vergewaltigt und ermordet.

Hier nun eine nicht vollständige Auflistung der Künstler und Künstlerinnen samt Todestag und -Ursache, die im Alter von 27 Jahren ihr Leben ließen:

Robert Johnson, 16. August 1938 (Syphilis)

Jesse Belvin, 06. Februar 1960 (Verkehrsunfall)

Rudy Lewis von The Drifters, 20. Mai 1964 (ungeklärt, evtl. Drogen-Überdosis)

Brian Jones, Gründungsmitglied und Gitarrist der Rolling Stones, 03. Juli 1969 (im Swimmingpool ertrunken)

Alexandra, 31. Juli 1969 (Verkehrsunfall)

Alan Wilson, Gitarrist und Gründungsmitglied von Canned Heat, 03. September 1970 (Drogen-Überdosis)

Jimi Hendrix, 18. September 1970 (Erstickung nach einer Überdosis Alkohol und Schlaftabletten)

Janis Joplin, 04. Oktober 1970 (Überdosis Heroin, Alkohol)

Jim Morrison von The Doors, 03. Juli 1971 (Herzversagen, genaue Todesumstände wurden nicht aufgeklärt)

Ron McKernan alias „Pigpen“, Gründungsmitglied von Grateful Dead, 08. März 1973 (innere Blutungen im Magen & Darm-Bereich)

Dave Alexander, Bassist der Stooges, 10. Februar 1975 (Lungenödem infolge Alkoholmissbrauchs)

Gary Thain, Bassist von Uriah Heep, 08. Dezember 1975 (Drogenüberdosis)

Helmut Köllen, Bassist und Sänger der deutschen Prog-Rock-Band Triumvirat in ihrer erfolgreichsten Phase, 03. Mai 1977 (Kohlenstoffmonoxidintoxikation durch laufenden Automotor. Ein Unfall: Köllen hörte Studiotapes auf dem Kassettenplayer des Autos.)

Chris Bell, Sänger, Gitarrist und Songschreiber von Big Start, 27. Dezember 1978 (Verkehrsunfall)

D. Boon, Leadsänger und Gitarrist der Minutemen, 22. Dezember 1985 (Verkehrsunfall)

Pete de Freitas, Schlagzeuger von Echo & The Bunnymen, 14. Juni 1989 (Verkehrsunfall)

Mia Zapata, Leadsängerin von The Gits (Zapats wurde in Seattle zunächst vergewaltigt und anschließend erwürgt)

Kristen Pfaff, Bassistin von Hole, 16. Juni 1994 (Drogen-Überdosis)

Kurt Cobain von Nirvana, 05. April 1994 (Suizid)

Jeremy Ward, Soundtechniker und gelegentlich Gitarrist für The Mars Volta (25. Mai 2003)

Amy Winehouse, 23. Juli 2011 (noch unbekannte Todesursache)

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