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Young Fathers: Israelkritische Band von NRW-Festival ausgeladen


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Weiteres Kapitel in der nicht ganz unkomplizierten Auseinandersetzung mit der BDS-Bewegung! Die Veranstalter der Ruhrtriennale haben die schottische Hip-Hop-Band Young Fathers offiziell ausgeladen. Eigentlich waren die Musiker, die mit ihren intelligenten, politischen Texten für Aufsehen sorgen , fest eingeplant. Doch die Young Fathers rufen auch zum Boykott von Israel auf.

Gemeinsam hat sich die Band wie einige andere Musiker auch (darunter Roger Waters) der BDS-Initiative (BDS steht für Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) angeschlossen. Ziel der Aktion ist es, dass Israel aufgrund seiner aggressiven Politik gegen Palästinenser nicht nur von von Künstlern boykottiert werden soll. Die Bewegung ist in der Vergangenheit häufig aufgrund ihrer Radikalität in die Schlagzeilen geraten.

So wurden Radiohead wochenlang mit öffentlichen Aufrufen zum Streichen ihres Konzerts in Tel Aviv konfrontiert. Sänger Thom Yorke bezog dabei mehrmals Stellung, die britische Band absolvierte schließlich in Israel den geplanten Auftritt und demonstrierte ihre Meinungsfreiheit mit dem längsten Konzert, das sie seit elf Jahren gegeben haben.

Der BDS-Konflikt spitzte sich beim Berliner Pop-Kultur-Festival zu

Die Young Fathers sagten im vergangenen Jahr einen Auftritt auf dem Berliner Pop-Kultur-Festival ab, weil das Event von der israelischen Botschaft unterstützt wurde. Vor der Ruhrtriennale-Ausladung wurde die Band allerdings nun gefragt, ob sie sich von ihrer BDS-Mission distanzieren wolle. Das lehnten die Musiker ab.

NRW-Politiker unterstützen den Schritt der Ruhrtriennale-Leitung. So sagte die parteilose Kulturministerin des Bundeslandes, Isabel Pfeiffer-Poensgen, laut „Welt“: „Es war richtig, von den Young Fathers eine Distanzierung von der BDS-Kampagne zu fordern, und folgerichtig, den Auftritt abzusagen, nachdem diese nicht erfolgt ist.“

Vertreter der BDS-Bewegung nannten den Schritt der Ruhrtriennale, die Young Fathers auszuladen, derweil „Zensur“. Gemeinsam wolle man nun versuchen, das Festival zu boykottieren.


Musikempfehlungen von Hunter S. Thompson: Die wichtigsten Alben der Sechziger

„Ich nehme dir die Annahme übel, dass Musik nicht mein Ding ist – seit mehreren Jahren argumentiere ich, dass Musik die neue Literatur ist, dass Dylan die Sechzigerjahre-Antwort auf Hemingway ist und dass die primäre Stimme der Siebziger statt in Büchern auf Platten und Videokassetten festgehalten wird.“ Diese Zeilen schrieb Hunter S. Thompson Ende der Siebziger an den ROLLING STONE-Journalisten John Lombardi – sein Brief war Bestandteil des Buchs „Fear and Loathing in America: The Brutal Odyssey of an Outlaw Journalist 1968–1976“. Um seine Musikkenntnisse zu untermauern, legte der Gonzo-Journalist, der neben dem Schreiben literarischer Meilensteine auch mit subjektiven Politik-…
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