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Als R.E.M. plötzlich zu Superstars wurden: „Out Of Time“ wird 25

🔥Perfect Album Closer: 15 großartige Schluss-Songs auf Platten

Im Anschluss an die Veröffentlichung von „Green“ im Jahr 1988 gingen R.E.M., die seit ihrer Gründung im Jahr 1980 eigentlich pausenlos unterwegs waren, auf ihre bis dahin größte Tournee und spielten weltweit insgesamt 130 Konzerte (eindringlich festgehalten auf ihrem „Tourfilm“). Auf der Bühne bewies die Band aus Athens, dass sie ihren politischen und zugleich poetischen Liedern längst auch in großen Sporthallen genügend Seele verleihen konnten, um nicht von der inzwischen erkämpften Größenordnung geschluckt zu werden.

Doch diese Entwicklung, die viele als notwendigen Weg in Richtung einer konventionellen Rock-’n‘-roll-Band identifizierten, hatte ihren Preis: Michael Stipe, Peter Buck, Mike Mills und Bill Berry klagten deutlich über den Verschleiß, den diese körperliche Belastung mit sich brachte und beschlossen gemeinschaftlich, mit einer weiteren Platte nicht auf Tour zu gehen und stattdessen nur einige Akustik- und Radio-Sessions zu spielen.

R-E-M-Cover-Out-Of-Time-01Diese im Nachhinein weise Entscheidung prägte die Karriere von R.E.M. wie wohl keine andere (nimmt man Berrys Ausstieg als Schlagzeuger 1997 einmal aus) und öffnete die Tür für eine musikalische Entwicklung, die möglicherweise für jede andere Gruppe einen kommerziellen Rückschritt dargestellt hätte, für R.E.M. aber den Sprung in die erste Liga der Superstars bedeutete. „Out Of Time“, am 11. März 1991 veröffentlicht und zu großen Teilen im Sommer 1990 eingespielt, markierte die Hinwendung der Amerikaner zur melancholischen, von Mandoline und Streichern angetriebenen Popmusik. Auch wenn der Mythos um die besondere, nur der eigenen Kunstfertigkeit verpflichtete attitude ihrer Mitglieder den Schluss nahelegt, dass Stipe und Co. eigentlich nur zufällig eine von den Massen ins Herz geschlossene LP vorlegten, ist dieses Album im Rückblick gesehen ihr wohl kalkuliertestes.

R.E.M. nahmen sich Zeit für „Out Of Time“

R.E.M. agierten im Studio aus einer bis zu diesem Zeitpunkt ungekannten und auch danach nie mehr zurückeroberten Souveränität heraus, die es ihnen ermöglichte, aus dem Vollen zu schöpfen. Diese Überzeugungskraft lieferte ihnen der Erfolg von „Green“ (mit seinen starken Singles „Stand“ und „Orange Crush“). „Durch den Erfolg von „Green“ konnten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes leisten, uns nicht abzuhetzen und uns Zeit zu nehmen. Wenn etwas nicht geklappt hat, haben wir noch einmal von vorne angefangen“, sagte Drummer Bill Berry zu der Entstehung von „Out Of Time“ in einem Interview.

Warner


Perfect Album Closer: 15 großartige Schluss-Songs auf Platten

The Clash – “Train in Vain (Stand by Me)” vom Album „London Calling“ (1979) https://www.youtube.com/watch?v=q3Yl4ehzX-o Das letzte Lied von „London Calling“ ist schamloser Pop. The Clash bedienen sich bei sämtlichen populären (afro)amerikanischen Genres und behalten von jedem das Beste: vom Disco den Beat, vom Funk das Lead-Gitarren-Motiv, vom Soul den bettelnden Gesang, vom Blues die Mundharmonika und das Riff, vom Gospel die repetitive Coda. Sie vermischen diese Elemente zu einem für sie so seltenen Liebeslied und daraus wird – richtig! – schamloser Pop. Elliott Smith – “Say Yes” vom Album „Either/Or" (1997) https://www.youtube.com/watch?v=NcalJSO6jDY “Say Yes” beginnt als einfache Gitarrenballade. Wenn…
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