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Highlight: Cartoon-Klassiker „Krazy Kat“: Ziegelstein-Romantik

Neunte Kunst (15)

Exklusiver Comic: Josephine Baker – die Urgroßmutter des Twerk

Die Geschichte des Feminismus ist auch eine Geschichte der Heldinnenverehrung. Simone De Beauvoir. Frida Kahlo. Cindy Sherman. Yoko Ono. Miranda July. Die Liste ist lang, glücklicherweise. Doch für die Zeichnerin Pénélope Bagieu sind die wahren Verfechterinnen der Emanzipation jene Heldinnen des Alltags, die man zuweilen kaum kennt – oder die zwar bekannt sind, doch für ihren Kampf um die Freiheit des weiblichen Geschlechts bisher kaum geehrt worden sind.

Immer wieder erzählt die Französin von solchen starken Frauen – zuletzt in „California Dreamin’“, in der die Lebensgeschichte von Mama Cass, der Sängerin der Mamas And The Papas, auf eine wundervoll leichtfüßige Art rekapituliert wird, die den sonnendurchfluteten Songs der Band graphisch perfekt entspricht. Mit „Unerschrocken“ (Reprodukt, 24 Euro) geht Bagieu nun noch einen Schritt weiter, in dem sie sich nicht nur auf das Schicksal einer Heldin einlässt, sondern gleich 15 Biographien auf einmal einander gegenüberstellt.

Dabei sind Schriftstellerinnen und Künstlerinnen (wie die finnlandschwedische „Mumins“-Schöpferin Tove Jansson, die in einer offenen lesbischen Beziehung lebte, als Homosexualität noch ein Tabu war), eine Kaiserin (Wu Zetian), eine Dame mit Bart (Clémentine Delait) und sogar eine Meerjungfrau (Annette Kellermann). Bagieu spricht von ihren „wunderbaren Mädchen“, und in der Tat schildert sie deren Glück und Leid voller Sympathie und Nachsicht, mit zartem Strich und zurückhaltender Koloratur.

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„Unerschrocken“ – feministisch, frei und visionär

Oftmals wird das Visionäre, das die Handlung dieser sehr oft klugen, manchmal aber auch herrlich naiven Frauen prägt und heute unbedingt wiedererzählbar macht, erst auf den zweiten Blick deutlich. Es handelt sich um Mädchen, Frauen und alte Damen, die sich vielleicht selbst als durchschnittlich empfunden haben und die nicht in die Geschichtsbücher Einzug erhielten – oder schließlich irgendwann wieder herausgestrichen wurden.

ROLLING STONE präsentiert exklusiv einen Ausschnitt aus dem Sammelband und zeigt das aufregende Leben der Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin Josephine Baker. Bevor sie mit wenigen Worten doch wieder zum Klischee erklärt wird, schweigen wir lieber und lassen die (witzigen, nachdenklich stimmenden) Bilder von Pénélope Bagieu sprechen.

Reprodukt

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Cartoon-Klassiker „Krazy Kat“: Ziegelstein-Romantik

Als Pablo Picasso, James Joyce und Charlie Chaplin ihre Verehrung für einen Zeitungsstrip öffentlich machten, in dem es um eine schwarze Katze geht, die in eine ziemlich wehrbereite weiße Maus namens Ignatz verliebt ist, waren Comics noch weit davon entfernt, als Neunte Kunst anerkannt zu werden. Für die meisten Menschen waren die Zeichnungen auf den hinteren Seiten der Tageblätter nicht mehr als eine freundliche Einladung, für einen Moment schnell losprusten zu können. George Herrimans „Krazy Kat“, zum ersten Mal 1913 erschienen und bis 1944 (dem Todesjahr ihres Schöpfers) publiziert, macht es dem Leser auf den ersten Blick nicht leicht, zu…
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