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40. Todestag / Aktuelle Ausgabe

Die zehn besten Alben von Elvis Presley

Am 16. August 1977, vor 40 Jahren, verstarb der King of Rock’n’Roll: Elvis Presley. ROLLING STONE widmet dem legendären Sänger die aktuelle Titelgeschichte.

In unserer großen Story enthalten: die zehn besten Alben Presleys, ausgesucht von Wolfgang Doebeling.

01. „Elvis Presley“ (1956)

Kooperation

Das explosive Coverdesign visualisiert die Revolte, doch befürchtete man bei RCA, dieser Spuk namens Rock’n’Roll könne schnell wieder vorbei sein. Immerhin hatte man gerade 35.000 Dollar in die Sensation aus Memphis investiert, man durfte keine Zeit verlieren. Also wurden flugs Sessions anberaumt, um einige noch unverbrauchte Tracks aus dem Sun-Records-Bestand mit aktuellen Fetzern wie „Blue Suede Shoes“ und „Tutti Frutti“ zu vermengen.

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02. „Elvis“ (1956)

Nachdem Presleys Debüt-LP trotz des auffälligen Mangels an stilistischer Kohärenz gleich mehrere neue Verkaufsrekorde aufgestellt hatte, wurde schon wenige Monate später „Elvis“ nachgelegt, ein Album aus einem Guss. D. J. Fontanas Drums waren nun weiter vorn im Mix, die Jordanaires machten den Sound fülliger, und Elvis’ Gesang hat etwas Manisches, grenzt an Raserei, etwa auf den Little-Richard-Heulern „Rip It Up“, „Ready Teddy“ und „Long Tall Sally“.

03. „Loving You“ (1957)

Zur Hälfte Soundtrack, enthält „Loving You“ auf Seite 1 durchweg exzellente Songs, mehrheitlich uptempo und im gleichnamigen Film über die unverhofft steile Karriere eines begabten Nachwuchssängers nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. In Höchstform ist Elvis auf dem latent bedrohlichen „Mean Woman Blues“, derweil die eher belanglosen und mitunter allzu sentimentalen Songs auf der zweiten Seite nichts mit dem Film zu tun haben.

04. King Creole (1958)

Der beste von vielen Soundtracks, kongenial passend zum Film: Gut aussehender Junge aus gutem Haus gerät in New Orleans auf die schiefe Bahn, lässt sich mit Gaunern ein und wird in einen Raub verwickelt. Ihre Spannung beziehen Film und Songs aus dieser gefährlichen Gemengelage, doch ist die Musik auch ohne Bilder aufregend, insbesondere „Hard Headed Woman“, „Trouble“ und das rasante Titelstück mit überzeugend brenzligem Lokalkolorit.

05. „Elvis Is Back!“ (1960)

Allen Unkenrufen zum Trotz hatte Elvis sich beim Militär nicht den Schneid abkaufen lassen, als Sänger war er nach der langen Zwangspause sogar potenter als zuvor. „Elvis Is Back!“ belegt das eindrucksvoll, auch wenn der alte Furor nun beherrschterer Phrasierung gewichen war. Elvis beweist Gespür fürs Subtile, ob im innigen Clinch mit dem Blues oder im eloquenten Dialog mit einem schlüpfrigen Saxofon. Ein triumphales Comeback.

06. „Pot Luck“ (1962)

Colonel Tom Parkers Verträge sahen drei Filme pro Jahr vor, für die begrenzte Studiozeit dazwischen galt das Primat der Single. Vornehmstes Ziel war der nächste Millionseller, und was nicht hittauglich schien, landete auf B-Seiten oder einer Lückenbüßer-LP wie „Pot Luck“. Gleichwohl finden sich unter den 1961 in Nashville entstandenen Aufnahmen auch ausgesprochen achtbare Songs. „Suspicion“ wirkt besonders beunruhigend, Elvis bangt: „Why torture me?“

07. „Comeback Special“ (1968)

Die Army hatte er ebenso überlebt wie die vielen banalen Hollywoodstreifen, doch war Elvis gegen Ende der Sechziger zum Anachronismus geworden. Dessen schmerzlich bewusst, beendete er sein selbst gewähltes Exil vom Showbusiness und zog im NBC-Fernsehen eine brillante Live-Show ab, die ihn wieder ins Rampenlicht katapultierte. Spontan, lustvoll, revitalisiert, so zeigte sich Elvis seinem Publikum. „It’s been too long“, so sein bejubeltes Resümee.

08. „From Elvis In Memphis“ (1969)

Nach dem TV-Triumph begab Presley sich nach Memphis ins American Studio, wo unter der Ägide von Chips Moman und unter Mitwirkung etlicher Session-Cracks ein Album entstand, das den King des Rock’n’Roll als veritablen Soulman vorstellte. Ein Album ohne Füller, dafür mit vielen Höhepunkten, allen voran „Long Black Limousine“, die tragische Geschichte einer Heimkehr im Leichenwagen, erzählt mit bitterem Ernst in der trauerumflorten Stimme.

09. „Back in Memphis“ (1970)

Ein weiteres aus den Moman-Sessions gespeistes Album, ebenfalls superb, obschon nicht ganz auf der Höhe des Vorgängers. Herausragend ist Percy Mayfields „Stranger In My Own Home Town“, doch erweisen sich auch andere Songs als famose Showcases für Presleys vokalistisches Flair, nicht zuletzt Mort Shumans „You’ll Think Of Me“. Hier wird der Sänger auf ein Soulplateau aus Chor, Bläsern und Dobro-Licks gehoben, von wo aus er seine Aura abstrahlt.

10. „Elvis Country“ (1971)

Im Tandem aufgenommen mit den bisweilen zu dick aufgetragenen Balladen von „That’s The Way It Is“, stellt „Elvis Country“ die substanziellere Alternative dar. Das Konzeptalbum trägt den Untertitel „I’m 10.000 -Years Old“, in Anspielung auf ein humoriges Traditional, und wir begleiten den King gern zu musikalischen Orten, die ihn in früher Jugend inspirierten, wie „Little Cabin On The Hill“ samt Fiddle und Fingerpicking. Essenziell? Nein, doch aller Ehren wert.

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