Highlight: Michael Stipes erstes Interview nach der Trennung von R.E.M.

Michael Stipe zur US-Wahl: Natürlich war das Protest, aber niemand will Faschismus

Michael Stipe und Mike Mills sprachen am vergangenen Freitag (18. November) in einer ausführlichen Gesprächsrunde in London (in dem Gebäude, wo R.E.M. 1991 eine ihrer wenigen Radio-Live-Shows spielten) über das 25-jährige Jubiläum ihres Albums „Out Of Time“, das in einer aufwändigen Edition mit vielen unveröffentlichten Demos noch einmal auf den Markt gekommen ist.

Dabei kamen die beiden ehemaligen R.E.M.-Musiker, die sich derzeit ganz unterschiedlichen Projekten widmen, auch auf die US-Wahl zu sprechen. „Es gibt ganz verschiedene Gründe für das, was da gerade passiert ist, die meisten davon sind entsetzlich“, so Mike Mills über die durchaus überraschende Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten. „Ich fürchte mich wirklich sehr, was in den nächsten vier Jahren in den USA passieren wird.“

Natürlich war das Protest gegen das Establishment

Michael Stipe hingegen glaubt, dass Donald Trump möglicherweise bei den desillusionierten Wählern für Ernüchterung sorgen könnte, weil er seine Versprechen nicht einhalten kann. „Natürlich war das Protest gegen das Establishment“, so der 56-Jährige. „Hillary Clinton repräsentierte doch auch perfekt genau dieses Establishment, weswegen die Menschen erst für eine rassistische, xenophobe, intolerante Agenda stimmten. Aber ich glaube, sie wollten dem System damit nur eins auswischen.“

Michael Stipe und Mike Mills im Gespräch über R.E.M., „Out Of Time“ und die Weltpolitik
Michael Stipe und Mike Mills im Gespräch über R.E.M., „Out Of Time“ und die Weltpolitik

Die in vielen Ländern erstarkenden populistischen Kräfte empfindet Stipe als Bedrohung: „Wir sehen doch, was auch in anderen Ländern der Welt passiert, genauso wie hier (in den USA, Anm. d. Red.) – und wir können beobachten, welchen Dominoeffekt das auf andere Nationen wie die Türkei, Österreich oder Frankreich hat. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Menschen gibt, die glücklich mit der Situation sind. Ich denke, wir müssen nun einfach wieder etwas wachsamer werden, den Gram runterschlucken und neue Lösungen finden.“

Michael Stipe: Bernie Sanders hätte bessere Chancen gehabt

Der Sänger, der zuletzt angekündigt hat, bald wieder Musik zu machen, machte sich im Vorwahlkampf für den demokratischen Kandidaten Bernie Sanders stark. „Ich dachte, dass er ein wirklich guter Kandidat gewesen wäre und vor allem jemand, der wirklich Chancen gehabt hätte, ins Weiße Haus einzuziehen“, so Stipe. „Ich war nie ein großer Fan von Hillary Clinton, aber natürlich ist sie genauso wie Sanders verantwortungsbewusst – ganz anders als Donald Trump.“

>>> In der noch bis Donnerstag (24. November) erhältlichen November-Ausgabe des ROLLING STONE befindet sich ein exklusives Interview mit Michael Stipe über damals und heute, Pop und Politik und die ewige Frage, ob da noch was mit R.E.M. geht. Außerdem im Heft: eine exklusive „Losing My Religion“-EP

Dave J Hogan Getty Images

TV-Wutausbruch: Robert De Niro bezeichnet Donald Trump als „Gangster“

Von Sonntagslaune keine Spur: Robert De Niro, der Oscar-Preisträger und langjährige Kritiker des US-Präsidenten, fluchte, als er auf die kritische Worte angesprochen wurde, die er von „Fox News“ für seine öffentlichen Angriffe auf Trump erhielt: „Fuck Them. Fuck Them.“ De Niro über Trump: „Dieser Mann sollte kein Präsident sein“ https://twitter.com/AlfredSpellman/status/1178353664689426433?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1178353664689426433&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.nme.com%2Fnews%2Ffilm%2Frobert-deniro-hits-out-at-gangster-donald-trump-during-fiery-us-tv-interview-2552240 Brian Stelter von CNN antwortete etwas verschämt: „Das hier ist Kabelfernsehen, also muss das nicht zensiert werden, aber es ist immer noch eine Sonntagmorgensendung.“ De Niro fügte hinzu: „Wir haben den Moment erreicht, wo man diesen Kerl als Gangster bezeichnen kann. Er hat Dinge gesagt und Dinge getan und wir…
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