Tool brechen Konzert ab, um Fan in Not zu helfen


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Ein Auftritt von Tool am Dienstagabend (22. Februar) in Washington, D.C. nahm einen überraschenden Verlauf, als die Band während des Gigs ihr Set kurz abbrach, um einem Besucher zu helfen.

Sänger Maynard James Keenan war nach Medienberichten auf einen Fan in der ersten Reihe aufmerksam geworden, der offenbar mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, woraufhin die Musiker aufhörten zu spielen. Keenan bat demnach das Publikum, Platz zu machen, damit die Sanitäter den Fan erreichen konnten.

Neue Live-Sensibilität

Später scherzte der Frontmann laut „Consequence Of Sound“ mit dem Publikum in Anspielung auf die nach wie vor sehr präsente Corona-Pandemie: „Ich bin heute Morgen mit etwas Halsschmerzen und ein bisschen Husten aufgewacht… Gibt es irgendetwas, das ich wissen sollte?“. Anschließend bedankte er sich bei den Fans, dass sie auch in diesen Zeiten ein Konzert von Tool besuchten.

Die Reaktion von Tool schließt an eine neue Sensibilität der Musikwelt nach der Astroworld-Tragödie an, bei der zehn Menschen während eines Konzerts von Travis Scott im dichten Gedränge vor der Bühne starben. Der Rapper hatte davon aber zunächst gar nichts mitbekommen.

Während die Kritik an Scott danach kaum abebben wollte – auch juristische Schritte wurden unmittelbar eingeleitet – reagierten Bands und Musikerinnen wie Musiker konkret mit einer größeren Aufmerksamkeit auf Probleme im Publikum. Zuletzt stoppte etwa Billie Eilish einen Gig, um einen Inhalator für einen Fan holen zu lassen.

Die „Happier Than Ever“-Sängerin garnierte die Aktion mit den Worten: „Wir kümmern uns um unsere Leute“, was Kanye West als Beleidigung gegen seinen Kumpel Travis Scott auffasste und mit garstiger Kritik an Eilish quittierte. Die 20-Jährige blieb gelassen und antwortete, dass sie sich mit ihrer Äußerung nicht auf Scott bezogen habe.