Search Toggle menu
Highlight: 13 überraschende Hintergrundfakten zu den Videos von Queen und Freddie Mercury

Die 25 besten unbekannten Songs von Queen

25. „Stone Cold Crazy“

vom Album „Sheer Heart Attack“ (1973)

Der erste Song, den Queen jemals auf einer Bühne dargeboten haben – er ist allerdings erst auf ihrem 3. Album, „Sheer Heart Attack“, offiziell veröffentlicht worden. Manch einer behauptet gar, dass die rasante Miniatur (nur 2 Minuten und 12 Sekunden lang) einer der ersten Thrash-Metal-Songs war, auch wenn dieser Begriff damals noch gar nicht existierte. „Stone Cold Crazy“ beginnt mit den Worten: „Sleeping very soundly on a Saturday morning/ I was dreaming I was Al Capone“ und wurde von Mercury bereits in den späten Sechzigern mit seiner damaligen Band Wreckage gespielt – wenn auch in einer deutlich langsameren Fassung. Eine Cover-Version von „Stone Cold Crazy“ war die B-Seite der im Juli 1991 erschienenen Metallica-Single „Enter Sandman“. Was Mercury davon hielt, ist nicht überliefert.

Queen-Version

Metallica-Version 

„Bohemian Rhapsody“-Soundtrack auf Amazon.de kaufen

24. „Don’t Lose Your Head“

vom Album „A Kind Of Magic“ (1986)

Neben „A Kind Of Magic“ Roger Taylors zweiter Soundtrack-Beitrag zu „Highlander“– der klingt, als hätte er das ebenfalls von ihm geschriebene „Radio Ga Ga“ weitergedacht und aktualisiert: „Don’t Lose Your Head“ wirkt deutlich moderner, elektronischer und besitzt diesen ganz speziellen Sog-Effekt, den Taylor auch noch einmal auf „Ride The Wild Wind“ („Innuendo“, 1991) erzeugt hat. Die klangliche Ästhetik eines „Driving-Songs“ (der Queen-Schlagzeuger hat ein Faible für schnelle Autos) findet sich auch in den Lyrics wieder, allerdings in ausgesprochen vernünftiger Form: „Don’t drink and drive my car/ Don’t get breathalised/ Don’t lose your head.“ Vermutlich der einzige Queen-Song, der nahezu ausschließlich durch seine starke Atmosphäre überzeugt. Joan Armatrading hat „incidental vocals“ zu dem Stück beigetragen.

23. „Cool Cat“

vom Album „Hot Space“ (1982)

So relaxt wie „Cool Cat“ klingt, war David Bowie nicht: Er hatte nicht nur auf „Under Pressure“ (der zweiten UK-Nummer-1 für Queen nach „Bohemian Rhapsody“) mitgewirkt, sondern auch Backing-Vocals zu diesem Stück eingesungen. Kurz vor der Veröffentlichung von „Hot Space“ bat er allerdings darum, seinen Beitrag zu entfernen – er sei nicht zufrieden damit. Aus diesem Grund erschien das Album erst etwas später als geplant. Streng genommen ist dieser funky Dancefloor-Wegweiser übrigens bloß ein halber Queen-Song, denn nur Freddie Mercury (Gesang, Keyboards) und John Deacon (alles andere) waren daran beteiligt. Man hört dem Lied deutlich an, dass der Queen-Bassist gerne mit Nile Rodgers rumhing (der beste Beweis dafür ist allerdings immer noch „Another One Bites The Dust“, ein Schwippschwager von Chics „Good Times“).

Version mit David Bowie

22. „Keep Passing The Open Windows“

vom Album „The Works“ (1984)

Ursprünglich für den Soundtrack der von Queen-Manager Jim Beach co-produzierten Verfilmung von „Hotel New Hampshire“ geschrieben (von Freddie Mercury), aber letztendlich nicht dafür verwendet worden. Der Songtitel ist ein Zitat aus der Romanvorlage von John Irving. Eine entschleunigte Version des Bassmotivs tauchte zwei Jahre später bei „A Kind Of Magic“ wieder auf.

21. „Sail Away Sweet Sister (To The Sister I Never Had)“

vom Album „The Game“ (1980)

Auf „The Game“ gab es gleich zwei von Brian May geschriebene Klavier-Powerballaden (das Wort „Powerballade“ ist trotz seines zweifelhaften Rufes hier absolut passend): Das als Single erschienene „Save Me“ und das unbekanntere „Sail Away Sweet Sister (To The Sister I Never Had)“, das er im Gegensatz zu „Save Me“ auch selbst sang (vom Mittelteil abgesehen, den Mercury intoniert). Eine Schwester hat May tatsächlich nicht, wobei unklar bleibt, ob in dem Song tatsächlich eine imaginäre Schwester oder eine Frau, der er sich so nahe wie einer Schwester fühlt, gemeint ist. Am Schluss ist jedenfalls Meeresrauschen zu hören – das einzige Mal, dass Queen ein „field recording“ in eine Aufnahme integriert haben. Live gespielt haben sie diesen Song nicht ein einziges Mal – aber Axl Rose hat den Refrain gerne als Intro zu „Sweet Child O’Mine“ gesungen:

Guns N‘ Roses

20. „Liar“

vom Album „Queen“ (1973)

Bereits im Jahr 1970 von Freddie Mercury geschrieben, hieß der Song „Liar“, der mit charakteristischer Cowbell-Percussion beginnt, ursprünglich „Lover“. Eine Urversion des Stückes stammte noch aus Mercurys Zeit mit dem Quartett Ibex, aus dem später seine Band Wreckage hervorging. (Bei einem Ibex-Konzert im Liverpooler Sink Club kamen Brian May und Roger Taylor zur Zugabe auf die Bühne, dort standen sie also zum ersten Mal zusammen mit Mercury auf einer Bühne.) Das Lied vom selbstbetitelten Queen-Debüt ist einer von nur drei Queen-Songs, in denen eine Hammond-Orgel vorkommt (die anderen beiden sind „Now I’m Here“ und „Under Pressure“). „Liar“ beendete lange Zeit das Hauptset der Queen-Shows und wurde dabei auf bis zu 10 Minuten ausgedehnt. Das Intro-Riff wurde sogar noch auf der „Magic“-Tour (1986) als eine Art Adapter zwischen „Seven Seas Of Rhye“ und „Tear It Up“ eingesetzt.

19. „Death On Two Legs (Dedicated To…)“

vom Album „A Night At The Opera“ (1975)

Als Opener von „A Night At The Opera“ haben Queen diesem Stück, in Kombination mit dem vielsagenden Titel, eine besonders prominente Position zukommen lassen. Es ist eine bitterböse, gleichzeitig süffisante Abrechnung mit Norman Sheffield, einem ehemaligen Queen-Manager und Miteigentümer der Trident-Studios, in denen Queen aufnahmen. Die Band fühlte sich von ihm ausgebeutet und finanziell benachteiligt („You’ve taken all my money/ You still want more“ – nach ihren ersten 3 Alben waren Queen nahezu pleite; von dem Geld, das ihre Musik einspielte, hatten sie kaum etwas gesehen). Sheffield war außer sich, als er das Stück hörte, und verklagte Band und Plattenfirma wegen Rufschädigung. Man einigte sich außergerichtlich. Im Jahr 2013 veröffentlichte Sheffield seine Autobiografie unter dem Titel „Life on two legs: Set the record straight“.

18. „Seaside Rendezvous“

vom Album „A Night At The Opera“ (1975)

Von Freddie Mercury geschriebene kleine Vaudeville-Music-Hall-Exkursion und auch insofern besonders, als dass Brian May an dem Stück nicht beteilgt war. Den musicalhaften Part singen Mercury und Roger Taylor, wobei es überraschenderweise Taylor ist, der dabei den höchsten Ton der Platte tiriliert (C6). Und sie erweisen sich als The Great Pretenders: Mercury imitiert mit seiner Stimme Holzbläser (u.a. eine Klarinette), Taylor Blechbläser (Tuba, Trompete, Kazoo). Den „Tap Dance“-Teil haben sie mit ihren mit Fingerhüten ausgestatteten Fingern auf dem Mischpult inszeniert.

17. „The Fairy Feller’s Master-Stroke“

vom Album „Queen II“ (1974)

Auf „Queen II“ findet man bereits mehrere Vorboten der komplex komponierten, mehrteiligen „Bohemian Rhapsody“: Die allesamt von Mercury geschriebenen Stücke „Ogre Battle“, „The Fairy Feller’s Master-Stroke“ und das Herzschmerz-Kleinod „Nevermore“ gehen kunstvoll ineinander über (können aber auch für sich alleine stehen) und bilden mit ihrem Medley-Charakter ein großes Ganzes. Besonders interessant ist dabei das Mittelstück, das von Richard Dadds Gemälde mit dem Titel „The Fairy Feller’s Master-Stroke“ inspiriert wurde. Der von Mythologie und Kunst besessene Mercury wollte jenes Bild bei jeder Gelegenheit in der Londoner Tate Gallery besuchen. In den – dem Gemälde entsprechend – klaustrophobisch anmutenden Lyrics greift er Dadds Fantasy-Charaktere auf (bis auf Shakespeares Oberon und Titania hatte Dadd alle erfunden), die der Künstler auch in einem begleitenden Gedicht vorstellte. Es ist der einzige Queen-Song, bei dem Mercury Cembalo spielt.

16. „Funny How Love Is“

vom Album „Queen II“ (1974)

Für den speziellen Phil-Spector-Sound von „Funny How Love Is“ holten Queen extra Robin Geoffrey Cable, Haus-und-Hof-Engineer der Trident Studios, zu den Aufnahmen dazu. Er hatte 1972 Mercurys Version von „I Can Hear Music“ aufgenommen (Mercury nannte sich für dieses Projekt Larry Lurex – eine Anspielung auf Gary Glitter) und für die besondere Wall-Of-Sound-Ästhetik gesorgt, die auch „Funny How Love Is“ auszeichnet.

15. „All God’s People“

vom Album „Innuendo“ (1991)

Eine erste Demoversion des gemeinsam mit Mike Moran (Live-Keyboarder von u.a. Ozzy Osbourne, Kollaborationen mit George Harrison, Paul Simon und Kate Bush) geschriebenen Songs wurde bereits während der Sessions für das mit ihm zusammen komponierte Mercury/Caballé-Album „Barcelona“ aufgenommen – damals noch unter dem Titel „Africa By Night“. Dass es sich um einen Gospel-Song handelt, lassen bereits die Lyrics erahnen: „Thank God, you people/ Give freely/ Don’t turn your back on the lesson of the Lord.“ Auch wenn „Somebody To Love“ bereits 1976 kathedralenfüllenden Chorgesang aufgefahren hatte und auch das auf „Made In Heaven“ (1995) erschienene „Let Me Live“ (Mercury hatte übrigens bereits 1983 eine Urversion dieses Songs zusammen mit Rod Stewart aufgenommen, die aber nie veröffentlicht wurde) deutliche Gospel-Referenzen hatte, waren sie bei keinem anderen Queen-Song so stark wie bei „All God’s People“.

14. „Dreamer’s Ball“

vom Album „Jazz“ (1978)

Dass „Man On The Prowl“ (mit der berühmten selbstironischen Textzeile „I ain’t no Fred Astaire“) vom Album „The Works“ (1984) ein Quasi-Rockabilly-Nachfolger von „Crazy Little Thing Called Love“ ist (beide von Mercury geschrieben), dürfte nicht nur Queen-Fans bekannt sein. Deutlich interessanter und unbekannter ist jedoch, dass Brian May nach dem Tod des King Of Rock’n’Roll im Jahr 1977 ein Elvis-Presley-Tribute komponierte: „Dreamer’s Ball“. Freddie legt hier ganz besonders viel Schmelz in die Stimme und achtete beim Einsingen sicherlich auch auf einen gewissen Hüftschwung.

13. „Flick Of The Wrist“

vom Album „Sheer Heart Attack“ (1974)

Auf dem 3. Queen-Album haben nicht nur erstmals alle Bandmitglieder Songs beigetragen, sondern sie wiederholten auch die zukunftsweisende Besonderheit von „Queen II“, die ein Jahr später in „Bohemian Rhapsody“, ihre erste UK-Nummer-1, münden sollte: Eine Art Medley aus 3 Songs, die alle ineinander übergehen, aber auch für sich stehen können: „Tenement Funster“ (von Roger Taylor geschriebene und gesungene Ode an Jugend und Rebellion), „Flick Of The Wrist“ und „Lily Of The Valley“ (beide Mercury). „Flick Of The Wrist“ war die Doppel-A-Seite von „Killer Queen“.

12. „’39“

vom Album „A Night At The Opera“ (1975)

Das von Brian May geschriebene, musikalisch für Queen sehr untypische Lied (Country-Folk-Song!) handelt von einer Gruppe Astronauten, die glauben, nur ein Jahr lang im Weltraum zu forschen, aber verblüffenderweise erst nach hundert Jahren wieder zur Erde zurückkehren. Schuld ist der Effekt der Zeitdilatation, den Einstein in seiner Relativitätstheorie darlegte. Zu kompliziert? Einfacher zu verstehen ist die Tatsache, dass besagter Song, „’39“ vom Album „A Night At The Opera“ (1975), wenn man alle Queen-Albumtracks bis dahin addiert, tatsächlich der 39. Queen-Song ist. Er war B-Seite von „You’re My Best Friend“ und wurde von May selbst gesungen.

11. „In The Lap Of The Gods (Revisited)“

vom Album „Sheer Heart Attack“ (1974)

Eine Art Vorgänger von „We Are The Champions“, eine Mitsinghymne fürs Publikum, ebenfalls von Freddie Mercury geschrieben. War von 1974-1977 häufig das letzte Lied bei Queen-Konzerten (und auch der Closer von „Sheer Heart Attack“) – wie später „We Are The Champions“ (vor dem traditionellen Finale „God Save The Queen“). Endet mit einem beeindruckenden Feedbackgewitter.

10. „Spread Your Wings“

vom Album „News Of The World“ (1977)

Der wahrscheinlich bekannteste unbekannte Queen-Song dieser Liste, geschrieben von John Deacon. Immerhin war das Stück vom Album „News Of The World“ eine Doppel-A-Seiten-Single, gemeinsam mit „Sheer Heart Attack“ (dem eigentlichen Titeltrack des gleichnamigen Queen-Werkes von 1973, der dann aber erst 3 Alben später veröffentlicht wurde) – ging allerdings neben „We Are The Champions“ und „We Will Rock You“ zu Unrecht vollkommen unter. Lyrisch geht es um einen jungen Mann namens Sammy, der in der „Emerald Bar“ den Boden schrubbt, und bei dem es, vorsichtig ausgedrückt, eher suboptimal läuft („Since he was small/ Had no luck at all/ Nothing came easy to him“). Die simple Botschaft: „Spread your wings and fly away/ Fly away, far away.“

9. „Mother Love“

vom Album „Made In Heaven“ (1995)

Der letzte Song, den Freddie Mercury – gemeinsam mit Brian May – geschrieben und aufgenommen hat. Mercury wollte ein Stück wie Chris Isaaks „Wicked Game“ komponieren – diese schwermütige und dennoch würdevolle Einsamkeit einfangen. Als sein Gesundheitszustand Aufnahmen zuließ, bat er May um Worte für das Lied. Dieser versuchte, sich lyrisch in Mercury hineinzuversetzen. Er schrieb den Text auf die Rückseite von Briefumschlägen. Der Song wurde Zeile für Zeile (jeweils 3 Takes, aus denen dann der beste ausgesucht wurde), Strophe für Strophe aufgenommen. Nach drei Vierteln pausierten sie, Mercury wollte den Song „in den nächsten Tagen“ beenden, doch dazu kam es nicht mehr. Die letzte Strophe singt May selbst – es sind die Vocals von der Demoaufnahme, die ursprünglich nur für Mercury gedacht war.

8. „Was It All Worth It“

vom Album „The Miracle“ (1989)

Haben Queen eigentlich noch einmal versucht, einen ähnlich opulenten und komplexen Song wie „Bohemian Rhapsody“ aufzunehmen? Ja, haben sie: „Was It All Worth It“, das letzte Lied auf „The Miracle“, blickt in einer irrwitzigen Revue auf die eigene Karriere zurück, auf all die Unglaublichkeiten („So mystic, surrealistic!“) – inklusive eines rasanten, klassischen Orchesterteils, mit Tempowechseln und Song-im-Song-Gefühl. Auf „The Miracle“ wurde erstmals nicht mehr aufgeführt, welche(s) Queen-Mitglied(er) den jeweiligen Song geschrieben hatte(n), sondern nur noch „Queen“ als Komponisten angegeben. Dennoch ist aus Interviews und verschiedenen anderen Quellen bekannt, dass „Was It All Worth It“ (wie auch „Bohemian Rhapsody“) aus Mercurys Feder stammte. Es war unklar, wie viel Zeit ihm noch bleiben würde – „Was It All Worth It“ hätte auch sein letztes Lied auf einem Queen-Album werden können, also legte er noch einmal alles, was ihn ausmachte, dort hinein.

7. „All Dead, All Dead“

vom Album „News Of The World“ (1977)

Das Ableben seiner Katze, die ihn seit Kindertagen begleitet hatte, entfachte in Brian May so einige existenzielle Gedanken, die er in der von ihm auch gesungenen Piano-Nummer „All Dead, All Dead“ bündelte: „And I wonder why I still live on/ But I should not grieve/ In time it comes to everyone.“ Zum 40-jährigen Jubiläum von „News Of The World“ wurde eine alternative Version des Songs veröffentlicht, die weitgehend von Mercury gesungen wird (gegen Ende des Songs wurden die Original-Vocals von Brian May integriert). Mercury singt das Stück zwar mit mehr Elan und Hingabe, aber die Verzagtheit, die in Mays Stimme liegt, passt inhaltlich sogar noch besser.

May-Version

Mercury/May-Version

6. „A Winter’s Tale“

vom Album „Made In Heaven“ (1995)

Mercury saß nach den Sessions zu „Innuendo“ in seinem Apartment in Montreux und ließ seinen Blick über den Genfer See schweifen: „It’s winter-fall/ Red skies are gleaming/ Sea-gulls are flyin‘ over/ Swans are floatin‘ by/ Smoking chimney-tops“. Was sich, dem Songtitel entsprechend, wie ein romantisch-idyllisches Wintermärchen liest, ist jedoch ein bewegender akustischer Tagebucheintrag aus Mercurys letzten Lebensmonaten. Während er für gewöhnlich immer erst die Musik perfektionierte und aufnahm, dann erst den Gesang, spielte er hier Keyboards und Vocals gleichzeitig ein, sogar alles in einem Take. Im Video zu „A Winter’s Tale“ ist der Songtext in Mercurys echter Handschrift zu sehen.

5. „My Melancholy Blues“

vom Album „News Of The World“ (1977)

Das von Freddie Mercury geschriebene Finale von „News Of The World“ – ein absoluter Kontrast zu den Hits „We Are The Champions“ und „We Will Rock You“. Piano-Bar anstatt Stadion. Sehr spartanisch instrumentiert (Klavier, Bass, Besenschlagzeug), dabei aber stets schwelgerisch-melancholisch, mit einer Besonderheit: Der Songtitel verspricht einen „Blues“, viel eher erinnert das Klavier-Arrangement aber an eine klassische Jazz-Begleitung. Deutlich Blues-inspiriert ist allerdings die Textzeile „my baby left me“. Eine von Mercurys stärksten Gesangsaufnahmen.

4. „Life Is Real (Song For Lennon)“

vom Album „Hot Space“ (1982)

Am 9. Dezember 1980, einen Tag nachdem John Lennon ermordert wurde, traten Queen in der Londoner Wembley Arena auf und coverten „Imagine“ (der Song blieb als Tribute während der gesamten Tour in der Setlist). Allerdings nicht mit der charakteristischen Klavierbegleitung, sondern in einer Akustikgitarren-Version. Das typische Lennon-Klavier ist dafür sehr deutlich in „Life Is Real (Song For Lennon)“ zu hören, 2 Jahre später auf „Hot Space“ erschienen und von Freddie Mercury geschrieben. Die Lyrics sind trotz des Songtitels ausgesprochen surrealistisch („torsos in my closet“).

3. „You Take My Breath Away“

vom Album „A Day At The Races“ (1976)

Das zweite Lied auf „A Day At The Races“ (das Album wurde, wie auch „A Night At The Opera“ nach einem gleichnamigen Film der Marx Brothers benannt) und eine der allerschönsten Klavierballaden, die Freddie Mercury je geschrieben hat. Ganz reduziert, nur Gesang (Mercury hat auch die mehrstimmigen Vokal-Arrangements alleine eingesungen) und Klavier, dabei aber so intensiv, dass es unmöglich ist, dieses Stück nur nebenbei zu hören. Musikalisch inspiriert von den traditionellen japanischen pentatonischen Tonleitern. Angeblich schrieb Mercury den Song für David Minns, seinen ersten Liebhaber (David Minns veröffentlichte 1993 zusammen mit Chris Evans das Buch „Freddie Mercury: This Is The Real Life“.)

2. „Teo Torriatte (Let Us Cling Together)“

vom Album „A Day At The Races“ (1976)

Das von Brian May geschriebene Finale von „A Day At The Races“ war als kleiner Gruß an die loyale royale Fanschar in Japan gedacht (und erschien dort auch als Single, mit der B-Seite „Good Old-Fashioned Lover Boy“). Der zweite und der dritte Refrain wird auf Japanisch gesungen: „Teo torriatte konomama iko/ Aisuruhito yo/ Shizukana yoi ni/ Hikario tomoshi/ Itoshiki oshieo idaki.“ Die Harmonium-Melodie am Ende des Songs ist eine Wiederholung jener am Anfang des Album-Openers „Tie Your Mother Down“. Queen wollten bewusst den Eindruck eines „geschlossenen Kreises“ erzeugen.

1. „The March Of The Black Queen“

vom Album „Queen II“ (1974)

Auf „Queen II“ gab es statt der üblichen A- und B-Seite eine „weiße“ und eine „schwarze“ Seite – begleitet von entsprechenden Bandfotos von Mick Rock – die Band in weißem und in schwarzem Outfit. Auf der weißen, fast komplett von Brian May komponierten Seite, befanden sich stilistisch sehr vielseitige, eher emotionale Stücke, darunter „White Queen (As It Began)“. Auf der schwarzen Seite (vollständig von Mercury geschrieben) gab es weitgehend dunkel kolorierte, Fantasy-affine Stücke zu hören, so auch „The March Of The Black Queen“. Neben „Bohemian Rhapsody“ der zweite polyrhythmische Song im Queen-Backkatalog – das Arrangement ist sogar noch deutlich komplexer (Ständig präsentieren sich neue Türen, Fenster, Wendeltreppen!). Eine überaus beeindruckende, opulente Komposition und, Brian May hat’s bestätigt: der offizielle Vorgänger von „Bohemian Rhapsody“.

Weitere Highlights


Queen: Roger Taylors eigene Modelinie ist zum Gruseln – hier ist sie

Das Wortspiel lag nahe, nur hätte man sich mit Blick auf diese Bilder gewünscht, der Queen-Schlagzeuger hätte hier keine Nägel mit Köpfen gemacht: „Tailored“ heißt auf Deutsch maßgeschneidert, und Roger Taylor macht daraus natürlich „Taylored“. Nur sieht die neue Queen-Produktlinie einfach extrem unschön aus. Angriffs-Rot wie bei Fußball-Ultras, die Drumsticks angewinkelt wie bei Totenkopf-Flaggen. Apropos Totenkopf: Der Schattenriss ist nicht signifikant genug, um als der Taylors identifiziert zu werden. Das Bild mit Bart und Brille erinnert eher an Giorgio Moroder – oder gleich an den Taylor-Kollegen Freddie Mercury. Mit dem 68-jährigen Schlagzeuger verknüpft man eher das Bild des jungen Roger,…
Weiterlesen
Zur Startseite