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Mr. E’s Beautiful Blues: Alle Alben der Eels im Ranking und bewertet

🔥Perfect Album Closer: 15 großartige Schluss-Songs auf Platten

12. Tomorrow Morning (2010) ★★★

Eels – Tomorrow Morning

Endlich erfasst ihn, den Trauerkloß, den an den eigenen Gefühlen verzweifelnden Waldschrat, doch noch etwas Glück. „Tomorrow Morning“ ist die kolibrileichte Platte, von der niemand angenommen hätte, dass sie jemals von den Eels kommen würde. Der Abschluss einer Trilogie über Himmel und Hölle der Liebe (mit den Vorgängern „Hombre Lobo“, 2009, „End Times“, 2010) schwebt mit „Spectacular Girl“ über den Wolken, labt sich an grausam redundanten Computersound-Experimenten („Baby Loves Me“) und überrascht mit sorgsam kompilierten Synthie-Beats, die an den Electro-Folk von Beck erinnern. Everett vielleicht sogar entspannt: „I Like The Way This Is Going“.

11. Wonderful, Glorious (2013) ★★★

Eels
Eels – „Wonderful, Glorious“

Das Strahlen hält an. Nach „Tomorrow Morning“ kehren die Eels der neuen Lebendigkeit (vorerst) noch nicht den Rücken. Stattdessen gibt es gleich im ersten Song, „Bombs Away“, eine jener humoristischen Volten, mit denen Mark Oliver Everett schon seit jeher seine Miesepetrigkeit zu bekämpfen gedenkt: „I’ve had enough of being complacent / I’ve had enough of being a mouse/ I’ll no longer keep my mouth shut / Bombs away, gonna shake the house“. Ein in sich gekehrter Attentäter auf Abwegen? Blieb „Tomorrow Morning“ unterm Strich zu sehr mit der eigenen Fröhlichkeit verstrickt, erscheint „Wonderful, Glorious“ an vielen Stellen – trotz herb verdroschenem Schlagzeug („Peach Blossom“) und strubbeligen Rockern („Kinda Fuzzy“) – zu freundlich, um dem Werk der Eels etwas Neues hinzuzufügen. Schwermutsperlen wie „On The Ropes“ schüttelt der nimmermüde Songwriter trotzdem wie von selbst aus dem Ärmel.

10. The Deconstruction (2018) ★★★

Eels - „The Deconstruction“
Eels – „The Deconstruction“

Eine Liebeserklärung an eine Ehefrau, die gar nicht existiert, ein Schlaflied für den kleinen Sohn, eine Hasserklärung an die beiden Tölen, die seinen geliebten (aber leider kürzlich verstorbenen) Hund Bobby Jr. ersetzt haben: Mark Oliver Everett demontiert sein absurdes Leben auch auf der zwölften Studioeinspielung mit Freude selbst. So gut wie im Titellied („The Deconstruction has begun / Time for me to fall apart“) mit seinen verführerischen Streichern und dem fast ironiefreien Erlösungspathos waren die Eels schon lange nicht mehr. E hat sich ja auch vier Jahre Zeit gelassen und zwischenzeitlich sogar in der Netflix-Serie „Love“ mitgespielt. „Man muss die Realität akzeptieren und beschließen, in ihr glücklich zu sein“, sagt Everett im Interview mit ROLLING STONE – aber wie passt dies zum nostalgisch-kitschigen „The Epiphany“, in dem sich der Sänger in eine glücklichere, weil einfachere Zeit zurücksehnt? Nur eine Dekonstruktion in Anführungszeichen. Aber gewohnt kunstvolle Eels-Hausmannskost.

9. Hombre Lobo (2009) ★★★1/2

Eels - Hombre Lobo - 12 Songs Of Desire
Eels – „Hombre Lobo – 12 Songs Of Desire“

Cooperative
E-Works/Cooperative Music


Perfect Album Closer: 15 großartige Schluss-Songs auf Platten

The Clash – “Train in Vain (Stand by Me)” vom Album „London Calling“ (1979) https://www.youtube.com/watch?v=q3Yl4ehzX-o Das letzte Lied von „London Calling“ ist schamloser Pop. The Clash bedienen sich bei sämtlichen populären (afro)amerikanischen Genres und behalten von jedem das Beste: vom Disco den Beat, vom Funk das Lead-Gitarren-Motiv, vom Soul den bettelnden Gesang, vom Blues die Mundharmonika und das Riff, vom Gospel die repetitive Coda. Sie vermischen diese Elemente zu einem für sie so seltenen Liebeslied und daraus wird – richtig! – schamloser Pop. Elliott Smith – “Say Yes” vom Album „Either/Or" (1997) https://www.youtube.com/watch?v=NcalJSO6jDY “Say Yes” beginnt als einfache Gitarrenballade. Wenn…
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