ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE
Highlight: Kritik: „Black Mirror“ auf Netflix – alle Episoden plus „Bandersnatch“ im Ranking

Tarantino-Ranking: Alle Filme von „Reservoir Dogs“ bis „The Hateful Eight“

2. Inglourious Basterds (2009)

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Was sagt es über deutsche Filmemacher aus, wenn erst ein Amerikaner kommen muss, um „unseren“ Schauspielern die besten Leistungen zu entlocken? Das Leuchten in den Augen von August Diehl, Christoph Waltz, sogar in denen von Til Schweiger, vor allem aber in denen unseres Besten, Daniel Brühl, war nie stärker als unter Tarantinos Regie.

Jeder der fünf Akte des Dramas im von Nazis besetzten Frankreich enthält mehr Witz, Schärfe und Twists als alles, was im selben Jahr ins Kino kam. Tarantino hatte lange an der Story gefeilt, er begann das Drehbuch bereits in den Neunzigern und schleppte es mit sich rum. Als Produzent Harvey Weinstein 2008 dann sagte, man könne doch jetzt eigentlich ein Zeitfenster für den Drehstart nutzen, soll Tarantino nur geantwortet haben: „Warum nicht?“

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Etliche etwa deutsche Regisseure scheitern am Versuch, Adolf Hitler und den Nationalsozialismus zu parodieren. Tarantino machte das im Handstreich. Allein schon durch eine einzige Kamerafahrt, den Schwenk zum Riesenpudel am Restaurant-Tisch von Goebbels, der Köter gackert genau so dämlich wie die Nazis.

Flankiert wird das Schauspieler-Ensemble vom britischen Offizier Michael Fassbender und dem Südstaaten-„Basterd“ Brad Pitt (auch diese zwei in ihren besten Rollen), der den Angriff auf das Kino leitet, in dem Adolf Hitler und Schergen ihren Propaganda-Film gucken. Das Finale rund um angezündetes Filmmaterial und ein später explodierendes Lichtspielhaus funktioniert auch als Mahnung: an den teuflischen Missbrauch des Kinos durch die Nazis.

Nach dem kommerziellen Misserfolg von „Death Proof“ war Tarantino mit „Inglorious Basterds“ also zurück im Spiel: mehr als 200 Millionen Dollar Einspielergebnis, sein bis dato größter Hit. Und es gab für ihn die ersten Oscar-Nominierungen (Regie, Drehbuch) seit „Pulp Fiction“.


Kritik: „Black Mirror“ auf Netflix – alle Episoden plus „Bandersnatch“ im Ranking

Charlie Brooker, Macher von „Black Mirror“, stellte die Frage: „Wenn Technologie eine Droge ist, was sind dann die Nebenwirkungen?“ In den ersten vier Staffeln der britischen Serie wird eine entsprechende Zukunftsvision entworfen. Drohnen werden gehackt und greifen an, Roboter ersetzen Ehemänner, Cartoon-Figuren bewerben sich für ein Amt im Parlament, und es gibt Urteile in den sozialen Netzwerken, die über unser Leben entscheiden (was nicht so weit entfernt wirkt). Schon die dritte Season wurde nicht mehr von Endemol produziert, sondern von Netflix, mit mehr Starpower und sichtbar höheren Budgets. Wie gut ist Staffel vier, wie gut der „Black Mirror“-Film „Bandersnatch“, der…
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