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Beck und sein Meisterwerk „Odelay“: Eine Ode auf den fransigen Hund


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In der offiziellen Chronologie wird “Odelay” als zweites REGULÄRES Album von Beck Hansen geführt. Eine spezielle Zählung, die den manischen Produktions-Output des schmächtigen Do-It-Yourself-Moguls von der Westcoast berücksichtigt.

Schließlich hatte er nach dem Mega-Erfolg seines 1994er-Debüts „Mellow Gold“ (das, wo „Loser“ drauf ist) zwischendurch noch zwei Indie-/Lo-Fi-Platten rausgefeuert. Vor 20 Jahren ballerte Beck also in hoher Frequenz aus allen Kanälen.

Beck

Neuer Sound für Beck mit Sample-Technik der Dust Brothers

Das Multitalent aus Los Angeles war sich klar darüber, dass er die schlaffe Indie-HipHop-Nummer, die ihn zwei Jahre zuvor zum Weltstar der Studenten-WGs gemacht hatte, nicht ewig auswalzen wollte.

Also unterbrach der Enkel des verstorbenen, damals in Köln wirkenden US-Künstlers Al Hansen,  den Produktionsprozess, was bei Beck ohnehin ein Dauerzustand war/ist, und engagierte für „Odelay“ die Dust Brothers, die schon für die mittleren Beastie Boys und Westcoast-Nöhl-Rapper Tone Loc („Wild Thing“, „Funky Cold Medina“) an den Reglern saßen.

Die weißen Surfer-Dudes verstanden es, die bewährte Sample-Technik aus der Old School des HipHop nun auch für Gitarren-lastige-Songs einzusetzen. Wenn man so will, der Beginn der Indie-Rock-Schnipselei. Mit dem fransigen Hund auf dem Cover begann also eine andere, Beat-lastige Art des Post Rock. Und das alles, weil Beck nicht der ewige „Loser“ sein wollte.

Schräger Funk und Dada-Lyrik

Mit Unterstützung der Dust Brothers vervielfachte Beck also sein Spektrum potentieller Hits. „Odelay“ brachte ihn in die SUV-Anlagen, und das ohne Uzis und Goldketten. Er konnte es sich sogar leisten „Where It’s At“ zur Single des Albums zu machen. Sicher ein toller Song, der bis heute „funktioniert“; nur eben einer, der nicht gerade den Kofferraum beim Cruisen durch Silverlake oder Echo Park weghämmert.

Für das US-Onlineforum Stereogum ist „Where It’s At“ das „Love Shack” von Beck. Sprich: Ein überdrehter Schrägo-Hit, der seinerzeit die B-52s aus Athens/Georgia von der schrillen College-Truppe zu notablen Radiostars werden ließ.

„Odelay“ ist Funk, „Odelay“ ist Text-Irrsinn mit überaus gut klingenden Nonsense-Sätzen, „Odelay“ badet in Retro-Fetisch-Badeschaum wie Tarantino in Spaghetti-Western.

Mit „Odelay“ begann in den USA seine MTV-Dauer-Rotation. Ein Anti-Star wurde zur Indie-Ikone, nachdem Kurt Cobain auf Teufel komm‘ raus keine sein wollte.

Bezeichnender spielte Beck seinen 1996er Skurillo-Hit „Where It’s At“ bei der Berliner Zugabe seines einzigen Deutschlandkonzertes vor einigen Jahren. Ein Anti-Hit, der zum Klassiker geworden ist. Eine Entwicklung, die ganz im Sinne des Musikgenies, der damals sein Image als verpeiltes Wunderkind ein für alle mal abgelegte. „Odelay“ sei dank. Mit dem fransigen Hund ist Beck in eine Karriere für Jahrzehnte gesprungen.

dm

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