Beastie Boys


1981 gründeten Mike D (Michael Diamond; MC, Schlagzeug), MCA (Adam Yauch; MC, Bass), John Berry (Gitarre) und Kate Schellenbach (Schlagzeug) die Hardcore-Punk-Band Beastie Boys. Mit der ersten Single „Cooky Puss“ (1983) ersetzte die Band John Berry durch Ad-Rock und erweiterte ihren Stil Richtung Hip-Hop. Schellenbach verließ noch im selben Jahr die Band.

Die Beastie Boys veröffentlichten 1983 mit „Cooky Puss“ ihre erste Hip-Hop-Single. Der Erfolg in der Underground-Szene New Yorks animierte sie dazu, weiterhin auf Hip-Hop zu setzen.

Mithilfe des späteren Produzenten Rick Rubin schärften die Beastie Boys ihr Profil. Die Shows wurden durch seine DJ-Fertigkeiten abgerundet und ihr erstes Album „Licensed To III“ 1986 auch von Rubin produziert. „Licensed To III“ war das erste Hip-Hop-Album, das Platz Eins in den US-Billboard-Charts erreichte. Mit über neun Millionen verkauften Platten wurde „Licensed To III“ zum bestverkauften Hip-Hop-Album der Achtziger.

Während die Beastie Boys zuvor als Vorband für Künstler wie Madonna, Public Image Limited und LL Cool J live spielten, füllten sie schon nach ihrem Debüt als Hauptact große Hallen. Die provokanten Shows machten ihre Konzerte sowohl beliebter als auch umstrittener.

Mit dem 1992er-Album „Check Your Head“ ließen die Beastie Boys ihre Hardcore- und Punk-Wurzeln durchklingen, zeigten sich aber vor allem durch Jazz- und Funk-Einflüsse sehr experimentell.

Die Beastie Boys wurden 1995 mit der „III Communications“-Tour endgültig weltweit zum Big Player: alle Konzerte waren nach wenigen Minuten ausverkauft. Zudem spendeten sie einen Dollar pro Karte an lokale Charity-Projekte und zeigten so ihr soziales Engagement.

Mit dem Nummer-Eins-Album „Hello Nasty“ (1998) erhielten die Beastie Boys 1999 als erste Band je einen Grammy in der Kategorie HipHop und Alternative Music. Auf der darauffolgenden Arena-Tour ließen sie Live-Aufnahmen anfertigen, die sie als erste große Band überhaupt auf ihrer Website zum Download bereitstellten.

Seit 2004 produzieren die Beastie Boys ihre Tonträger erfolgreich selbst. 2007 nahmen sie mit „The Mix Up“ ihre erste instrumentelle Platte auf, die einen Grammy erhielt.

Adam Yauch erkrankte 2009 an Krebs, sodass die Beastie Boys eine Zwangspause einlegen mussten, 2011 meldeten sie sich jedoch mit „Hot Sauce Committee Part Two“ zurück. Im darauffolgenden Jahr, am 04.05.2012 verstarb Adam Yauch im Alter von 47 Jahren.

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Reviews zu Beastie Boys


  • Beastie Boys – Check Your Head

    Bei diesem schwer rumpelnden, scratchenden und groovenden Werk von „Eklektizismus“ zu schreiben, wäre eine Untertreibung. Gitarren, Schlagzeug und Orgel wurden in die Sound-Collagen, Geschwätz-Kaskaden und Slogans gemischt, weshalb die Beastie Boys 1992 die Kritiker-Listen anführten. Heute nicht mehr so atemnehmend, aber mit Live-Versionen und anderen Fassungen auf einer zusätzlichen CD.

  • Beastie Boys - Paul’s Boutique

    Die „2Oth Anniversary Edition“ des größten Grabbeltisches des HipHop. Die Beastie Boys, damals die weiße Heimsuchung im Rap, verquirlten auf diesem legendären Album Samples, Funk-Bässe, Pop-Zitate. Pfeifen, Sirenen, Scratches, Scheppern, Bläser, obszönes Gestöhne, Straßengelärme und irre Dialoge zu einem akustischen Spiegelbild der Bude in Brooklyn. Die Straßenecke ist jetzt als Digipak ausklappbar wie ein Flügelaltar, […]

  • Beastie Boys - To The 5 Boroughs

    Die Party-Rapper sind älter geworden, ihre Texte bleiben aber albern. Jugendlichkeitswahnforscher machten in den letzten Wochen mit der Berichterstattung über das neue Beastie Boys-Album fette Beute. Beständig wurden da graue Haare auf den Köpfen des Trios gezählt, die Boys nicht selten in einen gewissen Schnabeltassenkontext gerückt – dabei sind MCA, Ad-Rock und Mike D noch […]

  • 70. Beastie Boys – III Communication - Die 100 besten Alben

    Sie waren längst Künstler, Chefs eines der innovativsten US-Labels der jüngeren Pop-Geschichte und Erfinder einer Stilrichtung („Paul’s Boutique“ war doch die erste TripHop-Platte), aber vom „Fight For Your Right“-Proll-Image kamen die Beastie Boys nicht weg. Den Kieferbrecher „Sabotage“ interpretierten sie als schnurrbärtige 70er-Cops, weil ein paar Witze sein mussten. Der große Rest von „Ill Communication“ […]

  • Beastie Boys - Video Anthology

    Man braucht schon das „Operations Manual“ für diese beiden DVDs – und ein bisschen Spaß am Experimentieren. 18 Videos (aber nicht „Fight For Your Right To Party“) kann man aus mehreren Perspektiven anschauen, es gibt 40 Remixes, viele Kommentare, Storyboards und so. Nur einen besseren Song als „Sabotage“, den gibt’s nicht.

  • BEASTIE BOYS - Hello Nasty

    Es war wieder eine geheime Mission. Wie stets, wenn künstlich generierte Spannung auf dem Plan steht, wurde mit Produktverknappung dirigistisch der Zugriff verhindert. Das Album war vollendet, aber nur ausgewählte Fachkräfte durften es mal hören, und zwar in Lissabon, wo die Beastie Boys sich offenbar wohlfühlen und 2xi wenigen Interviews luden. Die deutsche Journalisten-Abordnung führte […]

  • Beastie Boys - The In Sound From Way Out

    Die Beastie Boys waren immer mehr als eine Band – und das gleich in doppelter Hinsicht Erstens funktionieren sie als Handels-Unternehmen mit eigenem Label, eigenem Bulletin sowie angeschlossener Boutiquenkette, zweitens sind die Wahl-Kalifornier immer drei Bands auf einmal. Mindestens. Es gibt die Hardcore-Formation Beastie Boys, die HipHopper Beastie Boys und schließlich das Jazz-Funk-Ensemble Beastie Boys. […]

  • Beastie Boys - III Communication

    Die Beastie Boys waren das Tier im Teenie. Sie befummelten Brüste, verherrlichten Budweiser-Bier und sampelten die pubertären Klischees vom Rock’n’Roll. Heute sind die drei jüdischen Homeboys die coolsten Nonkonformisten und Eklektizisten. Was sie mit „Check Your Head“ überdachten, ist auf „Ill Communication“ integratives Chaos: Flöten, Cello, Rap, Funk, Jazz. Ein Kommunikations-Crash.