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„Love Me Do“ von den Beatles: Man konnte die Angst der Band hören


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1958 waren sie noch Teenager, träumten von Ruhm und Reichtum und kritzelten Songs in ihre Schulhefte, vergaßen dabei aber nie, „Another Lennon-McCartney Original“ oben auf die Seite zu schreiben.

„Love Me Do“ wurde im Oktober 1962 in England veröffentlicht (mit „P.S. I Love You“ auf der Rückseite) und landete in den Charts auf Platz 17. Als die Single im April 1964 endlich in den USA erschien, war die Beatlemania bereits in vollem Gange – und „Love Me Do“ marschierte zielstrebig an die Spitze der Charts.

„Ringo wird mir das nie im Leben vergeben“

Die Beatles nahmen den Song mit Drummer Pete Best auf, als George Martin sie in der Abbey Road erstmals unter die Lupe nahm. Nachdem Best durch Starr ersetzt worden war, ließ Martin sie eine zweite Version einspielen – und sogar eine dritte mit einem Studio-Drummer, weil er von Starrs Talenten nicht überzeugt war. „Ringo wird mir das nie im Leben vergeben“, sagte Martin lachend.


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„Love Me Do“ in der ROLLING-STONE-Liste der besten Debütsingles aller Zeiten

Der amerikanische ROLLING STONE wählte „Love Me Do“ auf Platz 21 der besten Debütsingles aller Zeiten. Grund dafür ist, laut Rob Sheffield, die Unerfahrenheit aber auch Ängstlichkeit der damals Anfang 20-Jährigen, die aus dem Track rauszuhören sei.

„Man kann hören, wie ängstlich sie sind – vier Jungs aus Liverpool, die keine Ahnung haben, was sie in einem richtigen Studio tun und zum ersten Mal ihre eigene Platte aufnehmen. (Als sie in Hamburg, Westdeutschland, den Chansonier Tony Sheridan bei seiner groben Version von „My Bonnie“ unterstützten, wurden sie definitiv nicht darauf vorbereitet).

Als sie „Love Me Do“ auf der Bühne spielten, hatte John Lennon immer den Hook gesungen, aber George Martin entschied, dass John stattdessen Mundharmonika spielen sollte. Sie hören also, wie Paul McCartney es zum ersten Mal singt – wie er sagt: „Ich höre immer noch die Nervosität in meiner Stimme“. Aber das verstärkt nur noch die nervöse Aufregung, die jeder in „Love Me Do“ hören kann. Spoiler: Die Band wurde danach noch besser.“

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