RS-Serie



Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Crosby, Stills & Nash – „CSN“


von

Hatten CSN auf dem Co­ver ihres ersten Albums 1969 noch outlawmäßig vor einer Holzhütte abgehangen, saßen sie nun feixend auf einer Segeljacht.

Acht Jahre und doppelt so viele Querelen mit Neil Young später klang der dreistim­mige Satzgesang zwar noch immer makellos – doch während sie Ende der Sechziger die Hippieträume und Desillusionierungen ihrer Generation bekifft, aber punktgenau getroffen und in schönsten Harmonien besungen hatten, war die Welt nun eine andere.

Meeresbrisiger Westcoast-Folkpop

Dennoch: Nashs „Just A Song Before I Go“, Crosbys „Anything At All“ oder Stills’ obercooles „Fair Game“ sind prächtige Beispiele ihres meeres­brisigen Westcoast­-Folkpop – oder, das Cover legt es nahe, der semiakustische Arm dessen, was man heute Yacht­-Rock nennt. (Nashs Drogenkopf-trifft-­Jesus-­Kitsch „Cathedral“ muss man halt skippen.)

In den US-Charts landeten sie hinter „Rumours“ auf Platz 2. Und da stehen sie genau richtig.


Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten

Ohne Konzerte und Festivals fanden wir uns plötzlich abends auf unsere Plattensammlungen zurückgeworfen und stellten fest: Oft sind es nicht die kanonisierten Klassiker, die man besonders gern auflegt.

Stattdessen sind es Alben im Katalog eines lieb gewonnenen Künstlers, die man ganz für sich allein zu haben scheint, weil der Rest der Welt sie verschmäht oder gar schon vergessen hat – missverstandene Geniestreiche, verkannte Meisterstücke, vernachlässigte Schlüsselwerke und Platten, die einfach viel besser sind als ihr Ruf und eine Neubewertung verdienen.