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Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Crosby, Stills & Nash – „CSN“


von

Hatten CSN auf dem Co­ver ihres ersten Albums 1969 noch outlawmäßig vor einer Holzhütte abgehangen, saßen sie nun feixend auf einer Segeljacht.

Acht Jahre und doppelt so viele Querelen mit Neil Young später klang der dreistim­mige Satzgesang zwar noch immer makellos – doch während sie Ende der Sechziger die Hippieträume und Desillusionierungen ihrer Generation bekifft, aber punktgenau getroffen und in schönsten Harmonien besungen hatten, war die Welt nun eine andere.

Meeresbrisiger Westcoast-Folkpop

Dennoch: Nashs „Just A Song Before I Go“, Crosbys „Anything At All“ oder Stills’ obercooles „Fair Game“ sind prächtige Beispiele ihres meeres­brisigen Westcoast­-Folkpop – oder, das Cover legt es nahe, der semiakustische Arm dessen, was man heute Yacht­-Rock nennt. (Nashs Drogenkopf-trifft-­Jesus-­Kitsch „Cathedral“ muss man halt skippen.)

In den US-Charts landeten sie hinter „Rumours“ auf Platz 2. Und da stehen sie genau richtig.


Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten

Ohne Konzerte und Festivals fanden wir uns plötzlich abends auf unsere Plattensammlungen zurückgeworfen und stellten fest: Oft sind es nicht die kanonisierten Klassiker, die man besonders gern auflegt.

Stattdessen sind es Alben im Katalog eines lieb gewonnenen Künstlers, die man ganz für sich allein zu haben scheint, weil der Rest der Welt sie verschmäht oder gar schon vergessen hat – missverstandene Geniestreiche, verkannte Meisterstücke, vernachlässigte Schlüsselwerke und Platten, die einfach viel besser sind als ihr Ruf und eine Neubewertung verdienen.


Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Joni Mitchell – „Don Juan's Reckless Daughter“

Man bewundert Joni Mitchell für die Schön­heit von „Ladies Of The Canyon“ (1970), die Inti­mität von „Blue“ (1971), die Slickness von „Court And Spark“ (1974), den komplexen Jazz­-Folk von „The Hissing Of Summer Lawns“ (1975) und das ätherisch schwebende Meisterwerk „Hejira“ (1976). „Don Juan’s Reckless Daughter“ (1977) gilt – ebenso wie das oft unterschätzte „For The Roses“ (1972) – als Übergangsalbum, das in diesem Fall nirgendwohin führte. Wenn man die Doppel-­LP heute mit frischen Ohren hört, macht sich ein Verdacht breit: Während man männlichen Künstlern jedes überbordende, ambitionierte, grenzüberschreitende, eklektische, sich jeder Katego­rie entziehende Werk, vom unvollendeten „Smile“ (Beach Boys,…
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