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Die besten deutschen Songs aller Zeiten: Konstantin Wecker – „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“


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Selbst Zeitgenossen, die dem Treiben der Siebziger-Liedermacher einigermaßen aufgeschlossen gegenüberstehen, geraten bei Konstantin Wecker mitunter arg ins Grimassieren: zu viel Schwulst, zu viele Bilder, zu barock, zu prall, zu viel rollendes R.

Man könnte nun freilich sagen: Eben dieser Hang zum Zuviel, das Schwitzende, Dampfende, Sinnliche, Metaphernpralle heben den Mann doch gerade über all die klampfenden Asketen empor.

Konstantin Wecker und seine sympathische Unseriösität

Wecker ist der Toscana-Fraktionär unter den Liedermachern, der Klaus Maria Brandauer des Piano-Pop; seine Exzesse und Skandale verliehen ihm zudem eine sympathische Unseriosität, wie man sie bei seinen Kollegen vergeblich suchte.

Wer sich mit Wecker anfreunden will, der schaue den tollen Film „ Wader Wecker Vater Land“: Da sind die beiden ungleichen Barden auf einer gemeinsamen Tournee zu sehen. Man fährt mit dem Zug durch Deutschland, missversteht einander bei Proben und nähert sich auf zutiefst rührende Weise an.

https://www.youtube.com/watch?v=_A56tTXffaI

Spätestens danach ist man dann bereit für Weckers beste Lieder: „Ich lebe immer am Strand“, „Heut schaun die Madl wie Äpfel aus“ und, natürlich, „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“: Cello, Bass und Flöte im Intro künden von unschuldigen Arrangement-Unsitten jener Tage, es folgt eine dramatische Pause, und dann wirft Wecker sich in feuchtem Jeanshemd in den Song:

„Wenn der Sommer nicht mehr weit ist, weiß ich, dass das meine Zeit ist/ Weil die Welt dann wie ein Weib ist/ Und die Lust schmeckt nicht mehr schal.“

Könnte man so heute vermutlich nicht mehr texten.

Doch der Song hält auch Weisheiten parat, die den Hedonismus-Predigten mancher Rock-Heinis in nichts nachstehen: „Nur, man darf nicht träge sein und darf nicht ruhn/ Denn Genießen war noch nie ein leichtes Spiel.“

Eine denkwürdige Darbietung, die am Ende des Sommers noch wehmütiger klingt.


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