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Highlight: Eine Zeitreise durch die Geschichte der Beatles: 50 Jahre das „Weiße Album“

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So arbeiteten die Beatles am „Weeping Sound“ für das White Album

Der Text zu Harrisons erstem großen Beatles-Song entstand aus einem Zufall. Harrison hatte den Großteil der Musik schon auf dem Indien-Trip von Februar bis April 1968 geschrieben, machte sich aber erst nach seiner Rückkehr auf die Suche nach den passenden Worten. Inspiriert von den Theorien des „I Ging“ zog er im Haus seiner Eltern ein Buch aus dem Regal, schlug eine Seite auf und schrieb einen Text zu den ersten Worten, die ihm ins Auge fielen. Es war „gently weeps“ – und stammte vermutlich aus dem Gedicht „Rain on the Roof“ von Coates Kinney, in dem sich die Zeile befindet: „And the melancholy darkness/ Gently weeps in rainy tears“.

Obwohl die Band Harrison-Songs schon auf sechs Alben eingesetzt hatte, glaubte Harrison noch immer, von Lennon und McCartney nicht wirklich ernst genommen zu werden. Lennon bemerkte später einmal, dass „es eine peinliche Phase gab, in der Georges Songs einfach nicht so gut waren. Aber niemand wollte mosern, also arbeiteten wir an ihnen.“

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George Harrison moserte: „Sie gaben sich keine Mühe“

Die erste Aufnahme von „While My Guitar Genly Weeps“ stammt vom 25. Juli 1968. Eine zweite Version mit der ganzen Band (Lennon spielte die Orgel) wurde am 16. August sowie am 3. und 5. September aufgenommen. Diesmal hört man Spielereien mit der Bandgeschwindigkeit, Maracas und ein rückwärts abgespieltes Gitarrensolo, das allerdings nie den „weeping sound“ erzeugt, den sich Harrison vorgestellt hatte.

Produzent George Martin hatte gerade einen vierwöchigen Urlaub angetreten, als sich die Band am 5. September an einer weiteren Version versuchte – diesmal mit Lennon an der Leadgitarre und einem schlingernden Rhythmus, den Ringo beisteuerte. Doch auch dieser Versuch fand kein Gefallen. „Sie gaben sich einfach keine Mühe“, klagte Harrison später. „Ich fuhr an dem Abend nach Hause und dachte:, Es ist einfach zum Heulen‘, weil ich wusste, dass der Song verdammt gut war.“

Am nächsten Tag nahm Harrison Eric Clapton von Surrey nach London mit – und hatte eine Idee, wie er seine Kollegen zu einem größeren Engagement animieren könne: Er fragte Clapton, ob er nicht mit ins Studio kommen und den Gitarrenpart übernehmen wolle. Clapton lehnte erst ab. Aber Harrison ließ nicht locker: „Schau her, es ist schließlich mein Song. Ich möchte, dass du darauf spielst.“ (Monate zuvor waren Clapton, Harrison, McCartney und Starr mit Jackie Lomax im Studio gewesen, um dessen Version von Harrisons „Sour Milk Sea“ einzuspielen.)

Eric Clapton sorgte für Tempo und Energie im Studio

Mit dem angesagten Gast im Studio kamen die Beatles plötzlich in die Hufe – besonders McCartneys Harmonien klingen ausnehmend inspiriert. „Es war schon eine interessante Erfahrung“, so Harrison, „wie nett die Leute miteinander umgingen, wenn man einen Gast mitbrachte. Vor Außenstehenden wollten sie einfach nicht zeigen, wie zickig sie manchmal sein konnten.“ Claptons filigranes und lyrisches Solo war das perfekte Ferment: Noch in der gleichen Nacht wurde die Aufnahme abgeschlossen. „Es ist wundervoll elegisch“, sagte Mick Jagger dem ROLLING STONE 2002. „Nur ein Gitarrist konnte diesen Song schreiben. Ich liebe ihn.“

Clapton wurde einer von Harrisons engsten Freunden – und gleichzeitig sein größter Konkurrent. Als Harrison während der „Let It Be“-Sessions kurzzeitig die Band verließ, knurrte Lennon: „Wenn er bis Dienstag nicht zurück ist, nehmen wir eben Clapton.“

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