ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE
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Tarantino-Ranking: Alle Filme von „Reservoir Dogs“ bis „The Hateful Eight“

6. Jackie Brown (1997)

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Nach dem Welterfolg von „Pulp Fiction“ standen alle in Hollywood Schlange um Teil des Tarantino-Kosmos zu werden. Doch der Mann ließ sich drei Jahre Zeit, entschied sich schließlich für die filmische Umsetzung eines Romans, Elmore Leonards „Rum Punch“, zum ersten und einzigen Mal in seiner Karriere sollte er damit eine Fremdvorlage nutzen. Tarantino verlangsamte sein Erzähltempo außerordentlich und schuf mit „Jackie Brown“ eine elegische Geschichte über das Älterwerden, von Träumen und Neuanfängen.

Zu Tarantinos „Schauspieler-Ausgrabungen“ zählten diesmal der ehemalige Blaxploitation-Star Pam „Foxy Brown“ Grier, damals 48, sowie Robert Forster, damals 56, der nie ein Star gewesen war, aber in „The Black Hole“ sowie „Delta Force“ allen die Schau gestohlen hatte. Dass Tarantino, der heißeste Regisseur der Neunziger, ihn gleich in der männlichen Hauptrolle besetzt hatte? Wahnsinn.

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Die Chemie zwischen Grier und Forster stimmt, und ihre Trennung am Ende illustriert der Regisseur mit einer Einstellung, die trauriger nicht sein könnte. Forster läuft in eine Zukunft, die er allein verbringen muss, das Bild verschwimmt nach und nach, der Mann vergräbt seinen Kopf in den Armen, Bobby Womack singt dazu im Takt und im Off sein Lied über Verlierer, „Across 110th Street“.

Nach „Pulp Fiction“ hatten viele Türen für Tarantino offen gestanden, alle wollten unbedingt dabei sein, und vielleicht erklärt sich so auch, warum er auf Leute zugriff, die nicht in den Film passen. Michael Keaton macht sich lächerlich, Chris „Get In The Trunk“ Tucker ist ein Fremdkörper und De Niro in einer Rolle als dumpfer Dauer-Stoner verschenkt. Die „Chicks with Guns“-Fernseheinlage hätte in das knallige „Pulp Fiction“ gepasst, es wirkt hier wie ein Outtake aus einem anderen Film.

Nach „Jackie Brown“ würde es sechs Jahre dauern, bis mit „Kill Bill Vol. 1“ der nächste Streich ins Kino kommen würde – Tarantinos bis heute längte Pause.


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