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Eric Clapton: 10 Fakten über Slowhand, die Sie kennen müssen

Es gibt Millionen Gitarristinnen und Gitarristen auf der Welt, die allesamt versuchen, ihren eigenen Stil zu finden. Dieser unverwechselbare Sound, der die Zuhörer sofort erkennen lässt, wer das Instrument gerade in der Hand hält. Der Instrumentenindustrie bereitet dies eine ertragreiche Geschäftsgrundlage, versprechen die Hersteller von Gitarren, Effektpedalen und Verstärkern doch ihren Kunden, mit bestimmten Modellen so zu klingen wie ihre großen Helden: „Mit einem VOX AC-30 kriegst du den Sound von Brian May.“ Ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht, denn die Wahrheit im geflügelten Sprichwort „sound is in the fingers“ wird reihenweise unterstrichen.

Einer jener Musiker, die maßgeblich dafür verantwortlich sind, ist Eric Clapton. Seine Persönlichkeit prägte nicht nur die Welt der Gitarren-Fans, sondern seit mehr als fünfzig Jahren auch die der gesamtem Popmusik. Sein Leben ist außergewöhnlich – außergewöhnlich erfolgreich, außergewöhnlich tragisch, außergewöhnlich bewegt. Es ist Zeit, Eric Clapton noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen:

1. Eric Claptons Mutter war bei der Geburt noch Teenagerin

Auf die Welt kam Eric Patrick Clapton am 30. März 1945 im englischen Ripley. Der Zweite Weltkrieg war in den letzten Zügen und Europa befand sich im Chaos. Zu den unzähligen Familiengeschichten, die der Krieg beeinflusste, zählt auch die von Eric Clapton. Der in England stationierte kanadische Soldat Edward Walter Freyer zeugte mit der erst sechzehnjährigen Patricia Molly Clapton den gemeinsamen Sohn, bevor er schon vor der Geburt zurück nach Kanada reiste. Als uneheliches Kind wuchs Eric Clapton ab seinem zweiten Lebensjahr bei seiner Großmutter und ihrem zweiten Ehemann auf, stets in dem Glauben, sie seien seine leiblichen Eltern. Die eigene Mutter hielt er für die ältere Schwester. Jahre später heiratete Patricia Clapton einen anderen kanadischen Soldaten, mit dem sie nach Deutschland auswanderte.

Eric Clapton live

2. Eric Clapton pflegte eine enge Freundschaft zu George Harrison

Während Eric Clapton zwischen 1963 und 1965 Gitarrist der Yardbirds war, spielte die Band ein Konzert im Londoner Palladium. Auch die Beatles standen an diesem Abend auf dem Programm, sodass sich Clapton und George Harrison das erste Mal über den Weg liefen. Wenige Jahre später beteiligte sich Harrison als Komponist am Cream-Song „Badge“, der sowohl als Single als auch auf dem Album „Goodbye“ erschien, nachdem sich Cream 1968 bereits aufgelöst hatten. Umgekehrt steuerte Clapton die Gitarre auf dem Beatles-Klassiker „While My Guitar Gently Weeps“ vom weißen Album bei.

George Harrison und Eric Clapton im Jahr 1999

Auch unabhängig von den Beatles hatte die musikalische Partnerschaft zwischen Clapton und Harrison Bestand. Zwar erlaubten vertragliche Regularien oftmals nicht, dass Eric Clapton unter dem eigenen Namen verzeichnet wurde, doch er ist auf zahlreichen Songs von George Harrison zu hören, beginnend ab dem ersten Solo-Album „Wonderwall Music“ des Lead-Gitarristen der Beatles. Bis zu Harrisons Tod im Jahr 2001 verband die beiden Musiker eine enge Freundschaft. Beim Gedenkkonzert für George Harrison, Concert for George, engagierte sich Clapton als musikalischer Leiter.

3. Die Geschichte von „Layla“

Die Freundschaft zwischen Clapton und Harrison hatte jedoch eine ganz eigene Brisanz. Eric Clapton verliebte sich schnell in George Harrisons damalige Ehefrau, Pattie Boyd, und machte ihr Avancen. Die Band Derek And The Dominoes, gegründet von Eric Clapton, um dem Starkult um seine eigene Person zu entgehen, veröffentlichte kurz darauf das Album „Layla And Other Assorted Love Songs“. Wie der Titel bereits verrät, enthielt das Album mit „Layla“ einen der größten Hits in der Karriere Eric Claptons.

Inspiriert wurde er von der persisch-arabischen Liebesgeschichte um Laila und Madschnun, in der der Protagonist Qais an der unglücklichen und unerwiderten Liebe zu Laila zu Grunde geht. Der Dichter der Geschichte, Nezami, wird in den Credits des Songtextes sogar als Autor angegeben. Durch die zu diesem Zeitpunkt noch einseitige Liebe fühlte sich Clapton in seiner Hingabe zu Pattie Boyd in einer ähnlichen Situation wie Qais. Schließlich konnte er seine Angebetete doch für sich gewinnen und heiratete Boyd 1979. Harrison hegte derweil keinen Groll und nannte Clapton seinen „husband-in-law“, also seinen „Schwieger-Ehemann“. 1987 trennte sich das Paar nach einer Ehe voller Affären und Alkoholismus.

Eric Clapton 1974

4. Eric Clapton verfiel der Drogensucht

Etwa zur selben Zeit, zu der auch seine Liebe zu Pattie Boyd entflammte, verfiel Eric Clapton den Drogen. Zu Beginn der 1970er-Jahre entwickelte er eine Heroinsucht, kombinierte mit einem schon damals starken Alkoholkonsum. Er unterbrach seine musikalische Karriere und trat lediglich 1971 bei Harrisons Konzert für Bangladesh auf. Dort brach er während seiner Show auf der Bühne zusammen, gebeutelt von seinem destruktiven Lebensstil. ROLLING STONE erzählte er später, er habe in jenen Jahren in einer „Wolke aus rosa Watte“ gelebt. Erst eine neuartige Elektrotherapie und die Hilfe seines Freundes Pete Townshend rissen ihn von der Sucht los. Townsend organisierte 1973 das Rainbow Concert, eine Art Comeback-Veranstaltung für Eric Clapton, das ebenfalls aufgenommen und als Album veröffentlicht wurde.

5. Eric Clapton trauerte um Stevie Ray Vaughan

In den frühen 1990er-Jahren ereilten Clapton zwei schwere Schicksalsschläge. Der erste betraf seinen Freund Stevie Ray Vaughan. 1990 lud Clapton Vaughan und dessen Band Double Trouble ein, ihn auf einer Tour durch die USA zu begleiten. Nach einem Konzert in Wisconsin am 26. August 1990 bestieg Stevie Ray einen Hubschrauber, der ihn nach Chicago fliegen sollte. Tau ließ sich auf den Windschutzscheiben der vier Maschinen nieder, die auf die Künstler warteten. Stevie Ray, sein älterer Bruder Jimmie Vaughan und Jimmies Ehefrau Connie machten sich auf den Weg zu ihrem reservierten Hubschrauber, einem Bell 206B Jet Ranger, Registrierung N16933. Er wurde von Omniflight Helicopters gebucht und von Jeff Brown, einem 42-jährigen erfahrenen Piloten, gesteuert.

Stevie Ray Vaughan

Peter Jackson, einer der Tour-Manager von Eric Clapton, ließ Vaughan wissen, dass drei Plätze für ihn, Jimmie und Connie reserviert waren. Bei ihrer Ankunft entdeckten sie jedoch, dass ihre Sitze von Mitgliedern von Claptons Crew, Agent Bobby Brooks, Leibwächter Nigel Browne und stellvertretendem Tour-Manager Colin Smythe besetzt wurden. Stevie Ray Vaughan tauschte einen Platz und ließ seinen Bruder und dessen Frau zurück. Dass sie den Helikopter nicht gemeinsam betraten, war reiner Zufall.

Der Hubschrauber hob um 00:50 Uhr in der Nacht vom Boden ab. Nur wenige Minuten später, etwa einen Kilometer nach dem Start, stürzte der Hubschrauber mit Vaughan und den übrigen Insassen in einen Berg in der Nähe des Skigebiets Alpine Valley. Weder Feuer noch eine Explosion begleiteten den Crash. Die Körper und Trümmer waren über eine Fläche von 200 Quadratmetern verstreut. Erst als der Hubschrauber am nächsten Tag nicht am Zielort ankam, bemerkte man, dass etwas nicht stimmte. Für Stunden wusste niemand, dass Stevie Ray Vaughan tot war.

6. „Tears in Heaven“ wurde für Eric Claptons Sohn geschrieben

Der zweite Schicksalsschlag fand sogar in der eigenen Familie statt und hat gleichzeitig für ein unsterbliches Lied gesorgt. Der vielleicht bekannteste Song Eric Claptons ist zugleich sein vermutlich traurigster. „Tears in Heaven“ ist seinem verstorbenen Sohn Conor gewidmet, der am 20. März 1991 im Alter von vier Jahren in New York aus dem Fenster eines Hochhauses stürzte. Gemeinsam mit Will Jennings schrieb Clapton darauf das Lied „Tears in Heaven“ als Soundtrack für den Film „Rush“.

Unverblümt spiegeln sich seine Gedanken über ein Wiedersehen mit seinem Sohn im Himmel. Ungeachtet seines Status als Welt-Star stellt er sich dieselben Fragen wie viele anderen Eltern, die ein Kind verloren haben. „Would you know my name / if I saw you in heaven?“.

Besonders wichtig scheint ihm diese Frage zu sein, da er vor dem Tod seines Sohnes seine Pflichten als Vater vernachlässigte. Alkoholprobleme und verschiedene Beziehungsdramen überschatteten seine Bindung zu Conor. Im Jahr 2004 hörte Eric Clapton auf, „Tears in Heaven“ live zu spielen, da er nach eigenen Angaben die Trauer überwunden habe.

7. Eric Claptons Spitzname ist Slowhand

Eric Clapton trägt seit vielen Jahrzehnten den Spitznamen Slowhand. In seiner Autobiographie erklärte er, wie es dazu kam. Häufig spielte Clapton während der Zeit bei den Yardbirds im Crawdaddy Club in Surrey, England. Der Club stand unter der Leitung des einflussreichen Bookers, Produzenten und Managers Giorgio Gomelsky. Um die Saiten seiner Gitarre besser ziehen zu können, spiele Eric Clapton bei jenen Shows in der Regel sehr dünne Exemplare, die sehr schnell rissen. Während er – nicht selten mitten in einem Song – eine neue Saite aufzog, begann das Publikum langsam zu klatschen. Gomelsky verpasste Clapton darauf den Beinamen Slowhand.

8. Eric Claptons Vermögen

Eric Claptons Vermögen wird auf 120 Millionen Pfund geschätzt. Darunter fallen unter anderem sein Grundbesitz, eine 9 Millionen Pfund teure Luxus-Yacht (zuvor im Besitz von Bernie Ecclestone), Unternehmensbeteiligungen und natürlich die Einnahmen aus Tourneen und Tantiemen. Außerdem hegt Clapton eine große Liebe zu Autos, insbesondere zu Ferraris. Durch seine auch öffentlich formulierte Zuneigung zum italienischen Edel-Hersteller baute ihm Ferrari 2012 ein einzigartiges Sondermodell im Wert von 3 Millionen Pfund.

Eric Clapton
Eric Clapton zählt zu den wohlhabendsten Musikern der Welt

9. Die Beziehungen und Kinder von Eric Clapton

Die Beziehung zu Pattie Boyd mag Claptons berühmteste sein, jedoch war sie bei weitem nicht die einzige. In frühe Jahren begab er sich in eine Liaison mit der amerikanischen Funk- und Soul-Sängerin Betty Davies. Ab 1974 lebte er dann mit Pattie Boyd zusammen. In einem Interview mit The Sunday Times gab Clapton später zu, gegenüber Boyd gewalttätig geworden zu sein, da er zu jener Zeit ein „waschechter Alkoholiker“ gewesen sei.

Während der Aufnahmen zum Album „Behind The Sun“ im Jahr 1984 hatte er eine Affäre mit der Managerin der AIR Studios Monsterrat, Yvonne Kelly. Obwohl beide verheiratet waren, bekamen sie die Tochter Ruth Kelly Clapton, die erst 1991 von Medien als Eric Claptons Tochter enttarnt wurde. Ebenfalls noch während seiner Beziehung zu Pattie Boyd lernte er das italienische Model Lory Del Santo kennen, die Mutter des später verunglückten Conor. Seit 2002 ist er mit mehr als dreißig Jahre jüngeren Melia McEnery verheiratet, nachdem sie sich 1998 auf einer Party in Columbus, Ohio das erste Mal begegnet waren. Das Paar hat drei Töchter.

Er nahm eine Gibson-Gitarre und stöpselte sie in einen Marshall-Verstärker – das war’s schon. Bodenständigkeit und Blues. Seine Soli waren melodisch und einprägsam – und so sollten Soli sein: Teil eines Songs. Ich könnte sie heute noch nachsummen.
Eric Clapton live

10. Polarisierende Äußerungen

Mehrfach machte Eric Clapton mit ausfallenden politischen Bemerkungen auf sich aufmerksam. Auf einem Konzert in Birmingham 1976 sprach er sich für den rechten britischen Politiker Enoch Powell aus und bekundete außerdem, dass Großbritannien Gefahr laufe, eine „schwarze Kolonie“ zu werden. Darüber hinaus verwendete er den Slogan „keep Britain white!“, der zu jener Zeit von der rassistischen Partei National Front genutzt wurde.

Dieser Zwischenfall, gemeinsam mit ähnliche Bemerkungen von David Bowie, führten letztlich zur Gründung der Bewegung Rock Against Racism mit einem Konzert am 30. April 1978. Clapton entschuldigte sich in einem späteren Interview für seine Aussagen und verwies darauf, an jenem Abend stark betrunken gewesen zu sein. 2004 wiederum nannte er Enoch Powell „ungeheuer mutig“. Clapton beschwerte sich gegenüber dem Magazin Uncut, dass Großbritannien billige Arbeitskräfte anwerbe, um sie dann in Ghettos zu stecken. Im selben Jahr betonte er, kein Rassist zu sein, obwohl er Powells Ansichten für relevant hielt.

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