Toggle menu

Rolling Stone

Back to top Share
Artikel teilen
  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Whatsapp
  • Email
Search
Top-Themen

Birthday Bash: David Bowie feiert 50. Geburtstag mit Star-Konzert

Kommentieren
0
Email
Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von

Die meisten Popstars vermeiden das: Auf ihre mittleren Jahre ausgerechnet mit einer öffentlichen Feier hinzuweisen. Wer möchte schon zeigen, dass Jugendlichkeit vergänglich ist? David Bowie sah das am 9. Januar 1997 anders, er zelebrierte damals seinen 50. Geburtstag – der einen Tag vorher war, vielleicht wollte er ja doch zuerst im kleinen Kreis feiern –, mit einem Konzert im New Yorker Madison Square Garden.

Für Bowie war die Zahl 50 wahrscheinlich gar keine so große Sache. Schließlich war sein Image nie darauf ausgerichtet, ein junges Alter zu verkörpern. Sondern vielmehr das jeweilige Zeitalter wider zu spiegeln, das in der Musik vorherrschte. Den Soul von “Young Americans” (1975), jenen industriellen Futurismus von “Low” (1977), den Vitamin-Pop in “Let’s Dance” (1983). Seine Kunstfigur Ziggy Stardust (1972-1973) schien sogar alterslos zu sein.

Natürlich darf man auch David Bowies Optik, die für ihn immer übertriebener Ausdruck des Gemüts war, beurteilen. Schlimmer als 1997, das zeigen die Fotos und Videos seines “Birthday Bash”, sah er vorher nicht und auch hinterher nicht mehr aus. Inmitten seiner Gäste wirkte er im Elektro-Look mal wie sein eigener Hofnarr, mal wie ein Wellensittich. War das die optische, nervöse Entsprechung seiner Drum ‘n’ Bass-Phase, die er mit dem “Earthling”-Album (1997) einläutete? Das Songmaterial darauf jedenfalls war zum Teil herausragend.

Zwar veröffentlichte Bowie mit “Earthling” sein bestes Album seit “Let’s Dance”, und Clubmusik war für ihn die Musik der Stunde. Bei der Auswahl seiner Geburtstagsgäste allerdings setzte er auf Rockmusiker, für die er zum Teil schon seit zehn Jahren schwärmte.

Sonic Youth und Pixies bezeichnete er als “die besten Bands der Achtziger”, und sowohl Sonic Youth als auch Ex-Pixies-Sänger Frank Black kamen seiner Geburtstags-Einladung nach. Mit den zusätzlichen Gästen Billy Corgan (Smashing Pumpkins), “Hunky Dory”-Fanatiker Robert Smith (The Cure) sowie Ex-Nirvana-Drummer Dave Grohl und dessen Foo Fighters hatte Bowie hier auf einen Schlag die führenden Alternative-Rockmusiker der Achtziger und Neunziger versammelt. Und die wiederum ließ Bowie selbstbewusst … vor allem seine neueren Club-Stücke interpretieren.

Erstaunlicherweise kam Bowies ältere Geschichte an diesem Abend zu kurz. Sein alter Weggefährte Lou Reed, den er in den Siebzigern mehr als einmal auffing, spielte bei gleich vier Liedern Gitarre. Reed allerdings brauchte nicht nur keine neuen Bowie-Stücke spielen, sondern intonierte auch gleich eigene Songs, wie “Waiting For The Man”. Das Bowie-Stück “Queen Bitch”, von beiden gemeinsam an diesem Abend dargeboten, war 1971 ursprünglich eh als Velvet-Underground-Hommage gedacht.

Zwei wurden vermisst. Mick Jagger und Iggy Pop, neben Reed Bowies wichtigste gleichaltrige Freunde. An diesem Abend waren sie nicht da.

Setlist:

Little Wonder
The Hearts Filthy Lesson
Scary Monsters (And Super Creeps) (mit Frank Black)
Fashion (mit Frank Black)
Telling Lies
Hallo Spaceboy (mit Foo Fighters)
Seven Years in Tibet (mit Dave Grohl)
The Man Who Sold the World
The Last Thing You Should Do (mit Robert Smith)
Quicksand (mit Robert Smith)
Battle for Britain (The Letter)
The Voyeur of Utter Destruction (As Beauty)
I’m Afraid of Americans (mit Sonic Youth)
Looking for Satellites
Under Pressure
“Heroes”
Queen Bitch (mit Lou Reed)
Waiting for the Man (The Velvet Underground cover) (mit Lou Reed)
Dirty Blvd. (Lou Reed cover) (mit Lou Reed)
White Light/White Heat (The Velvet Underground cover) (mit Lou Reed)
Moonage Daydream
All the Young Dudes (Mott the Hoople cover) (mit Billy Corgan)
The Jean Genie (mit Billy Corgan)
Space Oddity
I Can’t Read

Kommentieren
0
Email

Nächster Artikel

Vorheriger Artikel
Weiterlesen
  • Joni Mitchell- 'Big Yellow Taxi'
(1970 Reprise)
Als Joni Mitchell im Hawaiiurlaub aus dem Hotelfenster schaute, in der Ferne
    Die besten Songs der Jahrzehnte: Die 70er (Teil1)
    31. Oktober 2012

    Wir erstellen in unserer Reihe "Die besten Songs der Jahrzehnte" eine eigene Ruhmeshalle, online natürlich. Diesmal bekommen die umwerfensten Songs der 70er Jahre einen Ehrenplatz in unserer Galerie. Interpreten hinter diesen Tracks sind u.a.: The Stooges, Marvin Gaye, Pink Floyd, John Cale, Genesis, The Rolling Stones, Neil Young und Randy Newman. Hier kann man in die gekeinnzeichneten Songs im rdio-Player reinhören.

Kommentar schreiben