Musik – Reviews

  • Charlie Watts Long Ago And Far Away Cover

    Charlie Watts

    - Long Ago & Far Away

    Feinsinnige Texte, feingliedrige Arrangements, feingesponnene Harmonies: Kate & Anna McGarrigle kommen wohl aus Montreal, sind aber die Antithese zur banal plärrenden, melodramatischen Kehlkopf-Akrobatik Celine Dions. Irgendwann im Sommer kam „Matapedia“ heraus, wurde promotet wie ein wohlgehütetes Geheimnis und ging folglich unter, without a trace. Da mutet es schon komisch an, wenn die Schwestern tirilieren „We‘re […] mehr…

  • Ups..

    Ben Folds Five - Ben Folds Five

    Die Allerletzte. Oder die Allererste. Keiner machte mit knappen, präzisen, melodieseligen Songs mehr Freude als der kleine Ben Folds aus Chapel Hill, ein Piano-Wizard mit stupendem Talent Aus dem Geiste von Elton John und Billy Joel, Joe Jackson und Queen und Randy Newman formte der nur scheinbar kauzige Bandleader (er führt einen Bassisten und einen […] mehr…

  • Ups..
  • Ups..

    Heather Nova - Doubled Up

    Ein früher Song von der Frau, die auf einem Segelboot bei ihren Hippie-Eltern aufwuchs und dann nach London ging, wo sie Gedichte schrieb und bald einen Plattenvertrag bekam. Ihr letztes Album „Oyster“ brachte ihr in Europa den verdienten Durchbruch. Inzwischen ist sie in die Karibik zurückgekehrt und arbeitet zwischendurch an einem neuen Album. „Doubled Up“, […] mehr…

  • Aphex Twin - Richard D. James Album

    Nicht Sven Väth ist der Pop-Star des Techno, und auch nicht Moby. Nein, dieser Titel gebührt Aphex Twin alias Richard D. James. Aber nicht deshalb, weil er mehr Platten als die meisten Kollegen seines Genres verkauft. Der Engländer weiß eine Aura des Geheimnisvollen um sich zu schaffen. Wer kennt sie nicht, die Geschichten des Sonderlings, […] mehr…

  • Johnny Cash - Unchained

    Johnny Cash - Unchained

    UMHIN D «;a Autarkie, Atavismus und alttestamentarischer Groll seiner ^4mericanRecordings“ finden in Johnny Cashs neuem, wieder von Rick Rubin produzierten Werk keine Entsprechung. Ein Schritt vor, zwei zurück, der Kreuzzug gerät ins Stocken. „Unchained“ bedient sich anderer, weniger kriegerischer Mittel Den heiligen Zorn hat Cash gegen demutsvolleren Gestus eingetauscht, die Rolle des Flagellanten gegen die […] mehr…

  • Bush - Razorblade Suitcase

    Bush – Razorblade Suitcase

    Zur Zeit kann man Gitarren-Bands, die in England mit etwas anderem als Brit-Pop Gehör finden wollen, nur viel Glück wünschen. Sie können es brauchen. Spätestens seit dem Auftritt von Oasis in Knebworth ist ziemlich klar, wer hier der Herr im Hause ist: Brit-Pop hat sich als kulturelle Hegemonialmacht etabliert und bestimmt vorläufig die Regeln. Zuwiderhandlungen […] mehr…

  • Tool - Aenima

    Tool - Aenima

    Mach dir dein eigenes Bild. Ein kleiner Satz mit großem pädagogischem Auftrag könnte als Leitfaden für das Werk der Amerikaner von Tool stehen. Passend dazu – oder schon überinterpretiert? – das einfallsreiche Artwork des neuen Albums „Aenima“: Aus drei Motiven können die Hörer eigenständig ihr bevorzugtes Bild auswählen und sich von cleveren Animations-Effekten optisch täuschen […] mehr…

  • Weezer - Pinkerton

    Weezer - Pinkerton

    Es fällt schwer – aber stellen wir uns mal für einen Moment vor, wir wären eine Plattenfirma. Was hätten wir mit einer Garagenband gemacht, deren erstes Album sich zwei Millionen mal verkauft hat? Genau: Wir hätten ihr für die nächste Platte viel Geld sowie einen Promi-Produzenten aufgezwungen und eine einschüchternde Werbekampagne geplant. Dann hätten wir […] mehr…

  • Neneh Cherry - Man

    Neneh Cherry - Man

    Vier Jahre hat sich Neneh Cherry Zeit gelassen, um ein neues Album zu machen – abgesehen von den zwischenrein geworfenen und dann natürlich gleich zum Welthit avancierten „Seven Seconds“ mit Youssou N’Dour. In den vier Jahren ging es von London nach Schweden, nach New York, nach Spanien; Geburt der dritten Tochter und Tod des Stiefvaters […] mehr…

  • Ups..

    Terry Lee Hale - Leaving West

    Er schien seßhaft geworden. Jedenfalls wurde der Name Terry Lee Hale zuletzt genauso selbstverständlich in einem Atemzug mit Seattle genannt wie der seiner Förderer und Freunde von den Walkabouts. Doch kann einer, der in den 43 Jahren seines einen Lebens schon mehr Orte er- und belebt hat als die meisten von uns es in nicht […] mehr…

  • Sheryl Crow - Sheryl Crow

    Sheryl Crow - Sheryl Crow

    „I’m just an ordinary woman.“ Die Zeile aus dem Song „Ordinary Morning“ bietet sich leichtfertig für die Frage an: Ist Sheryl Crow mehr als eine gewöhnliche Sängerin? Im meist von Männern definierten -Genre der Frauen im Rock und sonstwo ist die frühere Musiklehrerin aus Missouri eher Joan Osborne, Aimee Mann, Alannah Myles und Melissa Etheridge […] mehr…

  • Suzanne Vega - Nine Objects Of Desire

    Suzanne Vega - Nine Objects Of Desire

    Große Suzanne Vega auf leichten Sohlen, mit leisen Tönen. Mit ihrem mittlerweile vierten Album kehrt die Songwriterin nach einer längeren, (zumindest was ihrer Plattenveröflentlichungen angeht) Pause zurück. Seit 1985, mit dem Erscheinen ihres Debüts, ist sie gefeierte Meisterin des filigranen Kunstsongs, seltsamer Zwischenzeiten und zarter Stimmgewalt. Jede Sängerin und ambitionierte Songschreiberin, die in den letzten […] mehr…

  • Prince - Chaos & Disorder

    Prince - Chaos & Disorder

    Michael Jackson sieht zwar nicht mehr aus wie Michael Jackson, nennt sich aber noch so. Prince dagegen sieht immer noch aus wie Prince, heißt aber jetzt irgendwie anders. Die beiden großen Kontrahenten der 80er Jahre gehen aus dem Leim. Ihre Identitäten sind in unzähligen Image- und Rollenspielen verloren gegangen. Die Postmoderne entläßt ihre Kinder. Um […] mehr…

  • Bryan Adams / George Michael - 18 Till I Die /…

    So ist das Leben. Der eine beschwört die ewige Jugend, der andere manifestiert die Frühvergreisung. Gemein haben Bryan Adams und George Michael nur die überfallartige Plattenveröffendichung und den megalomanischen Erfolg. Wobei Adams bloß die Balance zwischen saftigem Gitarrenkracher und rauhgeraspelter Liebesballade halten muß, während Michael nach seinem Schauprozeß um die Freiheit und den Wert des […] mehr…

  • Elvis Costello All This Useless Beauty Cover

    Elvis Costello - All This Useless Beauty

    Elvis Costello Warner WF.A Quo vadis, Elvis? Irgendwie zurück auf jeden FalL Fest entschlossen scheint der Meister, die 90er Jahre als sein Jahrzehnt der persönlichen Reminiszenz in die PopAnnalen eingehen zu lassen. Erst entdeckte er auf,Jirutal Youth“ die Anfange und seine zwischenzeitlich verbannten Attractions wieder, dann kramte er anläßlich des Cover-Albums „Kojak Variety“ gar in […] mehr…

  • Soundgarden - Down On The Upside

    Soundgarden - Down On The Upside

    Nirvana: verstorben. Alice In Chains: vergessen. Pearl Jam: verwirrt. Melvins und Mudhoney: verdammt zu Außenseitern. Der Soundgarden von Seattle ist mit Kurt Cobain verblüht, während der Torso als Foo Fighters wie ein Zombie auf seinem Grab tanzt. Und aus Chicago gaben die Smashing Pumpkins mit ihren melodramatischen Melodien dem Grunge den Gnadenschuß. Grunge war Hype, […] mehr…

  • The Cure Wild Moon Swings Cover

    The Cure - Wild Mood Swings

    Cure-Musik war immer Stimmungs-Musik. Vom schmissigen Existentialismus und pubertären Trotz-Pop der ersten Jahre ließ sich Robert Smith 1982 in die wabernde Depression von „Pornography“ fallen, noch immer ein Fanal der schlechten Laune, ein Mahnmal der Monotonie, des mürben Nicht-mehr-weiter-Wollens. Aber Smith wollte weiter, schrieb Spaßlieder wie „The Lovecats“ und nahm das Album „Kiss Me, Kiss […] mehr…

  • Underworld - Second Toughest In The Infant

    Von Techno zu Blues und zurück. Underworld nehmen diesen langen Weg nicht mit großen Sprüngen, sondern tasten sich auf ihrer Reise behutsam vor, und manchmal kann der Hörer den Prozeß, wie sich die landscape of sounds verändert, kaum bewußt wahrnehmen. Er merkt nur: Wo eben noch Breakbeats schnetzelten, hallt jetzt ein Blues-RifF. Das neue Album […] mehr…

  • Beastie Boys - The In Sound From Way…

    Die Beastie Boys waren immer mehr als eine Band – und das gleich in doppelter Hinsicht Erstens funktionieren sie als Handels-Unternehmen mit eigenem Label, eigenem Bulletin sowie angeschlossener Boutiquenkette, zweitens sind die Wahl-Kalifornier immer drei Bands auf einmal. Mindestens. Es gibt die Hardcore-Formation Beastie Boys, die HipHopper Beastie Boys und schließlich das Jazz-Funk-Ensemble Beastie Boys. […] mehr…