Musik – Reviews

  • Nick Cave

    - No More Shall We Part

    Ein Artikel aus dem ROLLING-STONE-Archiv Jetzt kommt es, nach so vielen Jahren, so vielen Anstrengungen, so vielen Platten. Das Mordsalbum. Der Cave-Hammer. Die Vollendete. Die Kunst der Fuge. Das Hauptwerk. Der arme Poet musste erst ganz ruhig werden, bei seinem Liebesschmerz-Reigen „TheBoatman’s Call“, um diesen Felsen zu stemmen. Dann war die Zeit reif. Die Welt […] mehr…

  • Pet Shop Boys - Super

    Natürlich gibt es nichts Schöneres, als in eine euphorische Menge in einem überfüllten Club einzutauchen. Wir werden nie aufhören, so zu leben!, schrie Westbam in den 90er-Jahren, was dann doch nicht stimmte, und die Pet Shop Boys fügen dem ein „Remember those days“ hinzu, achtmal wiederholt in ihrem autobiografischen Song „The Pop Kids“. Das Tolle: […] mehr…

  • Andrew Bird: „Are You Serious?“

    Andrew Bird - Are You Serious

    Wenn Musiker kundtun, ihr neues Werk sei ihr „schutzlosestes, direktestes, persönlichstes“, ist Vorsicht geboten, weil diese Prämisse immer auch gegen Kritik immunisieren soll. Andrew Bird schickt dem Zitat aber gleich selbst ein entwaffnendes „Also habt Nachsicht mit mir, Leute!“ hinterher. Den Albumtitel traut sich natürlich auch nur, wer den confessional songwriter an sich dann doch […] mehr…

  • The Last Shadow Puppets - Everything You’ve Come To Expect

    Bereits dem gleichnamigen Werk von Jake Bugg verhalfen die Shangri-La Studios in Malibu zu einem goldenen Anstrich. Nun erweist sich das Mobiliar von Starproduzent Rick Rubin erneut als gutes Omen – diesmal für das zweite Album der Last Shadow Puppets, die Spielwiese von Miles Kane und dem Sänger der Arctic Monkeys, Alex Turner. „Bad Habits“, […] mehr…

  • Bob Mould - Patch The Sky

    Bob Mould ist kein Sich-selbst-neu-Erfinder. Auf seine brachiale Innerlichkeit, auf seinen Zorn, seine Frustration, seine Angst, seinen ständigen Kampf gegen sich selbst und alle anderen ist Verlass. Und das schon, seit er 1978 in Minnea­polis anfing, sich bei seiner Hardcore-Band Hüsker Dü die Seele aus dem Leib zu brüllen. Und die Midlife-Crisis, die sich bei […] mehr…

  • Aurora - All My Demons Greeting Me…

    Aurora Aksnes ist eine 19-jährige Sängerin aus Norwegen, die ihre Jugend und Unschuld in folkloristisch schlichten, aber bombastisch produzierten Songs ausstellt. In Videos rennt sie mit Wölfen oder hüpft als zarte Elfe im schneeweißen Kleid herum. Sie verdreht die großen Augen und fuchtelt seltsam mit den Händen – Achtung, Wunderkind! Dazu singt sie mit glockenheller […] mehr…

  • AnnenMayKantereit - Alles nix Konkretes

    Warum die vier Jungs aus Köln das Spießigste jenseits von Bausparverträgen sind, wurde ja schon in unserer März-Ausgabe entlarvt. Denn spießig ist: in WGs wohnen, billigen Wein trinken, selbst gedrehte Zigaretten rauchen, auf akustischen Gitarren schrammeln und dazu hübsche Nichtigkeiten über erste Liebesbeziehungen singen. Wenden wir diese Analyse auf den Oberspießer Bruce Springsteen an. Auch […] mehr…

  • Miles Davis - Birth Of The Cool

    Man könnte über dieses Album, seine Genese und Wirkungsgeschichte ganze Bücher schreiben. In a nutshell: Capitol schloss 1949 mit Davis einen Vertrag über ein paar Singles, die dieser mit seiner neunköpfigen Band im selben und darauf folgenden Jahr aufnahm. Konzise, fokussierte und wunderbar swingende Stücke zwischen Bop-Elastik und Big-Band-Sophistication, gespielt mit unterkühlter und hipper Eleganz […] mehr…

  • Manic Street Preachers - Know Your Enemy

    Manic Street Preachers – Know Your Enemy

    Wohin geht man, wenn man praktisch schon alles hinter sich hat? Wenn alles gesagt ist und so viel erlebt, dass es für ein Leben reicht? „Know Your Enemy“ ist das sechste Album der Manic Street Preachers, das dritte in Triobesetzung und das erste, bei dem das Fehlen von Gitarrist Richey James nicht mehr auffallt. Die […] mehr…

  • Sting - Mercury Falling

    Sting – Mercury Falling

    Mercury heißt Quecksilber. Laß einen Tropfen davon fallen – er zerspringt in viele kleine Kügelchen, die dann, neu sortiert, wieder zu einem Tropfen zusammenfinden werden. Nehmen wir „Twenty Five To Midnight“, eine (durch den 7/4-Takt leicht pervertierte) Soul-Nummer mit einem Mittelteil, in dem Sting Latin und Rock bruchlos ineinanderfügt, um wieder beim Soul zu landen. […] mehr…

  • Jesu/Sun Kil Moon - Jesu/Sun Kil Moon

    Mark Kozelek und das Zeitlupenmetal-Projekt: Eine gar nicht so harte, sondern sehr berührende Zusammenarbeit mehr…

  • Bill Pritchard - Mother Town Hall

    Der Gitarrenpop des Engländers kennt keine Bitternis oder Wehmut mehr…

  • Megadeth - Dystopia

    Dave Mustaines knurriges, technoid-kühles Thrash-Derivat schien sich trotz diverser Versuche für die ganz große Mainstreamverwertung nicht zu eignen. Vielleicht hielt ihm die Szene gerade deshalb die Treue. Auch wenn das nicht immer leicht war, als schließlich auch er zu Gott fand. Die Referenzgröße, wenn er sich nicht von einem Produzenten in Versuchung führen lässt wie […] mehr…

  • Brian Fallon - Painkillers

    Ungeniert romantisch, immer mitsingbar: Der Gaslight-Anthem-Sänger bleibt auch solo bei seiner kompakten Rockmusik mehr…