Musik – Reviews

  • Dido

    - Girl Who Got Away

    „I climbed a mountain not knowing that I had/ Took no protection, not much of anything/ There I was, sitting on the roof of the world/ Not knowing how I got here or how to leave.“ So beginnt Dido Armstrong das Lied „Sitting On The Roof Of The World“, das schönste auf ihrem vierten Album, […] mehr…

  • John Grant - Pale Green Ghosts

    Er ist der stille Verzweifelte, der hochsensible Ich-Erzähler, der Depressionen vertont, sich selbst schonungslos bloßstellt. Einer, der in atmosphärischen Soundlandschaften zwischen Elektro, Folk und Pop herumirrt, weil er sich offenbar noch nirgendwo richtig heimisch gefühlt hat. Wie schon auf „Queen Of Denmark“ versammelt  John Grant auf „Pale Green Ghosts“ dunkelgetönte autobiografische Pop-Kostbarkeiten – auch wenn […] mehr…

  • Hurts - Exile

    Til Schweiger wählte nicht von ungefähr ihr „Stay“ als Titelsong für seinen Film „Kokowääh“: Hurts berühren von allen europäischen Seelen die deutsche ganz besonders. Das Duo durfte auch Rosenstolz remixen und im Berliner Hotel „The Weinmeister“ ein nach ihnen benanntes Zimmer einrichten, während im Trophäenschrank der Bambi blitzt. Ihre an den Sound der 80er-Jahre anknüpfenden […] mehr…

  • Gary Clark Jr. - Blak And Blu

    Es hat der Superlativen kein Ende: Gary Clark Jr., so liest man, ist die Zukunft des Texas-Blues, der neue Hendrix gar, eine Superkanone unter den Superkanonen. Dave Matthews, Eric Clapton und die Rolling Stones bitten zum Solo, Alicia Keys und Sheryl Crow zum Duett, Barack Obama lädt ins Weiße Haus ein. Nicht ohne Grund. Der […] mehr…

  • Adam Ant - Adam Ant Is The BlueBlack…

    Wo kommt denn Adam Ant plötzlich wieder her? Und wieso klingt sein Opener „Cool Zombie“ ungefähr, als würden Gun Club „Hey Joe“ spielen? Schließlich kennt man den Mann vor allem von seinen beiden Anfangsachtziger-Alben, mit dessen hooliganis­tisch rummelndem Dschungel-Rock’n’Roll Ant zu einem der erfolgreichsten Pop-Acts der Nachkriegszeit im Punk wurde – und dank eines ausgesprochen […] mehr…

  • Stereophonics - Graffiti On The Train

    Alles neu: Die Britpopper Stereophonics veröffentlichen jetzt auf ihrem eigenen Label – und präsentieren sich von einer anderen Seite. Ein Lied klingt nach Tom Petty, eines nach Nick Cave, eines nach Coldplay. Kelly Jones macht, was ihm gefällt und bricht mit den eigenen Konventionen. Das wirkt leider etwas planlos und beliebig. mehr…

  • Ups..

    Townes Van Zandt - Sunshine Boy

    Viele der Demo-Aufnahmen seiner Songs waren im Klang gelungener als die späteren LP-Versionen mehr…

  • David Bowie - The Next Day

    "The Next Day" ist ein bunt schillernder Bowie-Setzkasten, der zum Abschluss in dräuender Endzeitstimmung schwelgt: „And I tell myself, I don't know I am“. Künstlerische Verwirrung als vorläufiger Endpunkt einer großen Karriere. mehr…

  • Devendra Banhart - Mala 

    Dreieinhalb Jahre sind seit Devendra Banharts letztem Werk vergangen. Das ist für den Songwriter, der inklusive des apokryphen Debüts „The Charles C. Leary“ im vergangenen Jahrzehnt sieben Soloalben veröffentlichte (von den Kollaborationen ganz zu schweigen), eine ziemlich lange Zeit. So richtig vermisst hat man ihn aber nicht. Zum einen vielleicht, weil es – wenn man […] mehr…

  • Trixie Whitley - Fourth Corner

    Es gibt vier Gefühle, sagt Trixie Whitley, die ihr Leben und damit auch ihre Musik ausmachen. Liebe und das Verlangen danach („Need Your Love“). Die Einsamkeit im „Hotel No Name“, ertränkt in Feedback, Verzerrung und einer Ahnung von Rock-Aufbruch. Die Wut über „Irene“, den Sturm, der ihr einfach so die Freiheit nahm. Schließlich die Freude, […] mehr…

  • Emmylou Harris & Rodney Crowell
 - Old Yellow Moon

    Auf die Knie: Emmylou ist die unumstrittene Country-Grande-Dame. Zwölf Grammys hat sie in knapp 40 Jahren Karriere gesammelt, noch immer strahlt ihr Sopran mit beinahe jugendlicher Kraft. Und wenn die bald 66-Jährige unter der weißen Lohe lächelt, dann steht ihre Version von Matraca Bergs zurückschauenden „Back When We Were Beautiful“ sofort unter Koketterieverdacht. Alles an […] mehr…

  • Richard Thompson - Electric

    Angst erfüllt einen, wenn man das neue Richard-Thompson-Album abspielt. Das, was man stets befürchten musste und doch nie für möglich gehalten hätte, wird im rumpelnden Folk-Standard „Stony Ground“ Realität: ausuferndes Gegniedel, das dem knarzigen Schaukelstuhl-Rock von John Hiatt gefährlich nahe kommt. Was an sich nicht schlimm ist, nur liebt man Thompson ja weniger für seine […] mehr…

  • Yo La Tengo - Fade

    Die Elektrogitarre klimpert selbstvergessen vor sich hin, stimmt ein einsames Lied an. Rüde kommt ihr aber dieser rumpelnde Beat in die Quere, der nicht so recht passen will, sich aufdringlich Platz verschafft. Und gerade als man glaubt, dass das nicht gut gehen kann, finden die Gitarre, der Beat, Yo La Tengo und der Song „Stupid […] mehr…

  • Nick Cave And The Bad Seeds - Push The Sky Away

    Zunächst hat Nick Cave die Vorhänge zurückgezogen, um uns eine langbeinige nackte Frau in einem leeren Zimmer zu zeigen. Er selbst trägt wie immer einen untadeligen Anzug. Aber das leere, weiße Zimmer: Wäre der Raum abgewohnt und in der Grundfarbe bräunlich – man würde sofort an den „Letzten Tango in Paris“ denken, Marlon Brandos schweinisch-bizarren […] mehr…

  • Jamie Lidell - Jamie Lidell

    Ende der 90er-Jahre wurde Jamie Lidell in den puristischen Techno-Kellern, in denen er damals auftrat, noch bestaunt wie ein Kalb mit zwei Köpfen: ein Elektro-Musiker mit Soul in der Stimme! 2008 hat der in England geborene Sänger und Musiker dann eine Art elektronisches Motown-Album aufgenommen. „Jim“ war süffig wie ein Gläschen Southern Comfort, hinterließ manchmal […] mehr…

  • Dawn McCarthy And Bonnie ‚Prince‘ Billy - What The Brothers Sang

    Man findet auf den Platten, die Will Oldham vor fast 20 Jahren mit seinem Bruder Ned als Palace Brothers aufnahm, keine brotherly harmonies (brüderlich war es schon, aber bei den Harmonien haperte es), doch Phil und Don Everly waren schon damals ein wichtiger musikalischer Einfluss für den Songwriter, der sich heute Bonnie „Prince“ Billy nennt. […] mehr…

  • Amatorski

    Amatorski - TBC

    Was zuerst auffällt, ist dieser Hauch von einer Stimme: Sehr leise, wie für sich selbst gesungen, schwebt sie durch sparsam instrumentierte Räume voller Hall und Echos. Wer hat diesen heiser flüsternden Kleinmädchen-Singsang-Stil eigentlich erfunden, der  durch minimalistische musikalische Begleitung nur noch entrückter wirkt? Vermutlich die Schwedin Stina Nordenstam, die sich in den Neunzigern als weibliches […] mehr…

  • Jim James

    Jim James - Regions Of Light And Sound…

    1929 veröffentlichte der US-Amerikaner Lynd Ward die erste Graphic Novel der USA, „God’s Man“. Die Sammlung von Holzschnitten erzählt die Geschichte eines Malers, der einen Pakt mit dem Sensenmann schließt, um endlich erfolgreich zu sein. Der Mann besinnt sich später eines Besseren, wird aber trotzdem vom Tod eingeholt. Dieses Buch ist die Vorlage für das […] mehr…

  • Universal

    Leslie Clio - Gladys

    Das fängt ja gut an für Leslie Clio. Die 26-jährige Wahl-Berlinerin wurde gleich als „das deutsche Soul-Wunder“ bevorschusst. „Die deutsche Adele – nur hübscher!“ „Die neue Amy Winehouse – nur nach Bananen süchtig!“ Joss Stone soll sie als Support sogar an die Wand gesungen haben. Und nun dieser Albumtitel! Eine Hommage an Gladys Knight, die […] mehr…

  • Tegan And Sara

    Tegan & Sara - Heartthrob

    Diese Platte von Tegan & Sara wird keiner mit einer früheren Platte von Tegan & Sara verwechseln, sagen die Künstlerinnen. Das stimmt wohl. Gemeinsam mit Superproduzent Mike Elizondo (Dr. Dre, Eminem, Nelly Furtado) schufen die Zwillingsschwestern ein Werk, das ganz anders ist als alle anderen dieser Karriere. Vom Indie-Wohnzimmer in die Großraumdisko: Gleich beim Opener […] mehr…