Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: The Band – „Northern Lights – Southern Cross“


von

Völlig zu recht gelten das Debüt, „Music From Big Pink“ (1968), und der titel­lose Nachfolger (1969) als Großtaten dieser wundervollen Band.

Danach begann ein kreativer Abstieg. Aber „Northern Lights – Southern Cross“, das erste Album mit neuen Songs in vier Jahren, ist den oben genannten Meisterwerken durchaus ebenbürtig. Heimlicher Star der Aufnahmen ist der virtuose Keyboarder Garth Hudson, der mit seinen Beiträgen auf Orgel, Klavier, Synthesizer, Dudelsack, Blech­ und Holzbläsern die zur Verfügung stehen­den 24 Spuren voll ausbuchte.

Levon Helm – der große Soulsänger

Trotz aller Tüftelei haben einige der Stücke die rohe R&B-Energie, die The Band sonst nur auf der Bühne entwickelten, das funkige „Ophelia“ etwa, in dem Levon Helm sich wieder einmal als großer Soulsänger offenbart.

Und The Band haben derer ja gleich drei: Rick Danko sang nie besser als auf „It Makes No Difference“, und Richard Manuel zeigt seine schöne Seele in „Hobo Jungle“. Auf „Acadian Driftwood“ sind sie gemein­sam zu hören, und es bricht einem das Herz.


Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten

Ohne Konzerte und Festivals fanden wir uns plötzlich abends auf unsere Plattensammlungen zurückgeworfen und stellten fest: Oft sind es nicht die kanonisierten Klassiker, die man besonders gern auflegt.

Stattdessen sind es Alben im Katalog eines lieb gewonnenen Künstlers, die man ganz für sich allein zu haben scheint, weil der Rest der Welt sie verschmäht oder gar schon vergessen hat – missverstandene Geniestreiche, verkannte Meisterstücke, vernachlässigte Schlüsselwerke und Platten, die einfach viel besser sind als ihr Ruf und eine Neubewertung verdienen.