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Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Paul Simon – „You’re The One“


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Die Neunziger begannen für Paul Si­mon mit dem Hitalbum „The Rhythm Of The Saints“ und endeten mit dem kommerziel­len Desaster seines Musicals „The Capeman“.

„You’re The One“ hätte ein Comeback werden können, doch es fehlten wohl die offensichtlichen Hits oder die vergrübelten Betrachtungen über Alter und Tod, die solche Spätwerke in der Regel populär machen.

Paul Simons Stimme aber klang selbst in einem (sehr beschwingten) Song mit dem Titel „Old“ noch im­mer jung und seine Tourband, die ihn begleitete, frisch und verspielt wie ein Haufen junger Hunde (allerdings mit abgeschlossenem Musikstudium).

Gewitzte und poetische Texte

Die afrikanischen und südamerikanischen Rhyth­men der Vorgängeralben liefern die Grundlage für die mit melancholischem Unterton vorgetragenen gewitzten, klugen und poetischen Texte. Eigentlich gilt Paul Simon ja als der Trauerkloß unter den ame­rikanischen Songwritern, „You’re The One“ aber ist ein Album, das beim Hören vor allem großen Spaß macht.

Und „Darling Lorraine“ hätte eigentlich ein Hit werden müssen.


Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten

Ohne Konzerte und Festivals fanden wir uns plötzlich abends auf unsere Plattensammlungen zurückgeworfen und stellten fest: Oft sind es nicht die kanonisierten Klassiker, die man besonders gern auflegt.

Stattdessen sind es Alben im Katalog eines lieb gewonnenen Künstlers, die man ganz für sich allein zu haben scheint, weil der Rest der Welt sie verschmäht oder gar schon vergessen hat – missverstandene Geniestreiche, verkannte Meisterstücke, vernachlässigte Schlüsselwerke und Platten, die einfach viel besser sind als ihr Ruf und eine Neubewertung verdienen.


Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Joni Mitchell – „Don Juan's Reckless Daughter“

Man bewundert Joni Mitchell für die Schön­heit von „Ladies Of The Canyon“ (1970), die Inti­mität von „Blue“ (1971), die Slickness von „Court And Spark“ (1974), den komplexen Jazz­-Folk von „The Hissing Of Summer Lawns“ (1975) und das ätherisch schwebende Meisterwerk „Hejira“ (1976). „Don Juan’s Reckless Daughter“ (1977) gilt – ebenso wie das oft unterschätzte „For The Roses“ (1972) – als Übergangsalbum, das in diesem Fall nirgendwohin führte. Wenn man die Doppel-­LP heute mit frischen Ohren hört, macht sich ein Verdacht breit: Während man männlichen Künstlern jedes überbordende, ambitionierte, grenzüberschreitende, eklektische, sich jeder Katego­rie entziehende Werk, vom unvollendeten „Smile“ (Beach Boys,…
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