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Legendäre Konzerte: Udo Lindenberg live im Palast der Republik, Ost-Berlin 1983


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Lange hatte Lindenberg die deutsche Teilung thematisiert und sich um eine Auftrittserlaubnis in der DDR bemüht. Als erster bundesdeutscher Musiker überhaupt spielte er schließlich im Oktober 1983 auf Einladung des damaligen FDJ-Vorsitzenden Egon Krenz bei einer „Rock für den Frieden“ genannten Veranstaltung im Ost-Berliner Palast der Republik – vor linientreuem Publikum.

Udo Lindenberg und der ehemalige SED-Generalsekretär Erich Honecker bei dessen Besuch 1987 in Wuppertal

Udo Lindenberg durfte keine DDR-Tour machen

Die bereits erteilte Zusage für eine anschließende DDR-Tournee wurde ihm indes entzogen, nachdem er auf der Bühne gegen die Aufrüstung in beiden Teilen Deutschlands wetterte und sich mit seinen vor der Halle eingekesselten Fans solidarisierte.

Udo Lindenberg wird bei seiner Ankunft vor dem Palast der Republik von Fans umringt

Udo Lindenberg über seinen Auftritt in Ost-Berlin

„Die Zeit der müden Ärsche war vorbei, die DDR ging ab wie ein Riesenzäpfchen. Als ich nach Berlin kam, hatte ich den Vertrag für ’ne richtige Tournee schon in der Tasche. Die Show lief live in der Glotze, ‚Ich bin Rocker‘, ‚Odyssee‘ und ‚Wozu sind Kriege da‘ hab ich gespielt. Manche sagen: Ein Song mehr, und die Leute hätten sich die Blauhemden vom Leib gerissen. Später bin ich raus zu den Fans, die hätten mich vor lauter Zärtlichkeit und Liebe beinahe zu Tode gequetscht. Haben ja auch lange gewartet, ewige Entbehrungen und Verzicht. Wurde dann aber doch nichts mit der Tour, wegen meiner SS-20-Ansage.“

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Franz-Peter Tschauner picture-alliance/ dpa
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