Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Sly & The Family Stone – „Small Talk“

„Small Talk“ ist eine Heimkehr, bei der getanzt werden darf - und eine Auseinandersetzung mit den Freuden des Vaterseins und des Wurzelschlagens.

Als die revolutionären Sechziger un­ruhig in die Ich­-Dekade ruckelten, hatten die Funk-Pioniere Sly & The Family Stone einen Lauf: „Life“, „Stand!“, „There’s A Riot Goin’ On“ – alles Meisterwerke.

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Anfang der Siebziger verlor die Band ihr Rückgrat, weil der immer errati­scher werdende Bandleader aus der Family Affair zunehmend einen Egotrip machte und die fantasti­sche Rhythmussektion aus dem Schlagzeuger Greg Errico und dem Bassisten Larry Graham kündigte.

Das verstiegene „Fresh“ war das Ergebnis dieser Entwicklung und beeindruckte selbst den zu jener Zeit ähnlich produktiven Miles Davis.

Pause vom Genie-Sein

Der Nachfolger, „Small Talk“, kam bei Kritik und Fans weniger gut an. Sly macht ein bisschen Pause vom Genie­-Sein, schaltet einen Gang runter, lässt sich lässig in eine Hängematte aus Streichern fallen und feiert – so wie viele Songwriter jener Zeit – die Freuden des Vaterseins und des Wurzelschlagens.

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„Small Talk“ ist eine Heimkehr, bei der getanzt werden darf. Niemand verstand das besser als die Beastie Boys, die „Loose Booty“ auf „Paul’s Boutique“ sampelten.

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Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten

Ohne Konzerte und Festivals fanden wir uns plötzlich abends auf unsere Plattensammlungen zurückgeworfen und stellten fest: Oft sind es nicht die kanonisierten Klassiker, die man besonders gern auflegt.

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Stattdessen sind es Alben im Katalog eines lieb gewonnenen Künstlers, die man ganz für sich allein zu haben scheint, weil der Rest der Welt sie verschmäht oder gar schon vergessen hat – missverstandene Geniestreiche, verkannte Meisterstücke, vernachlässigte Schlüsselwerke und Platten, die einfach viel besser sind als ihr Ruf und eine Neubewertung verdienen.

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