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Kritik: Warum „Lupin“ so sensationell erfolgreich ist


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Als George Kay begann, dem Protagonisten seiner geplanten Krimi-Serie die passenden Charakterzüge zu geben, stand eine Eigenschaft ganz oben auf seiner Wunschliste: positive Arroganz. „Das ist die Art Arroganz“, so Kay, „die man nicht als Bedrohung empfindet, sondern heimlich sogar bewundert. ‚Pass auf‘, könnte unser Held sagen, ‚ich werde mir jetzt deine gesamten Ersparnisse unter den Nagel reißen, aber ich werde es mit einem derart charmanten Lächeln tun, dass du mir nicht einmal böse sein wirst.‘“

Er kondensierte diese Eigenschaften in die Person von Assane Diop, die wiederum von dem „Meisterdieb“ Arsène Lupin inspiriert war, den der französische Autor Maurice Leblanc vor mehr als einhundert Jahren geschaffen hatte. In der ersten Staffel rächt Assane den Tod seines Vaters, der zu Unrecht des Diebstahls beschuldigt wurde und im Gefängnis Selbstmord beging. Der zweite Teil von „Lupin“ ist gerade erschienen, die nächste Staffel ist bereits in Arbeit.

Wir begleiten Assane auf seinen Raubzügen durch ein Paris, das an idyllischen Lokalitäten natürlich keine touristischen Wünsche offenlässt. Seine illegalen Aktivitäten umfassen banale Taschendiebereien, aber auch den minutiös geplanten Raub des 70‑Millionen-Dollar-Halsbands, das seinem Vater zum Verhängnis wurde.

Als Assane Lupin schleicht Omar Sy geschickt über Dächer, knackt jeden Safe und gewinnt alle Nahkämpfe. Kurz nach der Veröffentlichung im Januar vermeldete Netflix, dass „Lupin“ die erfolgreichste Streamingserie in zwei Dutzend Ländern sei. „Es ist die richtige Show zur rechten Zeit“, glaubt Regisseur Louis Leterrier, der für die ersten drei Folgen verantwortlich zeichnete. „Die Story ist reinster Eskapismus und passt perfekt in eine Ära, in der Eskapismus Hochkonjunktur hat.“

Hauptdarsteller Omar Sy, in Frankreich ein Überstar, war von Anfang die wichtigste Zutat in diesem Gauner-Cocktail. Gleich nach Abschluss des Gymnasiums arbeitete er erfolgreich als Comedian, machte sich in Film und Fernsehen einen Namen und landete 2011 mit der Hauptrolle in „Ziemlich beste Freunde“ einen Volltreffer. Der in Frankreich geborene Sohn afrikanischer Einwanderer erhielt einen César als bester Schauspieler und durfte sich freuen, dass der Film einer der größten Erfolge der französischen Kinogeschichte wurde.

Freiwillige Filmkontrolle hat in dieser Ausgabe die ROLLING-STONE-Kollegin Birgit Fuß zu Gast, die mit Arne Willander über den französischen Überraschungshit redet. Die vollständige Geschichte zu „Lupin“ lesen Sie im aktuellen ROLLING STONE.

Lupin – 2. Staffel:

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