Die meistunterschätzten Alben: Magnetic Fields – „50 Song Memoir“

Die zweite XXL-Songsammlung der Magnetic Fields erzählt viel über Literatur, Musik, Sex, Philosophie und Sänger/Songwriter Stephin Merrit.

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Selten gut, wenn eine einst originelle Idee zur Masche wird. Der New Yorker Songwriter Stephin Merritt nahm 1999 mit seiner Band Magnetic Fields ein Dreifachalbum mit Liebesliedern auf, das er „69 Love Songs“ nannte.

Auch lustige Albumtitel sind selten gut, aber dieser hier hielt, was er versprach, und das Album wurde ein Indie-Klassiker. 18 Jahre später veröffentlichte Merritt zu seinem 50. Geburtstag wieder ein Triple-Album, diesmal mit 50 Liedern – über jedes Lebensjahr eins, manche autobiografisch, andere historische Entwicklungen, kulturelle Phänomene oder Moden der Zeit beleuchtend. Literatur, Musik, Sex, Philosophie – alles drin.

„50 Song Memoir“ ist das klügste und komischste Album, das in diesem Jahrtausend bisher erschienen ist. Aber Kritiker und Fans hielten immer wieder mäkelnd ihr geliebtes „69 Love Songs“ dagegen, das in der nostalgischen Verklärung der Vergangenheit größer wurde, als es die Magnetic Fields und Stephin Merritt jemals werden können.

In 50 Jahren wird man „50 Song Memoir“ als Merritts Meisterwerk feiern.

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